Status Quo: Wissenstransfer in der Lackierwelt

Shownotes

Barcamp 2026

Am 24.-25.9.2026 planen wir ein Barcamp zum Wissensnavi für Lackierbetriebe. Über den Link könnt' ihr Euch schon jetzt unverbindlich auf die Interessentliste setzen:

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Bitte tragt Euch in die Liste ein. Das hilft uns bei der Detailplanung und Vorbereitung des Barcamps. Weitere Infos rund um das geplante Barcamp gibt es in Folge 52

Das Wissensnavi für Lackierbetriebe

Der Podcast zum Thema Wissenstransfer und Wissensmanagement für industrielle Lackier- und Beschichtungsbetriebe.

Am Beispiel der Lackierbranche diskutieren Elena Schüßler-Roggenhofer und Markus Vüllers über das Wissen in den Unternehmen, welches bewahrt werden muss, auch wenn die Wissensträger das Unternehmen verlassen.

Elena, als Expertin für Wissenstransfer und Wissensmanagement und Markus, als Experte für Prozessoptimierung im Bereich industrieller Oberflächentechnik nehmen Euch mit auf die Reise durch die Welt des Wissens.

Anhand praktischer Beispiele werden typische Situationen in Lackier- und Beschichtungsbetrieben beleuchtet und Lösungswege für ein systematisches Wissensmanagement aufgezeigt.

Bringt Euch aktiv mit in die inhaltliche Gestaltung des Podcast ein, indem Ihr uns Eure Fragen und Themenvorschläge schickt.

Und nicht vergessen: Abonnieren, Glocke aktivieren, Liken und Teilen…


Schüßler-Roggenhofer Wissenstransfer

Elena Schüßler-Roggenhofer

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Elena Schüßler-Roggenhofer: Hallo Markus! Wir haben letzte Woche über Personas gesprochen, direkt mal in Mediasries zu starten, sonst plänkeln wir hier immer noch vorne, aber jetzt fange ich mal richtig an direkt. wir haben über Personas gesprochen und ob wir die überhaupt noch brauchen, expliziten über unsere Personas, nämlich den Fritz Müller und den Thomas Meyer.

Markus Vüllers: Hallo Elena.

Markus Vüllers: alles war

Elena Schüßler-Roggenhofer: beziehungsweise sogar, ob es noch weitere Personas geben sollte, könnte, dürfte. Jetzt habt ihr uns so viel Meinung dazu geschickt, dass wir noch gar nicht geschafft haben, das auszuwerten. Deswegen gibt's heute ein anderes Thema. Ha!

Markus Vüllers: Das hat mich gerade total verwirrt, dass wir so richtig voll durchstarten. Das verwirrt mich genauso wie der lockere Einstieg mit Rumgelaber. Ja, aber wir haben uns beim letzten Mal tatsächlich auch nicht so wirklich, wir sind nicht einig geworden. Wir haben tatsächlich so eine Situation gehabt, wo wir unterschiedlicher Meinung waren. Gibt's auch.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Gibt's auch, ist auch gut, denn wir sind ja für die Meinungsfreiheit.

Markus Vüllers: Genau, und wir sind unterschiedlich. Also von daher werden wir mal sichten, was da gekommen ist und dann da mit Sicherheit noch mal eine Folge zu machen und das bisschen intensiver austauschen. So, und jetzt hast du eine ganz tolle Idee gehabt, über was wir heute sprechen sollen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, ich hatte die Idee, wir sollten mal wieder mehr den Fokus Lackierbranche haben für eine Folge. Und da habe ich so gedacht, wie wäre es denn, wenn wir mal bisschen evaluieren, wie denn so die Lackierbranche ist, was die schon gut macht im Bezug auf Wissenstransfer und wo man auch noch Optimierungspotenzial hätte.

Markus Vüllers: Das ist ja ein sehr spannendes Thema. Ich muss jetzt ja richtig aufpassen. Ich bin ja in der Branche zu Hause seit vielen, Jahren. Und man soll sich ja nicht mit den Leuten verderben, mit denen man viele Jahre seines Lebens verbracht hat und zukünftig verbringen möchte. Aber ihr könnt alle sicher sein, ich bin ehrlich und offen und ich werde alle Themen ansprechen. Und ich werde auf jede Antwort, die Elena

Elena Schüßler-Roggenhofer: Nee, solltest du nicht.

Markus Vüllers: als Frage haben möchte, ehrliche Antwort geben. Auf jede Frage eine.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Jetzt muss ich nochmal kurz überlegen und meine kleinen Teufelshörnchen auspacken. Spaß. Du, starten wir doch vielleicht einfach mal ganz allgemein. Du hast ja gerade schon selber gesagt, du hast viel Erfahrung in der Lackierbranche über die letzten Jahrzehnte Markus gesammelt. Was ist dir denn so generell aufgefallen im Bezug auf Wissenstransfer? Und wir sprechen jetzt gerade bewusst nicht von strukturierten und nachhaltigen Wissenstransfer auch keine Wissenstransfer-Fallbegleitung, sondern allgemein Wissen transferieren. Das heißt, irgendwie Wissen von A nach N zu kriegen. Genau, darüber sprechen wir. Das heißt, was ist dir denn da so aufgefallen? Was läuft da schon ganz gut?

Markus Vüllers: Also wenn ich jetzt ein bisschen in die Vergangenheit schaue, dann hat es in den ganzen Jahren und Jahrzehnten immer sehr viele Tagungen, Veranstaltungen, Seminare gegeben von verschiedensten Anbietern, in denen halt Fachwissen, Methodenwissen vermittelt wurde. Also Wissenstransfer in Form von Seminaren, Tagungen, Schulungen. Das war und ist weit verbreitetes Thema, was allerdings in den vergangenen Jahren in meiner Wahrnehmung etwas dünner geworden ist aus zweierlei Gründen. Zum einen werden die Wissensgeber weniger, das heißt der Anteil der ich nenne sie mal echten Experten, die in der Branche was zu sagen und zu vermitteln hatten, der wird weniger. Zum zweiten

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mh.

Markus Vüllers: werden aber auch die Interessenten weniger, die also dieses Wissen aufnehmen wollen. Das heißt, es gibt einen durchgehenden Schwund an Teilnehmern für Schulungen. werden sehr viele Schulungen, Seminare auch abgesagt. Auf Tagungen ist immer mal wieder das Thema Teilnehmermangel, dass zu wenig Leute rauskommen. Es hat nicht nur was mit der Krise zu tun, dass Reisekosten gespart werden müssen in den Unternehmen. Das hat aus meiner Wahrnehmung auch sehr viel damit zu tun, dass die

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: die Notwendigkeit irgendwie nicht mehr gesehen wird. Wenn ich eine Frage habe, dann weiß ich, kenne ich irgendwen, den ich fragen kann, dann kriege ich eine Antwort. Und in Zeiten von KI, dann frage ich halt Chatti.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Okay, du sagst also, da hat schon auch eine Veränderung, eigentlich sogar ja leider eine Reduktion gegeben an Fachwissenvermittlungen. Ich betone hier nochmal das Wort Fachwissen. Wir reden hier also nicht über Austauschformate, wo es irgendwie Erfahrungswissen geht, richtig?

Markus Vüllers: Die sind tatsächlich noch weniger geworden. Das macht man dann immer beim Netzwerken, dass man Erfahrungen austauscht. Aber es ist schon so, dass wir ganz viele haben, die dann halt ihre Erfahrungen auch gerne für sich behalten. Also dieses Konkurrenzdenken nehme ich schon sehr stark wahr. Sowohl zwischen Lackier- und Beschichtungsbetrieben, aber auch zwischen Anlagen- und Lackherstellern, was in gewissem Maße ja nun auch völlig normal ist. Aber ich glaube schon, dass viele Erfahrungen gerne für sich behalten werden und ungern geteilt werden. Das ist schon so ein Mentalitätsthema, was in der Branche noch nicht so wirklich überall angekommen ist, dass man auch wissen gerne teilen sollte.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Okay, ich würde sagen, das ist ja schon eine relativ große Aussage zu sagen, müssen da noch mal hingucken überhaupt, die Bereitschaft, Wissen zu teilen, als etwas zu sehen, was auch gelebt wird. Hast du Erfahrungen damit oder gibt es irgendwie so Anhaltspunkte? Ich kenne das zum Beispiel aus der Start-up-Szene ganz doll. wo zum Beispiel so was wie Fuck Up Nights gemacht werden. Und dann kommen da lauter Unternehmerinnen hin von Start-ups und sind dann irgendwie ein paar Leute auf der Bühne und die erzählen dann halt einfach von ihrem Scheitern. Und was schiefgegangen ist und natürlich kann man dann auch sagen, so was hat ich draus gelernt, aber manchmal lernt man da ja auch gar nichts draus, sondern es ist einfach richtig scheiße gelaufen. Und trotzdem können ja andere davon profitieren, so eine Erfahrung mal gehört zu haben. vielleicht, nicht Ähnliches auch noch mal zu machen, vielleicht aber auch einfach, irgendwie so eine gewisse Nähe auch zu anderen zu haben, die vielleicht schon mal gescheitert sind. Und das ist vielleicht eine Methode, negative Erfahrungen rauszukriegen. Gleichzeitig teilen Menschen ja auch sehr gerne ihre positiven Erfahrungen. Generell Menschen jetzt. Kennst du da irgendwelche Formate oder weißt du... wie das so generell gelebt wird in der Lackierbranche teilt man positive wie auch negative Erfahrungen.

Markus Vüllers: Also ich würde da tatsächlich mit einem ganz eindeutigen Nein antworten. Also ich kenne diese Formate in der Form nicht. Das war ja letztendlich auch, das schon mal so bisschen anzuteasern, der Impuls dafür, dass wir irgendwann mal gesagt haben, wir müssen mal so ein Barcamp veranstalten als was völlig Neues. Also über negative Erfahrungen wird selten gesprochen mit Kollegen, die man gut kennt. Also jeder Betrieb hat irgendwie so ein paar Partnerunternehmen, mit denen er sich austauscht, mit denen er auch Aufträge austauscht, die tauschen sich auch mit Sicherheit über Negativerfahrungen aus. Aber auch in den Lackierbetrieben, zwischen den Schichten, zwischen den Lackierern oder zwischen den Leuten, diese Mentalität, wie du sie jetzt aus der Start-up-Szene beschrieben hast, die gibt es da tatsächlich nicht. Also ich habe ja vielleicht noch mal so bisschen aus meiner Erfahrung, als ich mich selbstständig gemacht habe vor sechs Jahren.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Markus Vüllers: habe ich auch an einem Start-up-Wettbewerb teilgenommen, hatte dann mit ganz vielen Leuten da zu tun. Wir haben dieses ganze Thema Fuck-up-Night, also diese ganzen Geschichten, waren für mich damals nach 35 Jahren Lackierbranche komplett neu. Das waren Dinge, die fand ich hochgradig spannend, auch ziemlich interessant, weil das genau Impulse bringt, die die Betriebe heute auch brauchen. Das ist in der Lackier- Beschichtungsbranche tatsächlich nicht präsent.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Markus Vüllers: regional in Einzelfällen mag es Ausnahmen geben, die ich aber nicht kenne. Aber das ist so eine Mindset-Thematik. Ich glaube, die ändert sich so langsam, weil das Durchschnittsalter in der Branche jünger wird, weil doch viele Lackierbetriebe jetzt von jungen Leuten übernommen werden, die dann auch als Start-up dann quasi wieder diese Impulse aufnehmen, da auch vielleicht offener und bereitwilliger sich mit solchen Themen auseinandersetzen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: Aber aus der Vergangenheit heraus, in letzten 35 Jahren, gab es das nicht.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Okay, lass uns vielleicht noch mal auf das Fachwissen gucken, weil da hast du gesagt, da gibt es ja auch Formate, Tagungen, Messen und so weiter, wo jetzt vielleicht sogar auch Produktwissen noch ein Stück weit mit reinkommt. Wenn es an Fachwissen fehlt, empfinde ich es jetzt ja auch schon so, kann sich das gut auch wieder beschaffen werden. Sag mal, beschafft oder beschaffen? dann kann das wieder gut reingeholt werden ins Unternehmen. Beschafft, glaube ich, Naja, wie dem auch sei. Also das heißt, irgendwie kurzfristig zu agieren, das klappt gut, oder?

Markus Vüllers: Ja.

Markus Vüllers: Äh ja, das klappt gut, aber... Ich habe in den letzten Monaten diverse Posts dazu gemacht. Ich beobachte gerade einen Trend, dass Betriebe ihr über viele Jahrzehnte aufgebautes Know-how in den eigenen Reihen viel zu bereitwillig abwandern lassen und sich damit zufrieden geben, dass sie schon jemanden kennen, den sie anrufen können. So, wenn ich etwas wissen möchte, dann kann ich mir das wissen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: oder kann mir Informationen besorgen, ich brauche. Das ist definitiv so. Das funktioniert auch in der Branche. Das hat immer funktioniert. Das funktioniert auch heute. Aber ich bin mir nicht sicher, ob in jedem Unternehmen in der Unternehmens DNA auch wirklich verankert ist, dass es wichtig ist, dieses Wissen auch in eigenen Reihen zu haben und nicht immer erst eine Telefon-Hotline anrufen zu müssen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: einen Telefonjoker zu lösen, wenn jetzt irgendein Problem da ist. Also ich sag mal so ein klassischer Reflex. Es wird in der Regel, wenn ein Problem da ist, immer erst der Lackhersteller angerufen. An zweiter Stelle vielleicht der Chemiehersteller, der die Vorbehandlung Chemie liefert. Die Anlagenhersteller und Spritzgerätehersteller, die sind meistens irgendwie erst mal außen vor. Ja, dann gibt es eine Antwort. Dann gibt es da in der Regel auch Support.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hm.

Markus Vüllers: Jetzt hat die Branche natürlich auch Fachkräftemangel. Die können das auch nicht mehr für jeden Kunden in epischer Breite leisten. Und jetzt gibt es ja auch anspruchsvolle und besitzergreifende Kunden, die dann aber relativ geringe Umsatzzahlen liefern. Das heißt also, auf der Seite ist es mittlerweile schon sehr oft so, dass als erstes Mal geguckt wird, was machen wir denn mit dem an Umsatz pro Jahr? Wieviel Stunden Online-Support oder Telefonsupport? Kriegt er denn? Und fährt da überhaupt noch einer hin, der ihm vor Ort hilft. So, und das sickert so langsam durch. Da ist dann erst einmal die Empörung groß. Aber das ist für mich eigentlich immer das Signal, deutlich zu machen, sorgt dafür, eigenes Wissen in den Betrieben zu halten, aufzubauen und zu konservieren. Und dann sind wir beide ja wieder komplett in unserem Element. Das ist ja genau unser Thema. Und da nehme ich momentan wahr,

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Markus Vüllers: dass es tatsächlich viele Leute gibt, die uns auch, die unseren Podcast hören. Das sickert so langsam in der Branche durch. Und ich glaube, das ist ein Thema, wo noch ganz viel Luft nach oben ist. Aber das kommt so langsam in die Köpfe rein, weil es ist genau der Zyklus, den wir schon 100-mal angesprochen haben. Fritz Müller geht in Rente, das Wissen geht. Irgendeiner übernimmt oder übernimmt auch nicht. Man hat das vielleicht professionell dokumentiert. Aber dann tauchen doch die ersten Fragen auf und dann rufen wir den Lackhersteller an, der die Fragen beantwortet. Und das ist schon ein Teufelskreis, der echt kritisch ist.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Du hast jetzt nochmal das Thema Wissensaufbau angesprochen. Ich denke da gerade so an die Quereinsteigenden zum Beispiel, auch im gewerblichen Bereich. Was ich da jetzt in den letzten Monaten, im letzten Jahr auch so wahrgenommen habe, ist so zum Beispiel das Anlernen. Das funktioniert gut.

Markus Vüllers: Ja, das funktioniert teilweise gut. Es wird aber der Standardfehler gemacht, wir haben das auch schon thematisiert. Es wird dann erklärt, was gemacht wird, lauf mal mit. Dann kriegt der oder die Neue auch die Zeit, einfach mal so Training on the Job und Mentoring und alles, was wir auch schon angesprochen haben im Podcast, mal mitzulaufen. Aber das Wissen ist dann nicht dokumentiert.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mh.

Markus Vüllers: Und wenn die oder derjenige dann feststellt, Hoppla ist dann doch vielleicht nicht meine Welt, dann ist der Quereinsteigende wieder weg und dann kommt der nächste und man fängt wieder von vorne an. Das heißt, wir sind immer stark darin, zu managen und zu machen, aber dass die Nachhaltigkeit und das Thema Dokumentation fehlt.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, das geht so ein bisschen in das rein. Also kurzfristig ja, klappt auch vieles gut. Du hast mal gesagt, Brände gelöscht werden schnell. Aber es fehlt die Langfristigkeit, also das strukturierte und nachhaltige Transferieren von Wissen, beziehungsweise auch das Dokumentieren von Wissen. Das ist noch eher selten vertreten.

Markus Vüllers: Definitiv. Wir ja in der Vorbereitung, da ist ja die Frage gestellt, was kann die Lackierbranche besonders gut? Das war ja so eine Frage in der Vorbereitung jetzt für heute. Und ich glaube, das kann man tatsächlich sagen. wirklich so Ärmel hochkrempeln, ein Problem jetzt irgendwie managen und lösen, einen Kundenauftrag jetzt mal eben noch schnell durch die Produktion jagen. Das dann auch in vielen oder in den meisten Fällen dann wirklich mit einer guten Qualität, dass der Kunde anschließend zufrieden ist. Also diese Feuerwehrmentalität, die ist wirklich ausgeprägt und das setzt natürlich auch zum einen Fähigkeiten voraus und Bereitschaft voraus, sowas zu machen. Das ist ja wie im richtigen Leben. Die Feuerwehrleute, die sind immer total beliebt. Das ist ja auch gut so. Das heißt also jemand, der dann das Problem schnell und sofort lösen kann, den Brand sofort löschen kann, der ist super beliebt. Wenn dann der Brandschutzbeauftragte kommt, das ist der, den man nicht haben will. Das ist dann derjenige, der aber für die Nachhaltigkeit sorgt. Der sorgt im Vorfeld dafür, dass dieses Feuer erst gar nicht entsteht. Und das wäre ja für viele Betriebe eigentlich die bessere Variante, dafür zu sorgen, dass es erst gar nicht anfängt zu brennen. Und dann sind wir bei dem Thema Nachhaltigkeit. Und das funktioniert natürlich nur, wenn man strukturiert arbeitet und wenn man auch dokumentiert.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Und wenn man sich halt im Vorfeld darüber Gedanken macht, was ist hier das relevante und das kritische Wissen auch? Was ist, wenn das weg ist? Was passiert denn dann überhaupt? Also ich glaube, alleine so in dieses Reflektieren reinzukommen, ja, was passiert denn dann? Manchmal vielleicht auch einfach im schlechtesten Fall. Dann ja, versteht man schon eher auch die Aufgabe von den Brandschutzbeauftragten.

Markus Vüllers: Ja, das ist absolut so. das ist so ein Thema. Du sprichst das ja, ich sage mal, in jeder zweiten Podcast Folge an. Wissensarbeit ist Arbeit und ich sage mal ein gut ausgearbeitetes Brandschutzkonzept. Bleiben wir mal bei dem Bild. Ein gut aufbereitetes und vorbereitetes Wissensmanagement Konzept in einem Unternehmen. Das ist auch Arbeit. Das fällt nicht per Fingerschnipp irgendwie von der Decke, sondern da muss man konsequent dran arbeiten.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: Und das ist auch kein Thema, es ist kein Projekt. Da fängt man mit an und dann ist das irgendwann zu Ende. Das muss direkt mit in die DNA und in die Tagesabläufe des Unternehmens integriert werden. Und da hat also was ich so in den Lackier- und Beschichtungsbetrieben sehe und das trifft auch für Größere zu, nicht nur für die kleinen und mittelständischen, auch die größeren Unternehmen, ist noch ganz viel Luft nach oben. Und die spüren jetzt genau die Problematik. Wir diskutieren da ja immer drüber, haben auch in einer der letzten Podcast-Folgen drüber gesprochen. Es geht ja nicht immer nur den Renteneintritt, sondern es geht auch ganz andere Fälle, dass plötzlich einer krankheitsbedingt ausfällt, plötzlich einer den Lottogewinn hat. Das sind genau die Themen, die bewusst werden. Und momentan ist halt das Hauptthema, was alle auf dem Schirm haben, jetzt geht der Fritz Müller in Rente.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Markus Vüllers: Und der weiß alles. Und was machen wir denn ab morgen, wenn der dann nicht mehr da ist?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Wenn du jetzt also eine Botschaft an die Lackierbranche raushauen könntest, was würdest du sagen?

Markus Vüllers: Ich würde sagen, es sollte jeder mal intensiv darüber nachdenken, was er für Impulse braucht, damit er seinen Geist öffnet, sich mit solchen Themen wirklich aktiv auseinandersetzt. Wirklich mal aus der Komfortzone rauskommt, mal neue Dinge ausprobiert, sich auf solche Themen mal einlässt und wirklich diese Standardausreden, die es dann immer gibt. Wir haben keine Zeit. Wir haben diese Themen ja auch immer wieder dabei. Wir haben keine Zeit. Ja, das machen wir dann irgendwann mal. Wenn die Paint Expo vorbei ist, dann beschäftigen wir uns damit. Ja, das ist das wie mit den guten Vorsätzen 2026. Also diese diese Änderung in der Grundeinstellung, das muss in die Köpfe aller rein und nicht nur der Geschäftsführung, wobei ich ganz klar sage, das fängt oben im Unternehmen an bei den Führungskräften. Und viele werden sich wundern, wie viele von den Leuten an der Basis dieses Mindset schon haben und sich das sogar wünschen. die, die, wie nennt man das, diese, diese, diese verknöcherte, verkrustete Schicht dazwischen ist dann irgendwo so im mittleren bis oberen Management zu suchen. Und dieses müssen wir irgendwie durchbrechen, dass man da wirklich ein bisschen zeitgemäßer agiert.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ich finde, das sollten wir als Schlusswort lassen, oder?

Markus Vüllers: Ja, aber nicht ohne mal darauf hingewiesen zu haben, dass wir diese Erkenntnis ja für uns beide auch schon artikuliert haben. Das ist ja der Grund, warum wir gesagt haben, wir wollen mal was ganz Neues machen. Und deswegen wollen wir im September unser Barcamp machen. Und ja, die interessierten Liste ist geöffnet. Sie fühlt sich ganz, langsam, aber stetig. Und das vielleicht nochmal ein Appell in sich zu gehen und zu überlegen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Markus Vüllers: Ob man dort nicht vielleicht auch mal so eine Session macht, wo man so ein Fuck-up präsentiert. Also es gibt ganz viele spannende Dinge oder den größten Erfolg der letzten zwölf Monate des Unternehmens darstellt. Das sind so Dinge, die man dann auch wirklich auf so einer Bühne präsentieren.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Gut, du verlinkst die Links, du verlinkst den Link in den Downloads. Ihr seid herzlich eingeladen, euch einzutragen. Es ist nur eine interessanten Liste, da passiert noch nichts, außer dass wir euch dann informieren, wenn es konkreter wird. ja, dann bleibt nichts anderes mehr als zu sagen, abonniert die Glocke und seid gespannt auf nächste Woche. Das wird toll.

Markus Vüllers: Genau.

Markus Vüllers: So ist das, ist nichts hinzuzufügen. Ciao, ciao.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ciao!

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