Muss es erst wehtun?

Shownotes

Barcamp 2026

Am 24.-25.9.2026 planen wir ein Barcamp zum Wissensnavi für Lackierbetriebe. Über den Link könnt' ihr Euch schon jetzt unverbindlich auf die Interessentliste setzen:

Hier geht's zur Interessiertenliste:

Bitte tragt Euch in die Liste ein. Das hilft uns bei der Detailplanung und Vorbereitung des Barcamps. Weitere Infos rund um das geplante Barcamp gibt es in Folge 52

Das Wissensnavi für Lackierbetriebe

Der Podcast zum Thema Wissenstransfer und Wissensmanagement für industrielle Lackier- und Beschichtungsbetriebe.

Am Beispiel der Lackierbranche diskutieren Elena Schüßler-Roggenhofer und Markus Vüllers über das Wissen in den Unternehmen, welches bewahrt werden muss, auch wenn die Wissensträger das Unternehmen verlassen.

Elena, als Expertin für Wissenstransfer und Wissensmanagement und Markus, als Experte für Prozessoptimierung im Bereich industrieller Oberflächentechnik nehmen Euch mit auf die Reise durch die Welt des Wissens.

Anhand praktischer Beispiele werden typische Situationen in Lackier- und Beschichtungsbetrieben beleuchtet und Lösungswege für ein systematisches Wissensmanagement aufgezeigt.

Bringt Euch aktiv mit in die inhaltliche Gestaltung des Podcast ein, indem Ihr uns Eure Fragen und Themenvorschläge schickt.

Und nicht vergessen: Abonnieren, Glocke aktivieren, Liken und Teilen…


Schüßler-Roggenhofer Wissenstransfer

Elena Schüßler-Roggenhofer

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Markus Vüllers Melschen Kamp 2 33178 Borchen

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Elena Schüßler-Roggenhofer: Hallo Markus!

Markus Vüllers: Hallo Elena.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Na, wie ist der Einstieg heute?

Markus Vüllers: Ich hoffe, als beim letzten Mal. Ich habe die Folge im Auto gehört und habe mich geschämt.

Elena Schüßler-Roggenhofer: das tut mir leid.

Markus Vüllers: Also du hast die Show eindeutig gerettet. Also das war ja nur stümperhaft, was ich beim letzten Mal als Einstich gesagt habe. hab nur das Hallo, Hallo Elena hab ich rausgekriegt und dann war irgendwie Wortfindungsstörung.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Wuuuh! Ungemein, nee.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Kurzer Blackout. Ja du, manchmal ist es doch noch wie so eine Prüfungssituation, ne?

Markus Vüllers: Ja klar, wir sind ja auch total nervös, wenn wir dann hier vor dem Rechner sitzen und gucken dann, ob irgendwo was flimmert, flackert, klappert oder... Ja, wir haben zumindest die Designprobleme nicht mehr. Dass ich immer gucken muss, dass die Haare liegen, wenn wir noch ein Video machen. Also die Probleme haben wir ja ausgemerzt.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Schön! Stimmt, stimmt, die haben wir ausgemerzt.

Markus Vüllers: Ja, wir haben diese Woche viel vor, ne?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Wir haben diese Woche viel vor und wir wollen ein bisschen darauf aufbauen, weil wir ja Thema Einarbeitung letzte Woche hatten, dass wir mal wieder einen anderen Punkt aus dem ganzen Bereich Wissenstransfer uns annehmen.

Markus Vüllers: den gut spicken mit den Erkenntnissen, die mir immer wieder in den Lackierbetrieben begegnen. Wenn die Frage gestellt wird, warum soll man das eigentlich machen, müssen wir das auch machen und da haben wir dann gedacht, das macht durchaus Sinn, da nochmal eine Folge rauszumachen. Aber vielleicht nochmal ganz kurz so ein paar Ersätze zu dem, was wir in der letzten Woche diskutiert haben.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Markus Vüllers: Das war ja auch das Thema Einarbeitung und Onboarding. Das war ja auch so Thema, wo wir noch mal ein bisschen intensiver darüber gesprochen haben, dass Wissenstransfer nichts ist, was man so zwischen Suppe und Kartoffeln macht. Genauso wie man eine Einarbeitung vernünftig planen und vorbereiten sollte und muss, gilt das natürlich für den Wissenstransfer auch. Und ja, damit sich der Kreis so ein bisschen schließt, versuchen wir heute da anzuschließen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, und zwar eigentlich genau mit dem Punkt, was eigentlich passieren muss, damit ein Unternehmen sagt, so jetzt reicht's, wir müssen unser Wissen strukturieren, wir müssen uns mal dem Thema strukturierten Wissenstransfer annehmen.

Markus Vüllers: Jetzt hast du da ja schon ein paar Jahre längere Erfahrungen bei diesem Thema. Was sind denn so deine Erkenntnisse aus der Nicht-Lackier-Branche? Wann macht's Klick bei den Unternehmen?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm. Ich glaub, der größte Faktor ist der Faktor Schmerz, ne? Ist bei Menschen ja leider häufiger so. Durch Schmerz lernt man. Das heißt, wenn eine Schlüsselperson ausfällt, sei das krankheitsbedingt, kündigungsbedingt oder rentenbedingt, dann fehlt im schlechtesten Fall auf einmal ganz viel Wissen. Und wenn die Nachfolge ansteht, merkt man plötzlich, je, keiner weiß, wie das hier wirklich läuft.

Markus Vüllers: Hm?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Das heißt, Fehler häufen sich, obwohl ja eigentlich in Anführungsstrichen auch alles dokumentiert ist. Und irgendwie ist man da gar nicht so von ausgegangen, dass da jetzt der Wissensfluss auf einmal fehlt und sogar die Informationen vielleicht gar nicht mehr zur Verfügung stehen. Weil doch am Ende herausgekommen ist, dass das alles im Kopf dieser einen Person war, die jetzt dann aber leider nicht mehr da ist.

Markus Vüllers: Das heißt, ist dann aber schon die typische Situation, dass man eigentlich hinter den Zug gesprungen ist.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, genau, einmal ist man schon mal reingefallen und danach möchte man es halt nicht nochmal erleben.

Markus Vüllers: Hm?

Markus Vüllers: Ja, das kann ich mir durchaus vorstellen, dass das so der typische Fall der letzten Jahre und Jahrzehnte ist, das Lernen unter Schmerzen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Markus Vüllers: Jetzt werde ich häufiger gefragt in den Betrieben. Die kriegen das ja mit, dass das Thema jetzt immer mal wieder wöchentlich über den Podcast auftaucht, die Fachzeitschriften über uns berichten. Wir waren ja auch die letzten zwölf Monate da sehr aktiv in der Lackierbranche. Und dann gibt es halt viele Unternehmer oder Geschäftsführer, die dann fragen, wann muss ich das denn überhaupt machen?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: Was muss ich denn tun, damit es erst gar nicht so weit kommt? Das ist ja dann eigentlich genau diese Kernfrage. Nicht später anzufangen, wenn das erste große Problem da war, sondern vorbereitend. Und das ist ja genau der Punkt, wo wir eigentlich auch darauf hinaus wollen, frühzeitig starten, dass ausreichend Zeit da ist. Wenn wir Workshops machen, das ist ja auch immer unser Ziel.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: die Leute zu befähigen, Thema dann auch mit eigener Kraft, mit eigenen Leuten am Laufen zu halten. Und diese Initialzündung ist eigentlich das, was wir dann zu Beginn eines solchen Projektes machen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, ich finde auch, also was man jetzt ja mal so draus mitnehmen kann, das Ganze muss ja nicht erst einmal schiefgehen, sondern wir haben, glaube ich, genügend Indikatoren auch verbaler Natur, also dass man das mal in den Sätzen, die so gesagt werden, mit aufnehmen könnte, dass wir uns dem Thema Wissenstransfer widmen sollen. Das heißt, wir haben sicherlich zwischendurch so klassische Aha-Momente. dass die uns vielleicht jetzt gar nicht so bewusst sind. Aber wenn wir jetzt mal so drüber nachdenken, wenn wir mit dem Kollegium sprechen oder so, wie oft dann doch jemand sagt, frag lieber die Petra, die weiß das. Oder der Prozess funktioniert aber auch nur, wenn der Fritz da ist. Oder ohne Kevin steht hier die Anlage. Das heißt, das sind ja so Indikatoren, die Wenn wir nicht mal jetzt drüber nachdenken und ich glaube, Wissenstransfer hat auch ganz viel immer mit Reflektieren zu tun, wenn wir da nicht drüber nachdenken, dann nimmt man das einfach so, wie es ist. Ja, dann ist es halt so. Ja, das ist halt so lange so, bis die Person dann nicht mehr da ist. Dann ist es nicht mehr so. Und wenn wir aber diese Sätze, die ja immer mal passieren können, tagtäglich, ähm, merken, bemerken, und dann darüber ins Nachdenken kommen, aha, was hat es denn dann zur Folge? Also was ist denn, wenn jetzt Petra morgen nicht mehr da ist? Ich glaube, da könnte man einen ganz großen Ankerpunkt setzen, dass man halt schon eher mit strukturierten Wissen-Transfer anfängt, weil da ist die Person ja dann noch da.

Markus Vüllers: Ja, absolut. Wobei ich gerade, als du erzählt hast, darüber nachgedacht habe, dass man eigentlich noch einen Schritt weiter zurückgehen muss. Ich erlebe das ganz oft in den Unternehmen. Wenn ich dann im Einsatz bin und Prozesse analysiere, dann kommt in den Abschlussgesprächen relativ häufig raus, dass die Führungskräfte

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Markus Vüllers: Jetzt nicht unbedingt die direkten Führungskräfte in einem produzierenden Bereich, sondern die Ebene darüber, also Bereichsleiter und Geschäftsführung, dass die sich eigentlich gar nicht so darüber im Klaren sind, was ihre Leute tatsächlich wissen. Und jetzt hast du ja so ein paar Stichworte oder paar Keywords, die du eigentlich immer nutzt. Wir haben vorhin mal über diese diese Karte gesprochen. Die wissen gar nicht, wo sind denn ihre Kopfmonopole? Wo sind denn die Wissensinseln von wichtigen Personen, die einzigartiges Wissen nur in ihrem Kopf haben? Das ist das eine Feld. Und das zweite Feld, und das ist eigentlich relativ banal, eine Personalabteilung, die kennt natürlich die Altersstruktur. Die weiß schon, wo sind denn die Kandidaten, die jetzt irgendwann mal in Rente gehen? Also der geplante Ausstieg.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Markus Vüllers: Und das übereinanderzubringen, wer von den geplanten Rentengängern hat denn ein Kopfmonopol für sein spezielles Wissen? Das ist in den Unternehmen überhaupt nicht auf der Tagesordnung.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Also im Prinzip, wenn wir jetzt von so Tools ausgehen, würde man eine Altersstrukturanalyse, zumindest mal für den Einstieg, weil wir sagen es, glaube ich, ja auch oft genug, es geht nicht darum, sich nur mit Rente zu beschäftigen. Jeder Mensch hat potenzielles Wissen, dass Transfer relevant ist. Aber der Renteneintritt ist nun mal jetzt der planbarste Moment und der, am meisten auch leider missachtet wird. Das heißt, das könnten wir nutzen. Also wir nehmen irgendwie die Altersstrukturanalyse als Basis dafür und schauen dann wie so eine Matrix, wer hat hier sehr hochspezifisches Wissen oder wer hat unternehmenskritisches Wissen und so weiter. Und ich gebe dir komplett recht. Also man kann da vielleicht sogar schon eine Einschätzung machen und eine gute Führungskraft sollte ja auch zumindest so ein bisschen den Überblick darüber haben. Wer hat hier denn welche Expertise in meinem Team? Und trotzdem gilt es sicherlich auch da vorne nochmal anzufangen und zu gucken, das Ganze mal aufzuschreiben, Wissenslandkarte zu machen, wirklich auch mal zu sehen, was denn an Wissen da ist. Da können ja nicht nur die Wissensinseln auffallen, sondern vielleicht auch Wissenslücken.

Markus Vüllers: Ja. Und ich habe seit Wochen einen LinkedIn-Post in Vorbereitung. Ich habe ihn noch nicht fertiggestellt, weil ich da mit dem Text noch so bisschen am formulieren bin. In einem meiner letzten Projekte hat tatsächlich ein Geschäftsführer gesagt und das Zitat habe ich mir aufgeschrieben. Erfüllers, ich weiß überhaupt nicht, was meine Leute alle wissen. Und dann habe ich dann auf der Fahrt nach Hause gedacht, ja, ist das eigentlich okay? Oder ist das eigentlich eine Art Bankrotterklärung? Und wie passt das ganze Thema mit dem Wissenstransfer zusammen? Weil wenn ich nicht weiß, was meine Leute wissen und wenn ich kein Gefühl dafür habe, welche Priorität und welche Wichtigkeit da drin steckt, dann komme ich als Führungskraft, als Geschäftsführer nicht in die Situation zu sagen, so zwei Leute wie Elena und Markus Die brauchen wir mal im Unternehmen, einen strukturierten Wissenstransferprozess zu starten. Also diese Initialzündung, die fehlt eigentlich. Das heißt, man schwimmt so locker vor sich hin und erst dann, wenn das Problem auftaucht, genau das, was du geschildert hast, wenn die Schmerzen dann da sind und das Wissen ist auf einmal weg, dann werde ich aktiv. Und es sollte ja eigentlich so sein, dass man vorbereitet in die Katastrophe läuft.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja. Ja, und trotzdem muss ich darüber nachdenken. Ich finde fast, ist ein Thema, was wir mal ein bisschen ausschmücken könnten und so bisschen Pro und Con auch noch mal uns genauer anschauen. Weil es soll nicht den Anschein haben, dass eine Geschäftsführung die kontrollierende Macht über allem ist. Also es braucht da schon die Balance zwischen ich weiß, was meine Leute können. Aber ich vertraue denen auch, die können das dann halt auch selber machen. Ich bin hier nicht derjenige, das Micromanagement macht und hier alle meine Leute kontrolliert. Und ich glaube, das ist ein ganz schwieriger Balanceakt. Und da muss ich auch noch mal ein bisschen drüber nachdenken, wie man da dann einen gesunden Umgang mitfinden kann, ohne dass es entweder in ein komplettes laissez faire geht. aber auch nicht in ein komplett autoritäres Ich-entscheide-hier-alles-gehabe geht,

Markus Vüllers: Ja, bin ich komplett bei dir, sehe ich ganz genauso. Also es darf nicht der Umkehrschluss sein. Also ich muss jetzt das Ganze wissen. Also ich baue jetzt das Kopfmonopol und die Wissensinsel in der Geschäftsführung auf. Das ist der völlig falsche Schluss. Mir geht es eigentlich das ganz Banale, wie entstehen Entscheidungsprozesse in einem Wirtschaftsunternehmen. Das heißt, am Ende des Tages geht es ja darum, so zwei Leute wie uns zu beauftragen,

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hm, nee.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hm.

Markus Vüllers: einen Wissensworkshop zu machen. Das kostet Geld. Das heißt, es geht in letzter Konsequenz eine Investitionsentscheidung. Und dafür braucht es ja irgendwelche Zahlen, Daten, Fakten, die eine solche Entscheidung hervorrufen. Und nur dieses Thema geht es eigentlich. Das heißt, die Erkenntnis Ja, wir haben ganz viel Know-how in unserem Unternehmen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm. Ja.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Grundlage.

Markus Vüllers: Ja, das Know-how ist in meiner Mannschaft. Die Prozesse laufen auch alle im Tagesgeschäft völlig okay. Aber wir haben Wissensinseln. Wir haben das fokussiert und zentralisiert in einzelnen Köpfen. Und wir haben es nur in den Köpfen. Wir haben es nicht dokumentiert und wir haben es nicht verfügbar für andere. Und dann braucht es die Erkenntnis, das klingt für uns immer ganz banal,

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: Aber das ist in den Unternehmen aus meiner Sicht noch tatsächlich nicht so wirklich vertreten. Und dann braucht es die Erkenntnis, dass ich daran was ändern muss. Weil es kann plötzlich morgen am Tag etwas passieren. Und dann sind wir nämlich genau nicht bei dem Renteneintritt. Dann sind wir bei einer plötzlichen Kündigung. Irgendeiner hat keinen Bock mehr in einem Lackierbetrieb zu arbeiten und möchte lieber, was weiß ich, beim Lieferdienst Bulli fahren. So dann kündigt der und ist weg. So dann hat er bestenfalls zwei Wochen Kündigungszeit und dann haben die noch ganze zwei Wochen Zeit da irgendwas zu organisieren. Bis dann eine Entscheidung getroffen ist, ist die erste Woche rum und dann sind wir dabei, dass da nichts vorbereitet ist und nichts strukturiert ist. Und das ist so dieses Thema, was ist die Voraussetzung, eine Entscheidung zu treffen, sich mit Wissenstransfer auseinanderzusetzen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ich glaube, dass da auch noch was anderes hinter steckt. Also ich glaube schon, dass die Führung da maßgeblich natürlich auch eine Bereitschaft sehen muss. Und ich finde auch gut den Gedanken, hey, das ist eine Investition. Wir brauchen hier eine Grundlage, irgendeine Erkenntnis, warum man sich jetzt damit beschäftigt. Ich glaube trotzdem auch, dass die Führung erkennen muss, dass auch Wissen ein Produkt ist. Selbst wenn wir ein produzierendes Unternehmen sind. ist Wissen auch ein Produkt und nicht einfach nur irgendein Nebenprodukt oder irgendein Abfallprodukt, was dabei rumkommt. Weil Wissenstransfer passiert nämlich nicht automatisch, wenn jeder seinen eigenen Sumpf nur macht. Und man muss auch verstehen, dass Dokumente nicht gleich Wissen sind. Dokumente ungleich wissen in einer Formel. Und wenn wir auch uns nur diesen Teilaspekt Prozesse angucken und man kann Prozesse visualisieren, alles ganz, ganz toll, dann ist da ohne ein erklärtes Erfahrungswissen meistens der Prozess trotzdem lückenhaft. Das heißt, die Führung muss erkennen, dass Wissen genauso ein Produkt ist in der Organisation wie das Produkt, was wir jetzt produzieren. Und dann hat es einen ganz anderen Stellenwert, weil dann kommen wir gar nicht mehr in diese in dieses Denken rein, Wissensarbeit, das ist ja schwierig, das brauchen wir gar nicht, das Tagesgeschäft, das ist hier das Wichtige, darauf kommt es an. Dann kommt man schon hin auch zu dem eher selbstverständlichen Gedanken, Wissensarbeit ist Arbeit, ja, denn es ist Teil meiner Arbeit. produzierendes Gewerbe zu sein, brauche ich Wissen, das ich anwende, das ist auch Teil der Arbeit. und das Ganze lebendig zu halten in der Organisation, das Ganze am Lernen zu lassen, weiterzuentwickeln. Das bedarf sicherlich ähnlich viel Arbeit, wenn man das Ganze gut tut, wie das Produkt zu produzieren.

Markus Vüllers: hast du jetzt aber richtig einen rausgehauen

Elena Schüßler-Roggenhofer: Uuuuh, Mic Drop!

Markus Vüllers: Da habe ich mir noch nie so wirklich Gedanken darüber gemacht, aber das ist echt auf den Punkt. Und wenn ich das jetzt mal daran spiegele, was so meine Erlebniswelt der letzten Monate angeht, wenn Prozessprobleme in einem Lackierbetrieb auftreten. Punkt Nummer eins. Wenn es darum geht, das Wissen der Belegschaft bezogen auf einen Lackierprozess. zu steigern.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Markus Vüllers: Wir haben das schon hundertmal gesagt, dass Informationen nicht gleich Wissen sind, sondern dass der Erfahrungskontext dazu gehört. So und das sind genau eigentlich die Schlüssel dazu, warum es so wichtig ist, das Wissen in einem Unternehmen genauso zu behandeln, wie das Produkt oder die Dienstleistung, die ich an meine Kunden liefere. Also quasi so das interne Produkt, die interne Dienstleistung, also diese interne Wissensarbeit.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: Und das finde ich, da steckt so viel Wahrheit und Potenzial drin, über das man nachdenken muss. Dieser Lackierprozess ist nicht mal eben, ich schütte Lack in einen Eimer, pumpe den zu einer Pistole und dann anschließend bringe ich den Lack aufs Teil und dann ist die Lackierung toll. Das erleben gerade einige Unternehmen, die da echte Schwierigkeiten haben, gerade auch wenn ich viele Schnittstellen zusammenführe. Und das ist beim Lackieren eigentlich immer so, dass ganz viele

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: Schnittstellen dann eine Rolle spielen. Und wenn man dann die Frage stellt, dass einzelne Wissen der einzelnen Prozessbeteiligten alleine hilft dann gar nicht, sondern wenn ich jetzt mehrere Wissensinseln aus verschiedenen Fraktionen oder Einheiten zusammenführe, dann entsteht ja wieder was Neues. Dann habe ich ja wieder ein neues Produkt. Also wenn ich jetzt Anlagenkomponenten miteinander zusammenführe.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hm.

Markus Vüllers: Der Lackersteller hat sein Know-how für seinen Lack, der Anlagenersteller für seine Anlage, der Verarbeiter für seine Produkte und das Gesamtheitliche bringt dann ein positives Endergebnis. Das ist ja so komplex. Ja, da macht es Sinn sich da mal mit intensiv zu beschäftigen. Aber der Gedanke, dass das ein Produkt ist, den finde ich total gut.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Elena Schüßler-Roggenhofer: können wir mal sacken lassen.

Markus Vüllers: Ja, gut, ja.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, was heißt das jetzt? Wenn wir mal so ein bisschen das zusammenfassen, was wir jetzt gesagt haben und vielleicht noch so ein paar Praxistipps mitgeben, also welche Fragen kann man stellen, weil das ist, ich, das, jetzt in erster Linie relevant ist. Wir können also bei Abhängigkeiten anfangen, Abhängigkeiten von Personen. Das heißt, wir fragen uns mal, was funktioniert hier nur, wenn bestimmte Personen da sind? Das glaube ich. kann man dann relativ schnell wahrscheinlich sogar schon beantworten. Da ist jetzt kein Hexenwerk mit dabei.

Markus Vüllers: Man muss es nur tun. Genau.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, man muss es nur tun. Ich glaube, was auch dann damit einhergeht und jetzt dann so bisschen mehr noch in diese Richtung Führung geht, ist, was tun wir aktiv dagegen oder was können wir aktiv dagegen tun, wenn Wissen an einzelnen Personen hängt? Oder ist das bei manchen Sachen vielleicht auch gar nicht geplant, dass mehrere Leute das machen? Aber dann muss man sich halt bewusst machen, wenn es zu einem Ausscheiden dieser Person kommt, dass man das gut und strukturiert in eine Nachfolgeplanung mit rein nimmt. Also ist ja okay, dass manche Themen nur von einer Person betreut werden, wird dann aber umso relevanter, wenn die Person geht. Und wir müssen immer auch im Hinterkopf haben, die kann ja auch mal plötzlich nicht mehr da sein oder im Urlaub sein. Also wie machen wir das da? Einfach da vielleicht ein bisschen mal reindenken. gucken, wie wollen wir das auch lösen?

Markus Vüllers: da gerade mal einmal zwischen noch beschießt gerade ein Gedanke durch den Kopf der jetzt ja da haben wir auch noch nie so wirklich darüber gesprochen wenn ich das mal vergleiche was von den Unternehmen heute erwartet wird und wo die sich heute alle wie selbstverständlich mit auseinandersetzen wir reden über predictive maintenance wir machen für unsere Maschinen und unsere Anlagen alles mögliche dazu eine Maschine mal nie kaputt gehen kann und ausfallen Ja, das machen nicht alle, aber das steht eben immer obendran. Wir sorgen dafür, dass unsere IT-Infrastruktur abgesichert ist. Dazu werden wir sogar aufgefordert, uns aktiv gegen Cyberkriminalität und alles Mögliche vorzubereiten. Aber die wichtigsten Bestandteile unseres Unternehmens, die Menschen, Da sind wir dann doch bisschen nachlässig. Und dann sind wir genau bei dem Wissenstransfer. Das heißt, jeder beklagt dann darüber, meine Leute sind nicht motiviert oder die Stimmung ist nicht gut. Aber da haben wir keine Systematik dahinter. Und da wäre ja so ein Wissenstransfer, so die Vorbereitung eines professionellen Wissenstransfers, ja vielleicht wirklich mal eine gute Idee, nicht nur an Maschinen und Infrastruktur, der IT zu denken, sondern auch mal an die Menschen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Elena Schüßler-Roggenhofer: auch. Ich hoffe, dass das auch mehr und mehr gemacht wird.

Markus Vüllers: Ja.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, und was wir vielleicht auch noch als Praxistipp mitgeben können, es geht nicht darum, jetzt gleich riesige Sachen zu machen, sondern vielleicht einfach fünf Minuten am Tag mal einzuplanen. Und wenn es irgendwie morgens ein Check-in zum Austausch ist. Auch das ist ja schon ein Wissenstransfer-Format. Was ist gestern noch passiert? Wo stehen wir? Was sind wichtige Dinge? Welche Erkenntnis hatte ich? Fünf Minuten am Tag, das sind 25 Minuten in der Woche. Das reicht manchmal schon, um andere Dinge besser zu strukturieren und Sachen ins Rollen zu bringen.

Markus Vüllers: in dieser Folge glaube ich ganz viele Themen platziert, die wir noch mal vertiefen müssen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Okay, müssen wir dann hinterher selber noch mal anhören wieder. Ich hoffe, du bist dann zufrieden mit deinem Einstieg.

Markus Vüllers: Genau, sollten uns die eigene Episode sowieso immer hören. ja, selber liken und kommentieren ist dann vielleicht nicht so die tollste Idee, aber genau, aber auch da arbeiten wir dran.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Das haben wir wieder gut gemacht.

Elena Schüßler-Roggenhofer: In dem Sinne

Markus Vüllers: Ja, aber Futter genug für diese Woche, ne?

Elena Schüßler-Roggenhofer: War vor Tage noch viel Denkaufgabe. Diese Folge ist eine Reflexionsfolge. Wir wünschen allen Zuhörenden viel Spaß beim Denken.

Markus Vüllers: sehr gutes Schlusswort. Jetzt mache ich noch ein bisschen Werbung. Schaut auch ruhig mal in die Show Notes unter dieser Podcast Folge. Da gibt es einen ganz interessanten Link. Das ist nämlich die interessierten Liste für unser BarCamp. Da haben wir schon eine separate Folge zugemacht. Wir werden in diesem Jahr ein BarCamp zum Wissensnavi für Lackierbetriebe machen. da kommt jetzt immer mehr in der nächsten Zeit, dass wir damit an die Öffentlichkeit gehen. Aber diese interessierten Liste sind in Show Notes. Und außerdem habt ihr dort die Möglichkeit, uns Fragen zu stellen, uns zu kontaktieren, uns Hinweise und Wünsche zu geben, was wir im Podcast alles machen sollen. Ja, und ansonsten bleibt uns nur noch eins.

Elena Schüßler-Roggenhofer: abonniert die Glocke und ciao ciao, bis zum nächsten Mal.

Markus Vüllers: Bis nächste Woche. Tschüss.

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