Kompetenz Reloaded mit Nils - Motivation, Selbstorganisation und Erfahrungslernen
Shownotes
Unser heutiger Gast im Podcast: Nils Krumme - Krumme Coaching
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Das Wissensnavi für Lackierbetriebe
Der Podcast zum Thema Wissenstransfer und Wissensmanagement für industrielle Lackier- und Beschichtungsbetriebe.
Am Beispiel der Lackierbranche diskutieren Elena Schüßler-Roggenhofer und Markus Vüllers über das Wissen in den Unternehmen, welches bewahrt werden muss, auch wenn die Wissensträger das Unternehmen verlassen.
Elena, als Expertin für Wissenstransfer und Wissensmanagement und Markus, als Experte für Prozessoptimierung im Bereich industrieller Oberflächentechnik nehmen Euch mit auf die Reise durch die Welt des Wissens.
Anhand praktischer Beispiele werden typische Situationen in Lackier- und Beschichtungsbetrieben beleuchtet und Lösungswege für ein systematisches Wissensmanagement aufgezeigt.
Bringt Euch aktiv mit in die inhaltliche Gestaltung des Podcast ein, indem Ihr uns Eure Fragen und Themenvorschläge schickt.
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Schüßler-Roggenhofer Wissenstransfer
Elena Schüßler-Roggenhofer
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Markus Vüllers Coaching
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Markus Vüllers: Hallo Elena, hallo Nils, heute sind wir wieder zu dritt
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hallo Markus, hallo Nils!
Nils: Hallo Elena, hallo Markus, danke, dass ich dabei sein darf.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Freuen uns sehr, dass du da bist, lieber Nils. Und ich schlag vor, dass wir kurz mit Vorstellens starten, oder? Ansonsten ist schwierig. Also Nils, wer bist du? Ich stell dich vor. Okay, also Nils ist heute unser Gast und bringt über acht Jahre Erfahrung in der Personalentwicklung mit, hat zahlreiche Personen und Teams in ihrer Entwicklung begleitet.
Nils: Danke.
Nils: Wir mal.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Sein Fachwissen basiert auf einem Bachelor in Wirtschaftsphychologie und einem Master in Personal- und Organisationsmanagement, was ihm eine fundierte theoretische Grundlage für seine Arbeit bietet. Als ausgebildeter, zertifizierter Business Coach unterstützt Nils nebenberuflich auch Menschen dabei, ihre Ziele klar zu definieren, Herausforderungen zu meistern und ihren individuellen Weg zu gestalten. Authentisch, lösungsorientiert und praxisnah. Und egal ob berufliche Entscheidungen, persönliche Weiterentwicklung oder neue Perspektiven, Nils hilft dabei, Ideen in die Tat umzusetzen. Und in dieser Funktion des Coaches besucht uns heute in unserem Podcast.
Nils: Vielen Dank für die Vorstellung.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Sehr gerne!
Markus Vüllers: Ja, wir machen ja heute tatsächlich einen Deep Dive. Wir haben den Podcast unter die Überschrift Kompetenz gestellt. Deep Dive Kompetenz. Wir haben vor einigen Folgen schon mal über Kompetenz gesprochen und haben schon diverse Gäste und Gästinnen in unserem Podcast begrüßt. Und das ist eigentlich so die Strategie, die wir verfolgen, wenn Elena und ich ein Thema diskutiert haben und dann feststellen, Mensch, Da brauchen wir noch mal zusätzliche Expertise. kann uns noch mal einer weiterhelfen. Dann laden wir gerne jemanden ein, der genau beim Tieftauchen unterstützt.
Nils: Oppressor würde ich sagen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ich wollte gerade sagen, falls ihr Unterwassergeräusche hört, dann macht das einen ganz schönen tiefer Tauchgang hier. Ja, starten wir doch vielleicht damit, noch einmal zu rekapitulieren, was denn überhaupt Kompetenz ist. Markus, willst du das machen?
Markus Vüllers: ...
Nils: Das es sehr tief.
Markus Vüllers: Ich will das versuchen. Ja, wir haben ja diverse Folgen mit der Wissenstreppe durchlaufen, wo wir die verschiedenen Definitionen diskutiert haben. Und in der Folge Kompetenz, die wir gemacht haben, haben wir diskutiert, dass Kompetenz wissen, welches in der Praxis angewandt wurde, bedeutet. Wir also immer dann, wenn wir Wissen in der Praxis anwenden. erfolgreich anwenden, dann dürfen wir uns als kompetent bezeichnen. ja, das ist vielleicht so aus meiner Leihendarstellung eine einfache Sicht und die wollen wir jetzt heute mal so ein bisschen auseinanderpflücken, was denn alles da so zugehört.
Nils: Ich würde tatsächlich zu der Definition noch ergänzen. Ich kann überlegen, das war. Ich glaube, war Werner Sauter und John Erpenbeck. sind auch zwei so Kompetenz-Korifäen. Damals mal in meiner Masterarbeit über die beiden geschrieben, über deren Themen. Und die bringen noch den Aspekt des Selbstorganisierten mit rein. Und ich finde das eigentlich ganz schön, weil das zeigt auch einfach nochmal die auch Selbstwirksamkeit, die ich über eine Kompetenz dann entsprechend auch habe. Also es ist irgendwie nicht was von außen gesteuert, sondern etwas, was ich in eine vielleicht noch unbekannte Situationen mit Einbringern. Das ich auch nochmal so ein ganz spannender Aspekt bei der Definition.
Markus Vüllers: Was verstehst du dann unter selbst organisiert? Das ist dann ja eine sehr individuelle Geschichte.
Nils: Total. Also das definitiv sehr individuell, selbstorganisiert, dass ich eben von mir innen heraus in dem Moment in dieser unbekannten Situation, in der neuen Herausforderung, dass ich für mich selbstorganisiert so mein Repertoire quasi im Hinterkopf habe und dann entsprechend erfolgreich handeln kann. Also dass ich da nicht irgendwie in dem Moment vielleicht auf einen äußeren Impuls angewiesen bin, sondern aus mir innen heraus.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Wenn wir jetzt von der Wissenstreppe ausgehen, einen Punkt, den wir ein bisschen außer Acht gelassen hatten, war die Motivation. Also ich muss die Motivation haben, auch richtig zu handeln, mein Wissen auch gut in den Anwendungskontext zu betten Also dann bin ich kompetent. Und ich finde, da geht es ja jetzt auch bei dieser Selbstorganisation hin schon zu einer intrinsischen Motivation. Letztlich, wenn ich mich selbst organisiere, hat das ja auch viel damit zu tun, dass ich motiviert sein muss, wahrscheinlich, das überhaupt zu machen. Oder was meinst du dazu, Nils?
Nils: Also ich weiß gar nicht mal, ob es ausschließlich oder überwiegend intrinsisch motiviert sein muss. Können wir uns vorstellen, extrinsisch motiviert. Aber ja, das hat für mich auch einen Aspekt von Motivation, also definitiv.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Wenn wir, Markus, vielleicht jetzt einmal so in die Lackierbranche gucken, wir hatten ja schon mal drüber gesprochen, wann ist man da kompetent jetzt mit dem Hintergrund noch des selbst organisierten Handelns? Hast du ein Beispiel aus der Lackierwelt?
Markus Vüllers: Ich habe die Frage befürchtet und erwartet. Ich habe tatsächlich die ganze Zeit drüber nachgedacht. Das Selbstorganisierte ist ein ganz entscheidender Punkt, der heute in vielen Betrieben beklagt wird, dass das tatsächlich so ein bisschen abhanden kommt. Dass also diese Selbstorganisation, wenn man das jetzt mal damit vergleicht, dass das auch ein bisschen mit der Verantwortungsübernahme zusammenhängt.
Nils: Haha.
Markus Vüllers: dass viele Leute nicht mehr selbst organisiert handeln und auch nicht mehr Verantwortung übernehmen wollen. Und das ist genau ein Thema. Wenn ich jetzt so einen Lackierprozess verantworte, der, das haben wir in den Podcasts folgen immer mal wieder erwähnt, doch recht komplex sein kann. Das ist nicht nur Lack anrühren, eine Lackierpistole füllen und dann irgendwelche Bauteile beschichten, sondern da gibt es dann halt auch entsprechende Trockner, die vernünftig eingestellt werden müssen. Das sind meistens vernetzte Prozesse. Das sind automatisierte Prozesse, also eine Vielzahl an Themen, die ich berücksichtigen muss und das Selbstorganisierte im richtigen Moment dann auch mit der eigenen Motivation loszugehen und an dem Prozess etwas zu verändern und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Das ist die Veränderung, die ich jetzt gerade durchgeführt habe, weil ich da in irgendeinem Knöpfchen gedreht habe. vielleicht nicht zum Erfolg geführt hat. Das ist ein Thema, was echt hinten runterfällt.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Wenn wir also noch mal so zusammenfassen, was sind generell Kompetenzen, können wir vielleicht wie so eine kleine Formel aufstellen und das zusammenbringen, was wir gerade gesagt haben. Das heißt, haben Wissen im Anwendungsbezug, also Wissen plus Anwendungsbezug plus Motivation und richtig handeln und das auch noch selbst organisiert. Dann haben wir Kompetenz. Okay, das kann jetzt irgendeine Kompetenz sein, führt uns auch zum nächsten Punkt, nämlich welche Arten von Kompetenzen werden, gibt es denn überhaupt so?
Nils: Ich glaube tatsächlich, es gibt unfassbar viele Arten von Kompetenzen. Das sicherlich auch ein bisschen auf den Kontext an. Man kann im Groben und Ganzen, würde ich sagen, persönliche Kompetenzen zusammenclustern, soziale Kompetenzen und sicherlich auch Fachkompetenzen, Methodenkompetenzen. Das sind so, würde ich sagen, die klassischen gängigen Kompetenzkategorien, die es gibt.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Jetzt!
Nils: Tatsächlich gibt es mittlerweile auch Ansichten, sagen, es gibt mittlerweile aufgrund von Digitalisierung, VUCA-Welt, etc., PP, da auch noch mal moderne Kompetenzkategorien, zum Beispiel die digitale Kompetenz. Viele denken da irgendwie auch oft, da geht es einfach darum, wie bediene ich irgendwie einen Computer, aber dabei geht es ja vor allem auch das ganze Thema Big Data. Wie gehe ich mit Big Data auch das Thema Content selbst erstellen oder auch eben das Verarbeiten von großen Datenmengen oder auch mal Programmieren. Also da sind die Begriffe mittlerweile, würde ich persönlich sagen, bei den Kategorien auch gar nicht mehr so klassisch geprägt, sondern schon bisschen offener gehalten. Ich denke, vier eher klassischen Kompetenzen sind auch nach wie vor, oder Kompetenzkategorien nach wie vor, total wichtig und auch immer noch allgegenwärtig.
Elena Schüßler-Roggenhofer: bevor wir jetzt so bisschen vielleicht auch kurz noch in die einzelnen Kategorien oder in die einzelnen Arten reinschauen. Du hattest gerade erwähnt VUKA-Welt. Vielleicht einmal für alle. Generell ist die VUKA-Welt eine Welt, in der wir vielleicht gerade noch leben oder sogar schon darüber hinaus sind. Nur für den Begriff, weil wir versuchen ja auch möglichst hier Wissen so zu teilen, dass alle das immer verstehen können. VUKA ist eine Abkürzung und steht für Volatilität. Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität, also Mehrdeutigkeit. Genau, da vielleicht nur einmal ganz kurz. Und jetzt gehen wir doch vielleicht mal noch ein Stück weiter. Also wir haben jetzt gesagt, gut, wir können das in die unterschiedlichen Kategorien vielleicht auch ein Stück weit klustern. Kann man denn irgendwie sagen, dass Kompetenzen vermittelt werden können?
Nils: Ja, also was sicherlich nicht funktioniert ist, das klassische Frontal-Training und dort irgendwie eine Kompetenz zu vermitteln. Meiner Meinung nach kann man bei einem Training gute Impulse setzen, irgendwie gute Ideen einpflanzen, kann schon mal, je nachdem, wenn es bei euch ein Workshop-Format ist, sagen, ich regle die Leute auch zum Nachdenken, zum eigenen Ideen entwickeln an. Aber Kompetenzen in dem Sinne vermitteln, geht meiner Meinung nach aus der Erfahrung, aus der Praxis heraus tatsächlich nur bedingt oder gar nicht. Was viel mehr braucht ist, tatsächlich so Erfahrungslernen, also irgendwie wirklich konkrete Situationen, in die ich Personen bringe oder die sich in unserem täglichen Leben irgendwie ergeben und dann ja selbst Erfahrungen sammeln lassen und dann das Ganze zu begleiten über Feedback, da auch immer wieder Rückmeldungen geben, ganz große Komponenten, natürlich auch Selbstreflektion, also das ist eine gute Kombination, wenn ich sage, ich habe Feedback von außen plus dann eine Selbstreflektion. dann kann Kompetenzerentwicklung durchaus stattfinden.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das heißt, es gibt ja aber schon auch Methoden, Kompetenzen ein Stück weit nahbarer zu machen. Aber sie haben immer die Komponente, dass ich das Ganze ja trotzdem selber lernen, erlernen muss oder die Erfahrung halt selber machen muss. Anders kann ich keine Kompetenz aufbauen. Methodisch gesehen wäre aber ja trotzdem möglich, mal ein Rollenspiel zu machen, oder? In einem Rollenspiel kann ich Kompetenz aufbauen. Wie authentisch ist sowas?
Nils: Total. Ja, ist immer die Frage, wie authentisch ist sowas dazu vollkommen recht. Ich glaube, das ist auch so ein bisschen Typ Sache und wie sehr strapaziert man das Ganze. Ich finde auch da, das ist eine gute Möglichkeit, etwas einzuüben und mit dem, was man eingeübt hat, dann wirklich in die Praxis zu gehen. Und dann kann man ja auch sagen, wenn wir jetzt jemanden haben, der zum Beispiel eine hohe kommunikative Kompetenz hat, diese Person als Feedbackgeber mit in so eine Situation zu nehmen. Wir sprechen ja auch über das Thema Wissenstransfer und das wäre für mich so eine Möglichkeit, wie man da eine Brücke schlagen könnte und möglichst Rollenspiele, vielleicht auch schon eher künstliche Situationen wirklich zum ersten Erfahreung sammeln, suchen und dann möglichst schnell in wirklich praktische Situationen reingehen. Einfach mal ausprobieren und vielleicht den Erfolg selbst auch feststellen oder auch mal merken, okay, da komme ich jetzt nicht ganz so mit weiter. Das ist glaube ich so die... die beste Möglichkeit da seine Kompetenzen zu entwickeln.
Elena Schüßler-Roggenhofer: in der Lackwelt Rollenspiele? Was sagst du dazu?
Markus Vüllers: Ja, ich denke, das hängt mit Sicherheit so ein bisschen davon ab, welches Klientel man jetzt in dem Thema mit an Bord hat. Wenn ich jetzt an die Mitarbeitenden auf dem Shopfloor denke, die dann in einer Lackieranlage, in einer Lackierkabine stehen, könnte ich mir vorstellen, kommen Rollenspiele so nicht so richtig gut an. Das heißt also, die Personen, dann halt teilweise angelernt sind, Das sind teilweise, also es ist wirklich das komplette Klientel von Facharbeitern bis hin zu angelernten Quereinsteigern, aber auch Ungelernten, die da sind, mit unterschiedlichem Bildungsstand. Die werden sich schwer tun, entsprechende Rollenspiele reinzugehen. Ich erlebe das immer, wenn ich als Dozent Leute qualifiziere, eine IAK-Abschlussprüfung als Facharbeiter zu machen. Dann ist das ja auch oft so, dass die eine eine Projektarbeit präsentieren müssen. Und dann ist die Präsentation oder die Erarbeitung eines Projektes ja schon mit einem Rollenspiel verbunden. Der eine ist der Kunde, der hat seine Anforderungen, die er definiert, wie das Teil lackiert werden soll, welche Qualität die Lackierung erfüllen muss. Und wenn ich dann so etwas dann im Unterricht vorstelle, dann ist das so in etwa wie in der Schule. Wer möchte denn sein Referat gerne mal vorstellen? Und dann tauchen alle tief, sitzen alle unter dem Tisch und keiner möchte das. Andere Führungskräfte kennen das aus Führungstraining, dass die solche Rollenspiele machen, dass die Feedback geben. Und ich denke, die Kombination und die Art und Weise, wie dann die Brücken gebaut werden, das macht das dann letztendlich in solchen Trainings aus, wie die Leute mitmachen.
Nils: Was ich mir durchaus vorstellen könnte, gerade im handwerklichen Kontext, man kennt das ja eher aus der Berufsausbildung, dass es so Lehrwerkstätten gibt und das ist ja im Grunde auch so bisschen wie ein Rollenspiel oder auch eine Simulation. Und auch das könnte ich mir durchaus vorstellen zu sagen, okay, man lässt jetzt vielleicht ein Lackierer mal nicht direkt auf das finale Produkt des Kunden los, sondern hat vielleicht irgendwas, wo ich auch mal was üben kann, wo ich eben auch begleitet werde, wo ich selbst die Erfahrung machen kann, wie... arbeite ich mit dem Material und das wäre auch so eine Art Rollenspielsimulation. Das könnte ich mir durchaus gerade im handwerklichen Bereich gut vorstellen.
Markus Vüllers: Das finde ich einen super Hinweis. Würde ich dann so in diese Kategorie Experimente machen und mal was ausprobieren. Das ist ja genau dieser Punkt, zu dem man eigentlich immer nur aufrufen kann den Leuten auch mal die Chance zu geben einfach mal was Neues auszuprobieren. Und gerade in so einer VUCA Welt gehört ja einfach auch mal dazu, dass man einfach mal was testet, dass man mal auch auch vor die Wand fährt und auf den Bauch landet und feststellt genau das funktioniert jetzt gerade nicht.
Nils: Ja.
Markus Vüllers: Das ist natürlich ein super Thema, was dann wieder auf den Kompetenzaufbau einzahlt, was natürlich dann voraussetzt, Elena wir haben ja schon mehrfach diskutiert, die Leute müssen auch dürfen, die müssen müssen auch die Freiheit bekommen, dass sie sowas dann umsetzen dürfen.
Nils: Ich würde sagen, da sind wir natürlich ganz schnell auch so beim Thema Fehlerkultur. Also Fehler dürfen passieren. und die Frage ist, was machen wir da raus? Ich glaube, genau in diesen Momenten wirklich gute Kompetenzerwicklungen stattfinden können, wenn wir sagen, Fehler dürfen passieren. Man sagt ja, man lernt da raus.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Total.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das so bisschen, wie ich immer sage, wir wollen weg von einer Mentalität, Wissen ist Macht, hin zu einer Mentalität, Wissen teilen ist Macht, könnte man da jetzt auch sagen, wir wollen im Prinzip ja weg von einer Fehlerkultur hin zu einer Lernkultur, wo ja vermeintliche Fehler wirklich auch als Lernchancen betrachtet werden und damit gearbeitet wird. Ja.
Nils: Ja, finde ich total gut.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das haben wir jetzt so auf der fachlichen Seite. Es gibt aber natürlich den ganz großen Block soziale Kompetenz. Kann man soziale Kompetenz vermitteln?
Nils: Ja, auch da wieder also vermitteln glaube ich tatsächlich nicht, aber man kann soziale Kompetenz entwickeln. Da bin ich ganz fest von überzeugt und das ist auch etwas, was ich wirklich in der Praxis auch erlebe. eben schon mal so über das Thema Kommunikationskompetenz gesprochen oder auch Kooperationsfähigkeit wäre für mich auch so etwas, was ich unter soziale Kompetenz oder in die Kategorie packen würde. Und das sind sicherlich schöne Dinge, wo ich auch mit einem kleinen Mentoring mal arbeiten kann, wenn ich da eine Person habe, die da eben sehr, stark ist, die vielleicht kommunikativ auch sehr stark ist, sich da mal jemanden die Hand zu nehmen und zu sagen, ich begleite dich dabei und bringe dich bewusst in solche Situationen, gebe dir Feedback, gebe dir die Möglichkeit zu reflektieren, gib vielleicht auch mal Impulse, irgendwie so, vielleicht, wie hätte ich das gemacht oder wie wäre ich so eine Situation angegangen. Und dann würde ich sagen, es ist durchaus auch möglich, soziale Kompetenzen zu erlernen. auch da ist sicherlich auch immer so ein Stück weit was bringe ich schon mit und was kann ich irgendwie über Kompetenzen auch nochmal, ja ich sag mal vielleicht über, ja überdecken ist jetzt das falsche Wort, aber das kann ich über Kompetenzen nochmal bewusster steuern. Aber ich würde sagen, gewissem Maße kann man soziale Kompetenzen durchaus erlernen.
Markus Vüllers: Wir hatten eben die Frage, schießt mir gerade so durch den Kopf. Wir haben gerade eben über das Thema Fachkompetenz diskutiert. Ich denke, dass ist in so einem technischen Umfeld wie der Lackierbranche selbst erklären, brauchen wir nicht im Detail darauf eingehen. Sozialkompetenz haben wir gerade angesprochen. Da geht mir gerade noch mal so ein bisschen durch den Kopf. Welche Situationen in einem Unternehmen sind es denn, in denen Sozialkompetenz erforderlich ist?
Nils: Spannende Frage. Ich glaube, es kommt sehr auf den Unternehmenskontext natürlich an. Ich bin tatsächlich eher in einem kaufmännischen Bereich unterwegs, in einem Handelsunternehmen. Bei uns ist es sicherlich der Kundenkontakt, der, wenn ich da klassisch an die Vertriebler denke, die wirklich auch in Konfliktsituationen kommen, in Kommunikationssituationen, auch anspruchsvolle Kommunikationssituationen. Klassisch bei mir ist es oft auch die Präsentation von irgendwelchen Themen in der Geschäftsführung oder bei Führungskräften. Also das sind so Situationen, wo ich sagen würde, sind so klassische Sozialkompetenzsituationen, aber auch ehrlicherweise einfach die tägliche Arbeit im Team. Also das ist ja, sag mal, etwas, hohe soziale Kompetenz beansprucht, da auch tagtäglich im Team arbeiten zu können. Und das wiederum kann ich mir auch im handwerklichen Bereich gut vorstellen. Auch da bin ich immer im Team unterwegs, habe sicherlich auch mal Kundenkontakt. Gar keine Frage.
Markus Vüllers: Ja, ich habe das komplette Spektrum. Also ich sage mal der typische Reklamationsfall, wenn der Kunde mit seinem Bauteil zurückkommt und sagt, die Lackierung platzt ab, die Lackierung ist nicht in Ordnung, dann ist Sozialkompetenz gefordert, das Gespräch so zu führen, dass der Kunde beim nächsten Mal wiederkommt und mir die zweite Chance gibt, das Bauteil erfolgreich zu beschichten.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hast du zwei Methoden, die du nennen könntest, wie man soziale Kompetenz aufbauen kann, erlernen kann?
Nils: Also tatsächlich zwei direkte Methoden würde ich jetzt gar nicht mal so sagen, sondern es geht wirklich das Erfahrungslernen. Also Erfahrung sammeln, sich bewusst in Situationen bringen. Wenn wir jetzt zum Beispiel hatten, was Markus gerade genannt hat, mit dem Kunden, der was reklamieren möchte, dann wäre das für mich halt so eine Situation einfach mal zu begleiten und auch selbst zu führen, zu wissen, okay, ich habe jemanden erfahren, ist irgendwie im Hintergrund. und kann das wirklich selbst erleben. Das ist schon ganz, ganz wichtig. ich meine, zweite Methode, wenn wir jetzt sagen wollen, wir wollen uns auf zwei festlegen, dann wäre es tatsächlich das, wo wir eben auch schon über gesprochen haben, so Simulationen, also Situationen mehr oder weniger künstlicher beiführen, in denen ich dann einfach wirklich auch mal frei sein kann, das ausprobieren kann. Da sprechen wir auch über, das wäre auch wieder so ein Fachwort, psychologische Sicherheit, dass ich mich eben selbst wohlfühle, Dinge ausprobieren zu können, dass ich weiß, okay, ich kann Fehlerkultur haben wir eben darüber gesprochen oder da einfach zu sagen, ich kann mich jetzt hier ausprobieren und das ist auch in Ordnung, wenn da jetzt nicht direkt das hundertprozentige Ergebnis bekommen könnte.
Markus Vüllers: Ich habe tatsächlich noch eine Frage. Wir haben in der ersten Folge Kompetenz auch schon mal darüber diskutiert. Wir reden ja über Wissenstransfer in der Lackier- und Beschichtungsbranche. Und die Frage, die wir beim letzten Mal diskutiert haben, war die Frage, kann man Kompetenz transferieren? Du hast es eben auch schon mehr oder weniger verneint. Man kann trainieren, Kompetenz aufzubauen. Aber ist das ein Thema, wo Wissenstransfer scheitert? Können wir aufhören?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Also erstmal würde ich sagen, kann ja schon unterscheiden zwischen Kompetenzaufbau und Wissensaufbau und somit ja irgendwie Wissenstransfer. Das wäre ja die Grundlage, die wir setzen, Kompetenzen aufbauen zu können. Das heißt zum Beispiel, wenn wir in diese Richtung Kommunikation jetzt nochmal gucken, weil der Fokus vielleicht heute ein bisschen mehr auf soziale Kompetenzen ist und nicht fachliche Kompetenzen, dann könnte es zum Beispiel ja eine Rhetorikschulung geben für gewisse Situationen. besser verhandeln zu können, besser mit schwierigen Kundinnen umzugehen oder ein Reklamationsmanagement irgendwie zu gestalten. Dann mache ich diese Schulung. Diese Schulung wird sich ja wahrscheinlich auch unterschiedlicher Methoden bedienen, dass Menschen das auch mal machen müssen und so weiter. Und damit habe ich eine Wissensbasis geschaffen. Und jetzt haben wir immer wieder, also Letztlich die Person, die das vermittelt hat, die hat uns Informationen gegeben. Dann haben wir in einer Training Session das schon ausprobiert. Okay, konnten wir ein bisschen Wissen aufbauen. Jetzt müssen wir aber ja darüber hinaus noch die Kompetenz aufbauen. Und das können wir halt nur, indem wir das immer wieder machen und die Erfahrungen sammeln und einfach routiniert werden damit, richtig handeln zu können. Das ist, ich, das ganz große Stichwort dahinter auch. Das heißt, ich würde sagen, Wissenstransfer ist auf jeden Fall die Basis. die es braucht, Kompetenzen aufbauen zu können. Wir müssen die Informationen vermittelt bekommen haben, wir müssen die ersten Erfahrungen gesammelt haben und dann darüber hinausgehen, es immer wieder machen in unterschiedlichen Situationen. Also nein, natürlich nicht. Ich glaube, das war eine redundante Frage, aber trotzdem möchte ich betonen, nein, wir können jetzt nicht aufhören. Wissenstransfer ist nämlich sehr wichtig. Das möchte ich hier noch mal mitteilen.
Markus Vüllers: Ja und ich bin happy.
Elena Schüßler-Roggenhofer: damit wir eine solide Basis haben.
Markus Vüllers: Und ich bin happy, dass wir weitermachen, weil es wäre jetzt schon enttäuschend gewesen, wenn wir heute in der Folge festgestellt hätten, wir sind auf dem Holzweg.
Nils: Ich würde tatsächlich, kurze Ergänzung, nur, Elena, ich würde sogar noch einen Schritt, fast einen Schritt weiter gehen, aber man sagt keinen Schritt weiter. Ich finde, also nehmen wir mal das Beispiel, jemand scheidet aus dem Unternehmen aus, weil, weiß nicht, zum Beispiel der Renteneintritt steht bevor. Das ist jetzt eine Person, wir haben über Kommunikationskompetenz gesprochen, die kommunikativ unfassbar stark ist. Dann könnte ich mir durchaus vorstellen, im Rahmen von Wissenstransfer im Sinne von Wissensübergabe oder Wissenssicherung auch diese Person. als Mentor oder Feedbackgeber einzusetzen und zu sagen, wir nutzen deine vorhandene Kompetenz und du unterstützt dabei, dass andere Kollegen und Kolleginnen diese Kompetenz auch erwerben können. Je nachdem, ich persönlich würde mich tatsächlich vielleicht auch geehrt fühlen, wenn ich sage, ich darf ja als Feedbackgeber irgendwie fungieren. heißt, meine Kompetenz wird irgendwie auch geschätzt und wird gesehen. Das könnte ich mir durchaus auch ganz gut im Rahmen des Wissenstransfers vorstellen.
Markus Vüllers: Wo finden wir das denn in der Wissenslandkarte?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Naja, das sind ja dann die Transfermethoden. Die finden wir nicht in der Wissenslandkarte.
Markus Vüllers: Erfassen wir denn, dass dieser Typ, jetzt in Rente geht, der seine kommunikativen Fähigkeiten hatte, dass er die hatte?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das wäre ja so was wie Methodenwissen oder sowas könnte man auch herausfinden, wenn man jetzt nicht so ganz strukturier dran geht, weil wir denken ja auch jetzt nicht so, ach ja, welche Methoden habe ich, ich kann sehr gut kommunizieren, sondern vielleicht eher über dieses ganze Thema Arbeitsorganisation.
Markus Vüllers: Ja, ja.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Prozesse zu gucken, viel Kundenkontakt, aha, okay, was mache ich denn so mit den Kunden und so weiter. Also, dass man dahin geht und dann so der Groschenfeld so, ja stimmt, da habe ich viele tolle Situationen lösen können. Und das wäre der Punkt für mich als externe Moderatorin oder Beraterin zu sagen so, aha, die Person sieht selber, hat sie gut lösen können. Schön, das ist transferrelevant oder zumindest ein Augenmerk, was draufgelegt werden sollte. Andererseits oder ergänzend dazu wird hoffentlich ja auch die Führungskraft wissen, dass der ausscheidende Mitarbeiter in dem Fall über gewisse kommunikative Skills verfügt. Das heißt, da wir immer den Schritt am Ende noch mal haben, wo die Führungskraft natürlich auch draufschaut. auf die Wissenslandkarte und miteroiert, was sind denn die transferrelevanten Aspekte, wäre das auch eine weitere Möglichkeit zu sehen, da sind noch Kompetenzen, die wir vielleicht so jetzt nicht berücksichtigt haben, weil das so routiniert abläuft, dass die Person sich gar nicht darüber im Klaren war. Neben Führungskraft wäre sowas natürlich auch noch Teamkolleginnen, die da mit drauf schauen, die das auch feedbacken könnten. Das heißt, man hat dann immer noch mal ein Stück weit die Fremdwahrnehmung, die das Ganze auch mitformen kann.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Bist du zufrieden damit? Gut, okay. Ja, dann haben wir heute viel über Kompetenzen gesprochen. Wir haben oder wir können festhalten, dass Kompetenzen so nicht einfach vermittelt werden können, denn sie sind immer an persönliche Erfahrungen gekoppelt und trotzdem gibt es Methoden, Dinge zu erlernen, diese Erfahrungen dann selber machen zu können. Ich finde, es geht schon in so eine Richtung wie auch Wissenstransfer. Auch da gibt es Methoden, Wissen richtig zu transferieren. Und wir haben ja auch schon irgendwie gerade gesagt, dass ist die Basis dafür, Kompetenzen aufzubauen. Und dafür gibt es Methoden dann auch wiederum. Also passt das so schön zusammen, dieses Thema. Vielen lieben Dank, Nils, dass du da deine Perspektive nochmal draufgegeben hast und darüber. aufgeklärt hast, dass Selbstorganisation noch ein ganz wichtiger Punkt ist. Und ja, schön, dass du da warst.
Markus Vüllers: Ja, ich kann mich dem nur anschließen. Ich kann mich dem nur anschließen. Du hast wirklich sehr coole Impulse noch mit dazu gegeben. Dieses Thema Sozialkompetenz ist tatsächlich ein Impuls, wir bisher in den bisherigen Podcast Folgen immer so ein bisschen außen vor hatten. Sehr wichtige Aspekte. Und ja, für mich war das heute genau der Deep Dive Kompetenz, den wir uns vorgestellt hatten. Vielen Dank.
Nils: Vielen Dank, beiden dabei sein durfte.
Nils: Sehr schön, vielen, Dank.
Markus Vüllers: Es fehlt noch unser ganz wichtiges Schlusswort. Wir wollen das eigentlich immer am Anfang machen. Haben wir wieder vergessen. Deswegen machen wir es zum Schluss. Jeder, den Podcast bisher gehört hat, dem das gefällt, was er hört, gerne ein Abo, eine Bewertung bei Apple Podcasts oder Spotify dalassen. Das hilft uns, dass der Podcast entsprechend ausgespielt wird. Natürlich hilft uns die 5 Sterne Bewertung am meisten. Und ja, dann hören wir uns nächste Woche wieder. Und jetzt kommt Elena's Standard Spruch.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Abonniert die Glocke! Ciao, ciao!
Markus Vüllers: Bis dahin, ciao ciao!
Nils: Tschüss!
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