Wissen ist mehr als Information
Shownotes
Barcamp 2026
Am 24.-25.9.2026 planen wir ein Barcamp zum Wissensnavi für Lackierbetriebe. Über den Link könnt' ihr Euch schon jetzt unverbindlich auf die Interessentliste setzen:
Hier geht's zur Interessiertenliste:
Bitte tragt Euch in die Liste ein. Das hilft uns bei der Detailplanung und Vorbereitung des Barcamps. Weitere Infos rund um das geplante Barcamp gibt es in Folge 52
Das Wissensnavi für Lackierbetriebe
Der Podcast zum Thema Wissenstransfer und Wissensmanagement für industrielle Lackier- und Beschichtungsbetriebe.
Am Beispiel der Lackierbranche diskutieren Elena Schüßler-Roggenhofer und Markus Vüllers über das Wissen in den Unternehmen, welches bewahrt werden muss, auch wenn die Wissensträger das Unternehmen verlassen.
Elena, als Expertin für Wissenstransfer und Wissensmanagement und Markus, als Experte für Prozessoptimierung im Bereich industrieller Oberflächentechnik nehmen Euch mit auf die Reise durch die Welt des Wissens.
Anhand praktischer Beispiele werden typische Situationen in Lackier- und Beschichtungsbetrieben beleuchtet und Lösungswege für ein systematisches Wissensmanagement aufgezeigt.
Bringt Euch aktiv mit in die inhaltliche Gestaltung des Podcast ein, indem Ihr uns Eure Fragen und Themenvorschläge schickt.
Und nicht vergessen: Abonnieren, Glocke aktivieren, Liken und Teilen…
Schüßler-Roggenhofer Wissenstransfer
Elena Schüßler-Roggenhofer
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Markus Vüllers Coaching
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Elena Schüßler-Roggenhofer: Hallo Markus!
Markus Vüllers: Hallo Elena, frohes neues Jahr!
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das wünsche ich dir auch.
Markus Vüllers: Ich glaube, 2026 wird gut.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Es muss.
Markus Vüllers: Also Wissenstransfer in allen Kanälen und wir haben ja großes Vorhaben beim letzten Mal schon darüber gesprochen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Form und Farben. Ja genau, wir haben ganz viel über unser Barcamp gesprochen und das Konzept, was wir schon haben und mittlerweile haben wir auch schon eine Interessentenliste. Die verlinkst du noch in den Show Notes,
Markus Vüllers: Hm.
Markus Vüllers: Hm? Genau, die kommt in die Show Notes, die werden wir auch so bei LinkedIn und überall da wo es geht nochmal raushauen, dass jeder sich dort registrieren oder zumindest sein Interesse bekunden kann. Das ist noch eine recht unverbindliche Geschichte, da muss keiner befürchten, dass schon gleich irgendetwas abgezogen wird von seinem Konto oder er da nicht wieder rauskommt. Wir wollen einfach wissen, was erwartet uns und wie starten wir die Detailplanung für uns.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Genau, und das ist, ich, auch das große Projekt, was wir für nächstes Jahr geplant haben. Und darum ging es ja in der letzten Folge den Ausblick auf 2026. Was haben wir so geplant? Wie gehen wir das Ganze an? Und wie wollen wir auch unseren Podcast hier weiter gestalten?
Markus Vüllers: Ja, wir sind jetzt heute nochmal ohne Gast und ohne Gästin. Das heißt also wir beide für uns allein. Wir zeichnen weiterhin mit Riverside auf. Wir werden keine Videos mehr machen, nur in Ausnahmefällen. Also bei YouTube findet er uns dann nicht mehr jede Woche, sondern nur bei Spotify, bei Apple, bei Podigy, also auf der direkten Plattform. ja, dort halt entsprechend Mit der Reichweite so weiter zu kommen ist es für uns halt auch wichtig. Das war im letzten Jahr noch so bisschen dürftig, was wir so an Kommentaren und an Reaktionen gekriegt haben. Das freut uns eigentlich immer, wenn da auch mal was drin steht, wenn sich einer ein spezielles Thema wünscht. Wir sind da ganz flexibel, darauf einzugehen. Das wollen wir in diesem Jahr dann auch wieder machen, indem wir halt Bullshit-Bingo spielen, indem wir auch wieder Laberrababerfolgen machen. Also alles, was wir im letzten Jahr auch schon recht erfolgreich auf die Straße gebracht
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, und wir hatten für heute beschlossen, dass so ein bisschen täglich das Murmeltier grüßt, denn wir wollen nochmal das Feld von vorne aufrollen. Das heißt, heute soll es wirklich nochmal das Thema Was ist Wissen gehen. Wird natürlich ein bisschen anders, weil ich erinnere mich noch, als wir das das letzte Mal aufgenommen haben, haben wir uns ziemlich viel gescriptet und das war noch anders.
Markus Vüllers: Mhm.
Markus Vüllers: Hmhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Außerdem sind wir ja auch ein Jahr weiter und du hast ganz viel gelernt. Mein spontaner Gedanke war, du erklärst jetzt mal, was Wissen ist.
Markus Vüllers: Ja, im letzten Jahr wäre ich jetzt vom Stuhl gefallen, aber ich habe ja wirklich dank Elena zwölf Monate auch ganz viel gelernt in Sachen Wissenstransfer und die Frage, was ist Wissen, stelle ich halt auch immer mal wieder ganz oft, wenn Leute nach dem Podcast fragen, wenn ich auf irgendeiner Tagung bin und freue mich dann immer, dann Denkfalten auf der Stirn auftauchen und die Leute das nicht sagen. Und dann kann ich ja so richtig auf die Sahne schlagen und sagen, ich weiß aber, wie die Definition ist. Und ich erinnere mich noch, du hast, glaube ich, ich weiß gar nicht, ob du die im letzten Jahr vorgelesen sondern oder aus dem, aus dem, also aus spontan zitiert hast, Wissen ist oder sind Informationen im Erfahrungskontext. Das ist so die Kurzversion, die sich bei mir für alle Ewigkeiten auf die Festplatte gebrannt hat.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Sehr gut.
Markus Vüllers: Das Thema Informationen und Wissen, das versuche ich auch in allen Gesprächen sehr konsequent zu trennen, dass ich dann auch bei in Projekten oder auch bei Kunden immer mal wieder sage, ja, stopp mal, da wo ihr jetzt gerade von redet, das ist noch kein Wissen. Das sind erst mal nur Informationen, ohne das irgendwie abzuqualifizieren. Ihr müsst jetzt lernen, mit diesen Informationen umzugehen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: Praktische Erfahrungen zu sammeln und wenn ihr das gemacht habt positiver Art wie auch negativer Art Dann dürft ihr euch als wissend bezeichnen weil dann habt ihr wissen auf
Elena Schüßler-Roggenhofer: Genau, das ist komplett richtig. Also ich glaube, das ist immer der größte Unterschied, den wir auch immer wieder betonen müssen. Informationen sind einfach die Grundlage für Wissen. Das heißt, wir hatten auch im letzten Jahr darüber gesprochen, es gibt einen Professor, Professor Dr. Klaus Nordt, der hat die sogenannte Wissenstreppe als Modell ins Leben gerufen. Und da ist das auch nochmal ganz schön beschrieben, weil es einfach in diese Stufen reingeht. Das heißt, die Informationsstufe ist die Stufe vor der Wissensstufe und wir müssen erst mal diese Informationen haben und sie dann mit eigenen Erfahrungen spicken, in unseren Erfahrungskontext, in unserem Bedeutungskontext ein Stück weit reinbetten und dann haben wir Wissen aufgebaut. Was auch immer heißt, Wissen ist immer subjektiv, weil jede Person macht ihre eigenen Erfahrungen. Und jede Person wird wahrscheinlich die Informationen immer auch ein bisschen anders in ihren Erfahrungskontext beten, weil wir sind ja keine Klone, die komplett unter gleichen Umständen aufwachsen. Da geht es sehr philosophisch und soziologisch eigentlich auch schon wieder rein. Aber das Hauptthema ist wirklich Wissen ist immer etwas Persönliches, immer etwas Subjektives, was ich mir als Person selber aufbaue. Und da können wir vielleicht jetzt gleich auch so ein großes, ein Mythos irgendwie wegnehmen, dass man so Wissen wegnehmen kann. Nee, eigentlich kann man das ja dann ja gar nicht, weil man kann Informationen wegnehmen. Das ist korrekt. Aber sie dann anzureichern mit den eigenen Erfahrungen, also dann bis es wissen wird, das kann man ja niemandem wegnehmen. Das muss ich selber aufbauen. Und ich finde, ist eigentlich immer ganz
Markus Vüllers: Hm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: schön versöhnlicher Gedanke, auch so bisschen wegzukommen von diesem Ellenbogen Gedanken. Ich habe hier mein Wissen nur für mich und das teile ich nicht mit jemandem. Ja, du willst sowieso deine Informationen teilen, aber niemals deine Erfahrungen. Du kannst vielleicht über Erfahrungen sprechen und Erfahrungswerte teilen. Da sind wir auch schon tief eigentlich wieder im Thema, was ist denn eigentlich Wissenstransfer drin? Aber du wirst nicht dein ganzes Wissen auf eine andere Person übertragen können. Die muss mit den Informationen, die sie von dir bekommt, nämlich ihr eigenes Wissen aufbauen. Und ich finde, da kann man eigentlich ja schon ganz schön sehen, dass wir gar nicht mehr dieses Denken bräuchten, Wissen es macht, sondern hinkommen können zu einem Wissen, Teilen es macht, weil wir dadurch einfach eine ganz große Grundlage schaffen, die Basis an Informationen für anderen zur Verfügung zu stellen, eigenes Wissen aufzubauen.
Markus Vüllers: Du hast jetzt ganz viele Aspekte angesprochen, die würde ich gerne noch mal mit so ein paar Insights aus den Lackier- und Beschichtungsbetrieben spicken und untermauern, weil das eigentlich auch immer ein Missverständnis ist. Ja, man kann es auch als Mythos bezeichnen in den Betrieben, dass wenn dann der Fritz Müller in Rente geht, dass er dann das ganze Wissen mitnimmt. Er nimmt seine persönlichen Erfahrungskontexte mit, eigenen Erfahrungen, die er gesammelt hat. Er lässt natürlich die Informationen im Unternehmen zurück. Das heißt also alles das, was das Unternehmen an Informationen von Lackherstellern, von Anlagenherstellern, von externen bekommen hat. Diese Informationen bleiben weiter. Aber die Informationen, die er selber für sich dokumentiert oder im Kopf hat, die nimmt er natürlich mit. Und ich glaube, ist immer ganz wichtig, diese Definition und diese Trennung zwischen Informationen, Wissen und Erfahrungen, die wirklich sehr, sehr differenziert auseinanderzuflücken in den Unternehmen. Und das ist ja auch das Thema, das haben wir in mehreren Podcastfolgen im letzten Jahr immer wieder angesprochen. Diese Aussage Ja, du weißt ja, wo es steht, dann kannst du das ja nachlesen. So einfach funktioniert das ja alles nicht. Und wenn jetzt jemand tatsächlich in Rente geht und Erfahrungen gesammelt hat, er kann ja über seine Erfahrungen sprechen. Das heißt, der Wissensnehmer, der sollte die ein oder andere Erfahrung ja auch wirklich selber machen. Das ist das Thema. Wir können ja jetzt hier keinen Klonen und den USB-Stecker anschließen, sondern der kann aber die dankbaren Hinweise bekommen, welche Informationen er denn machen sollte. was er denn mal selber ausprobieren sollte, mit welchen Informationen er denn welche Situation im Tagesgeschäft, im Lackierbetrieb mal herbeiführen soll und erleben soll. Und dann baut er sein eigenes Wissen auf, hat die Information, macht seine eigenen Erfahrungen und dann entsteht anschließend wieder eine Person im Unternehmen, die mit eigenem Wissen im Tagesgeschäft eingreifen kann.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Und trotzdem, nur quasi auf dein Eingangsstatement noch mal hinzuweisen, natürlich nimmt der sein Wissen mit. Und ja, es bleibt sicherlich auch etwas im Unternehmen, aber ja nur, wenn es vorher geteilt wurde. Und ganz oft, und das ist ja eigentlich genau das, was immer das Problem ist, werden dann halt irgendwelche Datenblätter, also es werden Daten zur Verfügung gestellt und es wird irgendeine Informationsgrundlage zur Verfügung gestellt. Aber es ist gar nicht der strategische Gedanke da, Erfahrungswissen auch aufzubereiten in Form von Informationen. Das heißt in Form von Gesprächen, Form von Schulungen oder auch etwas Aufgeschriebenes etc. Also Möglichkeiten gibt es da ja viele, dann an dieses Erfahrungswissen ranzukommen. Weil das ist ja eigentlich das Wertvolle, was geht, wenn dann Fritz Müller in Rente geht. Aber darum wird sich ganz, ganz oft gar nicht gekümmert, sondern wirklich nur geguckt, ja, was ist denn da oder was ist halt nicht da? Und dieses Erfahrungswissen weiterzugeben, einfach weil es dann ja auch etwas Zeit braucht, bis andere auch wieder Erfahrungen damit machen können, bis sie es anwenden können, selber in die Praxis kommen und so weiter, das dauert einfach eine gewisse Zeit. Und das hilft nicht, wenn ich heute damit anfange und übernächste Woche geht dann der Fritz in Rente, dann kann ich es mir fast schon schenken. dann hat man wirklich eigentlich nur noch die Chance zu sagen, okay, wir gucken, was sind wirklich Informationen, die noch nicht dokumentiert sind. Und die gilt es jetzt noch bestmöglich zu dokumentieren. Aber wir brauchen binnen zwei Wochen nicht mehr anfangen, großartig Erfahrungswissen weiterzugeben. weil gar nicht die Zeit dafür da sein wird, das Ganze dann zu transferieren und dann auch wieder bei der Gegenseite aufzunehmen, verständlich. Das heißt, ja, Fritz Müller im schlechtesten Fall nimmt ganz viel Wissen mit und im allerschlechtesten Fall ist nichts davon dokumentiert und zwar weder Daten noch Information noch Erfahrungswissen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Und das ist ein ganz großes Übel, was in vielen Betrieben ja auch immer wieder passiert. Das haben wir jetzt ja auch im letzten Jahr schon gemeinsam gesehen, dass sich darüber keine Gedanken gemacht wird frühzeitig. Der Renteneintritt ist ja nur ein sehr gut planbares Ereignis. Viel schlimmer ist ja, wenn Menschen auch einfach spontan ausscheiden, egal aus welchen Gründen und dann nicht verfügbar sind. Weil dann ist es wirklich einfach wegweg. Bei Renteneintritt kann man ja sogar vielleicht noch
Markus Vüllers: Ja.
Elena Schüßler-Roggenhofer: wenn Menschen sich im guten Trend auch eine Vereinbarung treffen, dass die beraten zur Verfügung stehen. Also da gibt es ja viele Möglichkeiten, aber es gibt ja viele Situationen, wo die Mitarbeitenden einfach raus sind und teilweise vielleicht auch gar keine Lust mehr haben, sich damit zu beschäftigen mit dem alten Unternehmen. Das heißt, es gilt frühstmöglich, damit anzufangen, eine Wissensteilungskultur zu etablieren, dass halt Wissen konsequent immer
Markus Vüllers: Hm.
Markus Vüllers: Hm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: weitergegeben wird in der Organisation.
Markus Vüllers: Du hast eben ein Stichwort geliefert, die Datenblätter, die im Unternehmen da sind, also quasi nochmal die Vorstufe zu den Informationen. Wir sollten das vielleicht auch wirklich nochmal wiederholen, was wir vor einem Jahr in der ersten Folge gemacht haben. Weil das ist nämlich ein Thema. Das ist mir jetzt, wenn ich jetzt immer so im letzten Jahr durch die Betriebe gelaufen bin, ich habe natürlich dann immer irgendwie auch so eine Wissenstransferbrille mit an Bord gehabt und Diese Definitionen, was steht denn in den Datenblättern drin? Was können denn die handelnden Personen mit diesen Datenblättern, diese von Lackerstellern und Anlagenherstellern bekommen? Was können die denn da überhaupt mit anfangen? Das heißt, welche unterschiedlichen Situationen, welcher Kontext entsteht denn in dem Betrieb? Das ist vielen im Tagesgeschäft überhaupt nicht bewusst. Der erste wichtige Impuls, wenn man in einem Unternehmen über Wissenstransfer und darüber nachdenkt, wie man das Wissen organisiert, erste völlig banale Impuls ist, schmeißt erstmal alles an Datenblättern weg, die ihr von Produkten habt, die ihr gar nicht einsetzt. Das heißt also mein klassisches Beispiel ist eigentlich immer dieser Produktordner von einem Lackhersteller mit 250 verschiedenen Datenblättern. 250 verschiedenen Lacksystemen. Der steht dann da im Schrank und von den 250 Lacksystemen werden aber nur 25 eingesetzt. Das heißt die anderen 225 Datenblätter die gehören weg. Die sind für jemanden das irgendwann mal in einer Situation benötigt. Unnötiger Ballast. Da kämpft er sich mit durch. Da muss er dann selber erst mal sortieren. Was braucht er? Was braucht er nicht? Und dieser richtige Umgang mit den Daten, das ist eigentlich so ein erster Impuls, der schon Grundlagen schafft, überhaupt irgendwann mal über Wissenstransfer und Wissensmanagement nachzudenken.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, super wichtiger Punkt, können wir direkt mal eine eigene Folge draus machen, aufräumen und ausmüllen. Wissensarbeit hat immer ganz viel mit Wegschmeißen auch leider zu tun oder mit Pflege und das Aktuellhalten. Nur weil es da ist, heißt es ja auch nicht, dass es gut ist. Die Devise besser haben als brauchen zählt bei Wissensarbeit ganz oft nicht.
Markus Vüllers: Ja, ja, und deswegen passt das ja auch so hervorragend zusammen. Wenn ich über Prozessoptimierung rede, dann spreche ich ja auch ganz oft darüber jetzt jetzt mistet erst mal aus. Jetzt macht erst mal eine Ist-Aufnahme, was ihr tatsächlich alles braucht. Und das gilt ja für Datenblätter, für Informationen genauso. Das ist ja eins zu eins eine Parallele zu dem, was ich im Prozess in der Lackiertechnik optimiere, ist genau das Gleiche dann in der der Wissenswelt.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: eins zu eins zu übertragen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm. Ja, das heißt, wir fokussieren uns und das ist ja auch der Fokuspunkt jetzt generell weiterhin für unseren Podcast immer auf das Thema Wissen. Wissen ist also eine Ausbaustufe von Daten und Informationen. Und das ist ja im Prinzip etwas, was es dann ein wenig schwieriger macht, es zu transferieren, einfach weiterzugeben. Du hast gerade schon angesprochen, die Datenblätter.
Markus Vüllers: Hm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Die kann ich natürlich einfach kopieren und weitergeben. Aber was mache ich dann damit? Mit diesen Informationen, die auf den Datenblättern draufstehen? Wie wende ich das an? Wie gehe ich damit in die Praxis? Das ist dann ja im Prinzip schon der Hinweis auf das Wissen, was dahintersteckt. Das Wie hat ja immer ganz viel mit Wissen zu tun, denn das Wie kann ich beantworten, indem ich selber etwas schon kann. oder mir angucken kann, wie man das macht, es dann nachzumachen, eigenes Wissen aufzubauen.
Markus Vüllers: Ja, und das gilt sowohl in der Praxis als auch in der Theorie. Du hattest ja im allerersten Podcast auch nochmal erklärt, was denn vor den Daten da noch eine Rolle spielt, wenn wir also über über Zahlen, über Zeichen sprechen. Und da ist es ja auch ganz wichtig, wenn ich mir jetzt das Datenblatt, klassische Datenblatt in einem Lackierbetrieb anschaue, dann macht das schon Sinn zu verstehen, was das im Zusammenhang mit einem Mischungsverhältnis denn bedeutet. Wenn da was, was ich, 4 zu 1 steht. Das heißt, die Hintergrundinformationen, und dann sind wir irgendwann auch bei dem fachlichen Wissen, bei den Grundlagen, sind ja ein Bestandteil, den wir dann irgendwann, wenn wir jetzt in einer der nächsten Folgen wieder über die Wissenslandkarte sprechen, ein Bestandteil, der ja auch die Grundlage darstellt, zu verstehen, was man denn da macht und was man denn da tut. Das heißt, einfach nur im Datenblatt zu lesen,
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: Das Mischungsverhältnis ist 4 zu 1. Das reicht ja in der Regel nicht aus. Das heißt, ich brauche dann ja auch wieder Grundlagenwissen. Wenn ich mir heute anschaue, wie viel Quereinsteiger heute in Lackier- und Beschichtungsbetrieben oder in der gesamten Produktionswelt da sind, umso wichtiger wird es dieses Grundlagenwissen. Und da sind wir dann wieder bei Wissen, das ist dann wieder ein Modul mit entsprechenden Randbedingungen und Erklärungen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Markus Vüllers: deutlich zu machen, zu verstehen, was denn da tatsächlich gemeint ist.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, vielleicht machen wir ganz kurz nochmal die Wissenstreppe generell. Also auch da referieren wir wieder den Klaus Nord. Den habe ich ja vorhin schon mal angesprochen. Da hatte ich jetzt nur einen Ausschnitt rausgenommen, aber wir können ja mal einfach die Treppe hochgehen, bis zur Stufe Wissen und dann können wir da stehen bleiben. Und ich mache das immer gerne in einem Pizzaback-Beispiel.
Markus Vüllers: Hm?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Vielleicht können wir das aber diesmal direkt mit einem Lackbeispiel auch versuchen. Das heißt, wir fangen jetzt mal unten, also unterste Treppenstufe fangen wir an und das sind Zeichen. in meinem Beispiel fliegt da immer eine 1, eine 5, eine 0 einfach willkürlich rum, da kann ich gar nichts mit anfangen. Dem kann ich jetzt aber Syntax geben, also das ist jetzt der Weg zur zweiten Stufe. Was heißt das? Ich schreibe das zusammen. 150. 150 kann jetzt auch wirklich noch viel sein, also 150 Äpfel, 150 Birnen, hat man, glaube ich, immer der Mathelehrer in der Schule, wenn man keine Bezeichnung dahinter hatte, was sind das jetzt, Äpfel oder Birnen? Genau. Haben wir jetzt 150 irgendwas. Dann haben wir Daten, also aus den Zeichen haben wir jetzt gerade Daten gemacht, in denen wir sie zusammengeschrieben haben. Wenn wir den Daten jetzt Bedeutung geben, das heißt, ich lese gerade 150 von einer Küchenwaage ab. in Gramm und ich lese 150 Gramm, weiß ich, ich habe 150 Gramm gewogen. Das ist jetzt eine Information, mit der kann ich jetzt schon ein bisschen mehr machen. Ich habe Mehl gewogen, auch das ist eine Information dahinter und jetzt habe ich aber immer noch kein Wissen. Warum? Weil das Wissen entsteht erst durch quasi die Vernetzung, also den Erfahrungskontext. Ich weiß jetzt, dass ich für meinen Pizza Hefeteig nicht 150 Gramm, sondern 500 Gramm Mehl brauche. Das heißt, ich muss noch weitere 350 Gramm Mehl wiegen, um halt die Basis für meinen Hefeteig zu haben. Und das ist erst das Wissen. Also letztlich habe ich halt die Informationen, die ich da abgelesen habe, genommen und sie in meinen Erfahrungskontext gebettet. Ich weiß, dass ich jetzt 500 Gramm Mehl brauche. Ich habe da auch schon meine Erfahrung mit gesammelt, um einen guten Pizzateig zu backen. und dann habe ich Wissen aufgebaut. Jetzt bleiben wir auf dieser Stufe einfach stehen. Wir könnten jetzt noch weitergehen in Richtung Können und Kompetenz und Expertise, aber wir wollen ja auf der Wissensbasis bleiben. Vielleicht magst du kurz nochmal sagen, wir hatten ja damals auch schon ein bisschen so ein Lackbeispiel genommen. Wie können wir denn in der Lackwelt diese Treppe jetzt gerade gehen?
Markus Vüllers: Ja passt da so super. Das hat ja ganz viel mit kochen und backen zu tun, was wir beim lackieren auch letztendlich machen. Und da sind wir wieder bei dem Beispiel, das ich eben schon hatte, das Mischungsverhältnis. Wenn da jetzt steht 4 zu 1, dann brauche ich als erstes mal die Information, welches 4 zu 1 ist denn da mit gemeint. Ist da das Gewicht oder ist da das Volumen mit gemeint? Diese Information steht in der Regel in dem Datenblatt mit drin. Dann steht da gravimetrisch 4 zu 1. oder volumetrisch 4 zu 1. Genau.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Also kann ich das auch ablesen, wie zum Beispiel die Grammzahl auf meiner Küchenwaage.
Markus Vüllers: Genau und wenn ich jetzt keine Küchenwaage habe, sondern eine Laborwaage oder eine Waage in der Produktion im Lackierbetrieb und ich weiß, dass ich einen 2-Komponenten-Lack anmischen muss, dann weiß ich schon mal, ich brauche Komponente 1, das ist der Härter, Komponente 2, das ist der Stammlack und die werden jetzt in einem Mischungsverhältnis gemischt, gewichtsmäßig eingewogen auf einer Waage. So und damit kann ich jetzt also wirklich hergehen und jetzt muss ich nur noch wissen, bezieht sich die 4 auf den Stammlack oder auf den Härter oder es ist umgekehrt. Das heißt, das sind alles Bestandteile an Informationen, die ich brauche, damit ich richtig arbeiten kann und das richtige Mischungsverhältnis von diesen beiden Komponenten einrichte. Und das sind genau die gleichen Beispiele, die passen eins zu eins zu der Wissenstreppe von Claus Nord, dass man eben genau diese Informationen, diese einzelnen Daten aber auch den Kontext in der Lackierwelt braucht. Und dann kommt das nächste dazu. Dann sind wir bei den nächsten Themen, bei Erfahrung, bei praktischem Anwenden. Wie mische ich denn? Wie rühre ich das denn Was passiert denn, wenn ich das Mischungsverhältnis nicht korrekt einhalte? Das ist eins zu eins das gleiche wie beim Kuchen backen oder beim Pizza backen. Welche Rolle spielt die Temperatur vom Ofen und so weiter und so weiter. Aber das sind alles so Themen, die wir dann in den nächsten Folgen nochmal vertiefen werden.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ich finde das eigentlich immer das Spannende, weil das Was kann man ja leicht klären, ganz oft. Aber das Wie, da steckt ja ganz oft sehr, sehr viel Wissen drin in der Anwendung. Und das sind immer die Punkte, auf die wir uns dann auch fokussieren, wenn es in den Bereich Wissenstransfer geht. Wie werden diese Dinge denn eigentlich gemacht? Ganz egal, ob das jetzt beim zwei-Komponenten-Lack-Anmischen ist oder bei anderen... die irgendwie notwendig sind für meinen Beruf. Das heißt, wir schauen uns ganz oft einfach das Wie an und was wird was wiederum wird da dann mit transportiert.
Markus Vüllers: Ja, da haben wir doch die Grundlage für dieses Jahr gelegt. Wir werden also da jetzt ganz intensiv nochmal die Themen auch in die produzierenden Bereiche spiegeln, werden nochmal die Grundlagen und die Definition wiederholen und sind heute einfach mit dem ganz einfachen Einstieg gestartet. Was ist Wissen?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Genau. Und damit bleibt uns nichts mehr zu sagen, außer abonniert die Glocke und wir freuen uns, euch bei der nächsten Folge wieder etwas erzählen zu dürfen.
Markus Vüllers: Bis zum nächsten Mal. Ciao ciao.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Bis dann, tschau tschau!
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