Das Bullshit-Bingo des Wissenstransfers
Shownotes
Barcamp 2026
Am 24.-25.9.2026 planen wir ein Barcamp zum Wissensnavi für Lackierbetriebe. Über den Link könnt' ihr Euch schon jetzt unverbindlich auf die Interessentliste setzen:
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Bitte tragt Euch in die Liste ein. Das hilft uns bei der Detailplanung und Vorbereitung des Barcamps. Weitere Infos rund um das geplante Barcamp gibt es in Folge 52
Das Wissensnavi für Lackierbetriebe
Der Podcast zum Thema Wissenstransfer und Wissensmanagement für industrielle Lackier- und Beschichtungsbetriebe.
Am Beispiel der Lackierbranche diskutieren Elena Schüßler-Roggenhofer und Markus Vüllers über das Wissen in den Unternehmen, welches bewahrt werden muss, auch wenn die Wissensträger das Unternehmen verlassen.
Elena, als Expertin für Wissenstransfer und Wissensmanagement und Markus, als Experte für Prozessoptimierung im Bereich industrieller Oberflächentechnik nehmen Euch mit auf die Reise durch die Welt des Wissens.
Anhand praktischer Beispiele werden typische Situationen in Lackier- und Beschichtungsbetrieben beleuchtet und Lösungswege für ein systematisches Wissensmanagement aufgezeigt.
Bringt Euch aktiv mit in die inhaltliche Gestaltung des Podcast ein, indem Ihr uns Eure Fragen und Themenvorschläge schickt.
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Schüßler-Roggenhofer Wissenstransfer
Elena Schüßler-Roggenhofer
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Markus Vüllers: Hallo Elena.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hallo Markus!
Markus Vüllers: Ja, da sind wir wieder,
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das ist prima. Du, ist jetzt auch fast Karnevalszeit, ne? Ist Karnevalszeit. Da sind wir dabei, das ist prima.
Markus Vüllers: Es ist tatsächlich Karoalswoche. Wir hätten uns eine Pappnase aufsetzen sollen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, ich habe auch nichts, was ich jetzt weggenke. Doch guck mal hier von meiner Bleistiftdose. Die hat einen Rosen. Die hat einen roten Deckel. Warte, der wird runterfallen. Du bist das. Ich du könntest jetzt ein Foto machen, ein Screenshot und dann können wir das für LinkedIn nutzen.
Markus Vüllers: Und wir machen keine Videos. Ja, sauber.
Markus Vüllers: Und wir machen keine Videos mehr. Der Einzige, der das sehen darf, ich.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das ist schön, aber dann blamier nur ich mich. Ist doch egal, sagt er. Auf geht's! Oh nee, vielleicht nicht mit dem Mittelfinger.
Markus Vüllers: Ist so egal. Dann machen wir das so, dass diese Folge wieder mal ein separates Folgenfoto hat. So machen wir. Perfekt. Ja, brauchen wir nicht filmen. ich kriege ja ein Video von Riverside und da schneide ich das passende Foto.
Elena Schüßler-Roggenhofer: ja, das können wir auch so machen. Ja, wunderbar. Auf geht's.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Dabei habe ich jetzt so einen schönen Screenshot gemacht, Markus.
Markus Vüllers: Ja, den kannst du mir ja auch zuschicken. Vielleicht ist das ja dann genau das Bild.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Na, wobei. Vielleicht guckst du auch. Vielleicht nimmst einen raus. Moment, wir lachen noch mal fröhlich rein, damit du das dann rausschneiden kannst.
Markus Vüllers: Ja! Sehr schön. Bist du denn Karnevalstechnisch unterwegs? Ja guck mal.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Überhaupt nicht. Guck mal, das, guck mal vor allen Dingen, guck mal, ob das, und das, obwohl ich in Mainz geboren bin.
Markus Vüllers: Au, au, au, au, Also ich bin ja in der Karnevalshochburg Paderborn geboren. Und Paderborn hat ja tatsächlich einen sehr aktiven Karnevalsverein. Und es gibt einen Schlachthof in Paderborn, der heißt Hasi Palau.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mänsa Mädchen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hasipalau!
Markus Vüllers: Ja, und weißt du denn warum Hasi? Du kennst nicht das Drei-Hasen-Fenster in Paderborn?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Nee.
Elena Schüßler-Roggenhofer: doch, du hast mir schon mal was davon erzählt und ich hab's mir nicht gemerkt.
Markus Vüllers: Aber du hast es dir auch noch nicht angeguckt, wie ich daraus hinterkomme. Das sollten wir nachholen. Das werden wir jetzt bald machen. Also Hasipalau, Karnevalshochburg, Paderborn, drei Hasenfenster am Paderborner Dom. Ob das jetzt direkt mit Karneval zusammenhängt, das lassen wir mal offen. Das Geheimnis lösen wir nicht in unserem Podcast.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Nee, auch nicht. Nee, ich hab ja keine Stadtführung von dir bekommen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Und ich habe aber noch eine Frage. Sagen die Leute dann anstatt Helau, Palau, Palau, Palau?
Markus Vüllers: Genau, das geht dann Hasi, Pallau.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ich mach mal schnell ein paar Habenpfähle. Schön. Mhm, okay.
Markus Vüllers: So, damit haben sich unsere Paderborner Podcast-Hörer jetzt verabschiedet, weil die fühlen sich jetzt nicht ernst genommen von uns. Aber in der Karnevalswoche dürfen wir das, glaube ich.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Sorry.
Markus Vüllers: Worüber haben wir denn in letzten Woche gesprochen?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, da kann ich jetzt auch gar nichts zu sagen, weil das war so viel. Das müsst ihr euch einfach anhören.
Markus Vüllers: Ja, das war wirklich eine Knallerfolge, finde ich auch. Ich habe sie tatsächlich im Auto gehört.
Elena Schüßler-Roggenhofer: gut. Hast du unsere gedanklichen Ergüsse dir noch mal zu Gemüte geführt?
Markus Vüllers: Also da waren Themen dabei, die wir in den nächsten oder in den nächsten Podcast folgen, irgendwann nochmal aufnehmen, weil das war schon sehr philosophisch und tiefgreifend. Da waren gute Hinweise dabei.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Schlau! Das war nicht pahlau, sondern pahschlau. Okay. So, wir können uns jetzt dann auch wieder den ernsten Themen widmen. Ja, heute. Heute machen wir quasi wie so eine Bullshit-Bingo-Folge für alle, die uns schon länger kennen und hören. Das haben wir letztes Jahr mehrfach gemacht. Da haben wir Sätze rausgehauen, die gesagt werden und
Markus Vüllers: Was wollen wir heute?
Elena Schüßler-Roggenhofer: die den Wissenstransfer fair oder behindern. Und heute haben wir auch mal wieder drei Sätze mitgebracht. Wir stellen erst die drei Sätze vor und dann sprechen wir über jeden einzelnen, oder? Willst du das machen?
Markus Vüllers: Ute dea. Ja, wir haben zwei von den drei Sätzen tatsächlich auch im letzten Jahr mit Sicherheit schon mal beim Bullshit Bingo dabei gehabt. Da ist auf Platz eins mein absolut mein absoluter Lieblingssatz, der tagtäglich in den Betrieben fällt. Und das ist der Standardspruch. Das haben wir schon immer so gemacht. Und den gibt es auch im Zusammenhang mit Wissenstransfer als Ausrede, warum man sich da ja nicht mit beschäftigen muss.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: Der zweite Satz, auch einer der ganz weit verbreiteten. Dafür haben wir keine Zeit. Und der dritte Satz, sehr emotional, das muss man einfach fühlen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: was da jetzt hinter steckt, da beschäftigen wir uns jetzt mal mit. Aber fangen wir doch mit der Nummer eins an, das haben wir schon immer so gemacht, gängigen Satz und nehmen den vielleicht mal so auseinander, dass wir den jetzt gar nicht negativ bewerten, weil was könnte denn erstmal dahinter stecken? Da könnte sicherlich ja erstmal hinterstecken, dass die Leute sich sicher fühlen und eine gewisse Routine haben. Das ist ja per se nichts schlechtes.
Markus Vüllers: Genau. Die sind mit ihren Ergebnissen zufrieden, die hinten rauskommen. Sind mit dem Weg zufrieden, den sie beschreiten, diese Ergebnisse zu erzielen. Und anscheinend kommt wirtschaftlich da auch was bei rum. Also alle sind happy.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, und damit einhergehen würde ich sagen, die Leute, jetzt vielleicht sogar aktiv damit beteiligt waren, den Prozess zu gestalten, wie der ist, und das Endergebnis ist gut, die sind ja vielleicht auch einfach stolz auf diese Erfahrung. Weil das hat ja funktioniert, ist doch toll.
Markus Vüllers: Genau, das könnte ja auch immer so weitergehen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Genau. Und was vielleicht auch noch damit rein spielen kann, ist, dass wenn man sich ein Stück weit vielleicht dahinter versteckt, also hinter diesem Satz, das haben wir schon immer so gemacht, dass ich vielleicht auch einfach Angst hab, Fehler zu machen, weil etwas Neues auf mich zukommt und ich natürlich ein gewisses Stück auch meine Kontrolle abgebe. Also ich habe einen Kontrollverlust und viele Menschen, steile These, mögen gar nicht so gerne Kontrolle zu verlieren.
Markus Vüllers: Punkt Nummer eins, ist eine Thema Kontrollverlust und Punkt Nummer zwei ist in der Komfortzone ja herrlich bequem. Man hat sich trainiert, man weiß wie es funktioniert, man muss nicht groß nachdenken, das ist alles in Fleisch und Blut übergegangen, das sind Routine Abläufe, die man schon immer so gemacht hat und das ist ja in der Komfortzone herrlich kuschelig warm und bequem.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das heißt, an sich, wenn wir jetzt mal den Satz so betrachten, ist es ja in erster Linie vielleicht gar kein aktiver Widerstand gegen Neues, sondern erst mal ein Schutzmechanismus. Es kann natürlich aktiver Widerstand sein, ich möchte das nicht kleinreden. Es gibt sicherlich auch Personen, die aktiv gegen etwas sind, weil es neu ist. Das ist okay, auch das gibt es. Aber wenn wir das jetzt erstmal so neutral, würde ich sagen, betrachten, könnten da ja ganz andere Dinge hinterstecken. Das hat aber trotzdem zur Folge, dass es Wissenstransfer verhindert. Warum?
Markus Vüllers: weil ist ja der Fritz da, der das immer weiß. Das ist der, ich immer fragen kann, wenn ein Problem da ist. Der löst dann das Problem. Und das sind genau die Routineabläufe und die etablierten, eingeschliffenen Prozesse, die man schon immer so gemacht hat. Und die würden ja auch weiter funktionieren, wenn ja, wenn nicht dann plötzlich mal irgendetwas anderes ist, nämlich Fritz ist nicht da. Und dann steckt man im Schlamassel.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh. Mhm.
Markus Vüllers: Und dann gibt es Probleme.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Genau, also Erfahrungen werden im Prinzip nicht hinterfragt oder erklärt. Das ist jetzt dann halt so, das machen wir jetzt so. Und dadurch ergibt sich ja auch Folgendes, dass wenn da neue Mitarbeitende einsteigen in das Unternehmen, dann lernen die natürlich das was, also was passiert da, aber gar nicht das warum. Weil vielleicht weiß man das ja selber nicht mehr, warum man das so macht. Das ist vielleicht schon ganz lange in der Vergangenheit oder ich selber hab das ja auch dann nicht mit dem Warum gelernt. Ich selber wurde auch schon so angelernt, dass ich einfach das tue, was ich da tue. Aber ich hab nicht hinterfragt, warum ich das jetzt so tue. Das heißt, wir müssten eigentlich uns schon wieder fragen, Gott, wir haben ja schon wieder so eine Reflexionsfrage. Das ist auch echt. Also ich muss sagen, dieses Jahr Geben wir irgendwie immer im Bursi zu denken, ne? Vielleicht sollten wir unseren Titel ändern. Denk Navi für Lackierbetriebe, Okay, trotzdem haue ich es jetzt raus. Also, wir sollten vielleicht die Frage verschieben von warum ändern zu... Warum machen wir das eigentlich so?
Markus Vüllers: Ha ha ha!
Markus Vüllers: Meistens ist die Antwort dann ganz einfach, weil es herrlich bequem ist. Ich bringe mal so ein Beispiel, wo gerade momentan viele Lackier- und Beschichtungsbetriebe unterleiden. Also es ist in der Vergangenheit immer so gewesen, es taucht ein Problem im Prozess auf und dann rufe ich den Lackhersteller an. Das haben wir immer so gemacht. Wenn ein Problem da ist, Lackhersteller anrufen und der sagt dann, wie man das Problem lösen kann. Und jetzt ist es heute so in Zeiten von Krise und Fachkräftemangel.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hm.
Markus Vüllers: dass immer häufiger der Lärkersteller die Antwort nicht geben kann, weil er auch Fachkräftemangel hat. Er die Antwort nicht geben möchte, weil die Leute keine Zeit haben. Dann sind wir schon fast bei unserem zweiten Satz. Oder er guckt eben, welche Umsätze gemacht werden, ob denn noch Budget da ist, diese Fragen zu beantworten. Und wenn die Betriebe dann kein eigenes Know-how aufgebaut haben, weil sie ja immer irgendwen hatten, den sie fragen konnten.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh...
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: Dann steigt der Druck, sich mit Wissenstransfer und mit organisiertem Wissensmanagement im eigenen Betrieb zu beschäftigen, steigt dann kontinuierlich an. Und dann muss man etwas ändern.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh. Ja. Ja, Punkt. Lassen wir vielleicht so stehen und gehen jetzt auf den zweiten Punkt ein. Du hast es jetzt ja gerade auch schon angesprochen, das Thema Zeitdruck. Das heißt, dafür haben wir keine Zeit. Wenn wir über Wissenstransfer sprechen, ist auf jeden Fall hinderlich. Was könnte jetzt dahinter stecken?
Markus Vüllers: Immer wieder das Tagesgeschäft.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, operative Tätigkeit hat einfach Vorrang. Da ist ein hoher operativer Druck da. Das heißt, man hat halt keine Zeit, sich mit anderen Dingen wie dem Thema Wissen zu beschäftigen.
Markus Vüllers: hat keine Zeit, das sind dann immer die Personen, bei denen sich dann aber auch das ganze Wissen bündelt und sammelt. die anderen, denen man ja auch gewisse Aufgaben und Tätigkeiten delegieren könnte, die hätten vielleicht die Zeit, wenn man es denn zulassen würde und denen das auch zutrauen würde und sie lassen machen würde, gewisse Aufgaben zu übernehmen. Und dann
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Markus Vüllers: sind deshalb mehrere Schultern auf die das verteilt wird und dann ist das zeitproblem vielleicht wieder etwas geringer
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, und generell, das haben wir jetzt letzte Woche ja auch schon in dem Podcast mit angesprochen, Wissenstransfer wird halt als Nebenprodukt, da hatten wir es so genannt, ich sage jetzt mal hier Zusatzaufgabe gesehen, die kommt zum Tagesgeschäft, zu meiner eigentlichen Stelle dazu. Ich gehe jetzt nicht noch mal in diese Thematik rein, wir haben ja gesagt, wir machen da mal eine extra Folge draus, aber dass das ja eigentlich schon Kern allen Übels ist, obwohl
Markus Vüllers: Hm. Ja.
Elena Schüßler-Roggenhofer: wir mit dem Wissen arbeiten, dass das immer als Zusatz gesehen wird, dann ist natürlich der Wissenstransfer als Zusatzaufgabe etwas, was auf eine vielleicht hundertprozentige Auslastung oben draufkommt. Und da habe ich dann auch keine Zeit und wahrscheinlich auch keine Lust mehr zu. Also ich wäre auch mal nach Hause.
Markus Vüllers: Ja und das Verrückte ist eigentlich immer, wenn dann wirklich die Routine durchbrochen wird und dann das Problem größer wird, dann hat man alle Zeit der Welt. Weil dann muss man sie sich nehmen und dann ist auf einmal diese Ausrede pulverisiert und dieser Satz ist nicht mehr der alles bestimmende Satz, weil dann bleibt einem ja gar nichts anderes übrig. Und dann stellt man fest, das hätte man auch im Vorfeld machen können.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm, ja. Stimmt. Stimmt.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, hundertprozentig. Das heißt, Wissenstransfer wird dann auch einfach verhindert, weil Wissen nur weitergegeben wird, wenn es zufällig Zeit dafür ist. Ich glaube, was auch noch mit reinspielen kann, ist wieder ein kultureller Aspekt. Dieses Jahr haben wir noch gar nicht viel über Kultur gesprochen, aber jetzt kommt einer, nämlich Frage-Kultur. Fragen werden dann eher als Störung empfunden und das Nachfragen ist lästig, als dass es etwas ist, woran man lernen kann und woran wir wachsen können. Und umso weniger Interesse habe ich dann, Wissen weiterzugeben. Weil eigentlich nervt mich es nur, es hält mich ja und dann kommen wir wieder zurück zu dem eigentlichen Kern des Übels. Es hält mich vom Tagesgeschäft ab und was mich abhält, ist doof.
Markus Vüllers: habe auch bisschen den eindruck dieses fragen haben die menschen so ein bisschen verlernt ich weiß nicht woran das liegt ob man sich einfach nicht traut eine schwäche zu zeigen dass man etwas nicht weiß oder damit sich auch zu outen dass man keine k.i benutzt weil das wissen ist ja überall verfügbar meint man ja und schmeißt dann wieder durcheinander dass das ja nicht das wissen ist was verfügbar sind sondern den
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Markus Vüllers: und ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass die Menschen sich immer weniger trauen zu fragen. Nach dem Weg zu fragen, eine Definition zu erfragen, das wird immer genickt, so nach dem Motto ja wissen wir alles, nee man weiß es nicht und traut sich dann aber auch nicht zu fragen, man kann es mir das nochmal erklären.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, und ich glaube auch, also ich mein, du kennst es wahrscheinlich ja von deinen Kindern. Das Lied, wer wie was, der die das, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm. So, wenn ich jetzt so überlege, die Kinder in meinem Umfeld, die jetzt alle so in so ein Alter kommen, die dann nach dem Warum fragen. Also, warum ist ja einfach das Wort und die Frage, warum wird was so gemacht? Und es geht ja dann immer weiter. Ich meine, hast du auch nicht mehr auf alles eine Antwort, ne? Aber als Kind fragst du, warum. Und ich hab das Gefühl, je älter wir werden, desto weniger fragen wir eigentlich, warum, sondern wir nehmen die Sachen für gegeben. Take it for granted. Ich wusste grad nicht, wie man es übersetzt. Aber wir nehmen das einfach so, es ist. So ist es halt. Mit dem Satz haben wir schon gearbeitet. Und da machen wir das halt. Man fragt sich eigentlich nicht mehr nach.
Markus Vüllers: Ja, ja. Und das ist mein Mantra auch in der Lackierbranche. Ich erzähle ja immer, ihr müsst wissen, ihr müsst die Hintergründe wissen, die Zusammenhänge verstehen, damit ihr erklären könnt, warum ist dieser Fehler aufgetaucht. Und dann gebt euch nicht mit der ersten Frage, warum zufrieden, sondern fragt noch ein zweites, ein drittes, ein viertes, ein fünftes Mal. Wenn ich das in meinen Schulungen erzähle, dann gucken die Leute mich immer ganz groß an.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Markus Vüllers: Ich war jetzt vor zwei Wochen auf einer Schulung in Ludwigsburg bei Stuttgart und da haben wir genau dieses Thema praktiziert. Und immer wenn ich dann die Frage gestellt habe, ja warum ist das denn so, dass der Lack nicht auf dem Bauteil haftet, dann wussten die schon, wenn sie dann eine Antwort geben, dass da noch ein zweites Warum hinterherkommt. Und so kann man ja dann auch, wenn es darum geht, Wissen aufzubauen, etwas zu lernen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: in die Tiefe einsteigen und nicht sich mit der ersten Antwort zufriedengeben, sondern tief tauchen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Und ich finde, aus meiner Berufspraxis jetzt, ist so ganz verbindendes Element. Also die Menschen, ausgewählt werden, Wissenstransferprozesse moderieren zu lassen. Also die, die als wissensgebende auserwählt werden, die haben eine verbindende Eigenschaft. Und das sind meistens die Leute, die ein ganz heitliches Wissen haben. Und das gilt es zu bewahren.
Markus Vüllers: Hm. Hm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Und das sind die Leute, halt die Zusammenhänge verstehen, die verknüpfen können und die verstehen, warum diese Sachen so sind, nicht nur auf prozessualer Ebene, sondern halt auch inhaltlich fachlich. Und da wächst einfach die Expertise. Und ich finde, das ist etwas, was natürlich, wenn wir keine Zeit mehr haben, in Tätigkeiten zu verweilen und da auch längerfristig die potenziell ein bisschen verloren gehen könnte. Das heißt, da müsste man ansetzen und gucken, wie können wir in einer schnelllebigeren Zeit trotzdem auch ganzheitliches Denken fördern. Und ich gehe stark davon aus, dass wir einfach anders schon Informationen zur Verfügung stellen müssen, damit Dinge schneller aufgebaut werden. und nicht über Jahrzehnte, sondern vielleicht in wenigen Jahren.
Markus Vüllers: Sehr wichtiger Aspekt. also ich bin auch der Meinung, das geht verloren. Dieses darüber nachdenken und auch die die Notwendigkeit zu erkennen, diese Zusammenhänge zu verstehen. Und da müssen wir dran arbeiten, gerade auch im Zusammenhang mit Wissenstransfer, dass das wieder Spaß macht, das auf mehrere Schultern zu verteilen, dass das ganze Thema visualisiert wird. Ich meine, wir erleben das ja immer, wenn jemand, der sein Wissen in einem Workshop teilt.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: dann vor einer Wissenslandkarte steht und sieht, was das für ein mächtiges Instrument geworden ist, wie viel da drauf steht. Da schon der eine oder andere dabei, der kriegt schon so bisschen Pipi in den Augen. Der findet das schon ziemlich gut. Und da sind wir eigentlich fast beim dritten Thema, weil dann wird es nämlich emotional. Das muss man dann fühlen. Aber wir haben es ja als Bullshit-Frage formuliert.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm. Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, genau, weil so einfach fühlen, also der Satz war ja, das muss man einfach fühlen. So einfach fühlen tut man das nicht. Und wir gehen jetzt nicht von der psychologischen Seite her, ne? Also wir gehen jetzt nicht her und sagen, es ist vielleicht schwieriger, die Emotionen zuzulassen und der Kopf ist schon schneller. Nee, sondern wirklich, wir haben ja mal eine Folge gemacht zum Thema Bauchgefühl. So, du musst es im Gefühl haben und dann läuft es einfach so. Aber wo kommt das denn her? Das kommt ja daher ... dass wir ganz viele eigene Erfahrungen gemacht haben, dann kann man das irgendwann fühlen und weiß und fühlt vielleicht auch, was jetzt der richtige Weg ist und was der richtige Schritt ist, wie es weitergeht, etc. Dahinter steckt also super viel Erfahrung. Dahinter steckt dann aufgrund der Erfahrung und all dem, was du schon erlebt hast, eine Intuition oder ein Bauchgefühl. Und beim handwerklichen Können ist es auch sicherlich einfach schwerer zu erklären. Da muss man das umso mehr selber machen, da überhaupt hinzukommen. Das heißt, einfach mal fühlen wird nicht funktionieren, ohne wir haben einen großen Erfahrungsschatz, auf den wir schon mal zurückblicken können.
Markus Vüllers: Ja, und der Knackpunkt in dem Satz ist tatsächlich das Wort einfach. Das ist alles nicht ganz so einfach. Wir haben ja auch in der vorletzten Folge, als wir über Einarbeitung, über Onboarding gesprochen haben, zum Ende der Podcast-Folge gesagt, dass nicht jeder immer sofort alles kann. Nicht jeder ist geeignet, neue Kolleginnen und Kollegen einzuarbeiten und ins Unternehmen reinzuholen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: Das hat was mit der Mentalität, das hat was mit der Persönlichkeit zu tun, das hat was mit dem Wollen zu tun, aber auch mit den ganzen Erfahrungen, mit dem Wissen zu tun, was diejenige Person hat. Und glaube, der Knackpunkt in diesem Bullshit-Satz ist einfach das Wort einfach. Und Intuition ist ja eine super Geschichte. Wenn ich tatsächlich dieses Bauchgefühl habe, ist das ja super. Das ist ein Zeichen dafür, dass ich ganz viele Erfahrungen, Informationen...
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm, auf jeden Fall.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: in einen Kontext gebracht habe.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Wenn ich mir jetzt aber auch vorstelle, ich bin irgendwie die neue Mitarbeiterin und mir sagt dann meine Kollegin so, ja, das musst du einfach fühlen. Das macht ja wieder was mit mir. es macht natürlich was auf einer Ebene von wegen, gut, dann das implizite Wissen wird wahrscheinlich in ihrem Kopf bleiben, weil ich kann das nicht einfach fühlen, aber ich fühle mich ja dann auch gleich schlecht. Also oder unsicher oder dumm, weil ich fühle das jetzt nicht. Ja, ist ja schade. Also.
Markus Vüllers: Ja, ja, ja.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Und das ist ja dann wieder so eine psychologische Komponente dahinter. Wenn ich mich dann ja gleich in den ersten Tagen schon unsicher oder dumm fühle, weil ich jetzt etwas nicht fühle, ja, auf welcher Grundlage bauen wir denn dann eine Zusammenarbeit oder eine Mitarbeit auf?
Markus Vüllers: Super Thema, weil es gerade auch in der Lackierbranche, ich sage ja auch immer, ein Handlackierer, der einen flüssig lackt mit einer Pistole irgendwie auf die Teile bringt, da ist ganz viel Gefühl, Intuition dabei. Das ist wie bei handwerklichem Geschick. Oder der eine hat halt ein Faible dafür, Sprachen zu lernen, der andere hat ein Faible dafür, zu handwerken oder zu basteln oder kreativ zu sein. Ich kann nicht zwangsläufig alles lernen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: Und für denjenigen, vielleicht das Talent nicht mitbringt, für den ist das nicht einfach, irgendein Instrument zu lernen. So jemand, der nicht musikalisch ist, der hat kein Rhythmusgefühl und der kann sehr wahrscheinlich auch nicht singen. Und ich bin mir nicht sicher, ob es hilft, dem zu sagen, das musst du einfach fühlen und dann singst du auch gerade und triffst jeden Ton.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: glaube nicht, dass das so einfach ist.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Schwierig.
Markus Vüllers: Ja.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, nee, genau. Womit wir auch am Ende sind, oder?
Markus Vüllers: Ich denke schon, Machen wir einfach mal Schluss.
Elena Schüßler-Roggenhofer: machen wir einfach, ich fühle das jetzt auch. Oder es in jüngeren Worten zu sagen, fühle ich. Denn schließlich bin ich hier die Junge.
Markus Vüllers: Sehr gut.
Markus Vüllers: Aber da müssen wir auch nochmal eine Folge zu machen über
Elena Schüßler-Roggenhofer: Altersdiskriminierung? Ich bin nicht altersdiskriminierend. Das möchte ich festhalten.
Markus Vüllers: Genau. Nein, ich fühle mich da auch nicht diskriminiert.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Fühle ich auch nicht.
Markus Vüllers: Ja, wir machen einen Punkt drauf. Das war's. Eins fehlt noch.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Glocke abonnieren.
Markus Vüllers: genau und in die show notes gucken und liken kommentieren überall wo es podcast gibt bis nächste woche
Elena Schüßler-Roggenhofer: Bis nächste Woche. Ciao, ciao!
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