Wissen: Das unsichtbare Produkt im Tagesgeschäft?
Shownotes
Barcamp 2026
Am 24.-25.9.2026 planen wir ein Barcamp zum Wissensnavi für Lackierbetriebe. Über den Link könnt' ihr Euch schon jetzt unverbindlich auf die Interessentliste setzen:
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Bitte tragt Euch in die Liste ein. Das hilft uns bei der Detailplanung und Vorbereitung des Barcamps. Weitere Infos rund um das geplante Barcamp gibt es in Folge 52
Das Wissensnavi für Lackierbetriebe
Der Podcast zum Thema Wissenstransfer und Wissensmanagement für industrielle Lackier- und Beschichtungsbetriebe.
Am Beispiel der Lackierbranche diskutieren Elena Schüßler-Roggenhofer und Markus Vüllers über das Wissen in den Unternehmen, welches bewahrt werden muss, auch wenn die Wissensträger das Unternehmen verlassen.
Elena, als Expertin für Wissenstransfer und Wissensmanagement und Markus, als Experte für Prozessoptimierung im Bereich industrieller Oberflächentechnik nehmen Euch mit auf die Reise durch die Welt des Wissens.
Anhand praktischer Beispiele werden typische Situationen in Lackier- und Beschichtungsbetrieben beleuchtet und Lösungswege für ein systematisches Wissensmanagement aufgezeigt.
Bringt Euch aktiv mit in die inhaltliche Gestaltung des Podcast ein, indem Ihr uns Eure Fragen und Themenvorschläge schickt.
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Schüßler-Roggenhofer Wissenstransfer
Elena Schüßler-Roggenhofer
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Markus Vüllers: Hallo Elena!
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hallo Markus!
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, du musst jetzt was sagen. So ist das immer. Der, anfängt, sagt dann wieder was.
Markus Vüllers: Ist dir schon mal aufgefallen, dass mir das immer schwerfällt? Ich habe da echt eine Reaktionsblockade. Wir sollten das dauerhaft in den Podcasts so machen, dass du immer Hallo sagst und ich dann als zweites Hallo und dann musst du irgendwas sagen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Warum?
Elena Schüßler-Roggenhofer: ... Okay, nee, ich finde es einfach eine Erfahrung, die du mal machen könntest und da einfach draus lernen.
Markus Vüllers: Ich arbeite daran. Ich mache mir Gedanken dazu, wie ich diesen Prozess verbessern kann, dass das Produkteinleitung zukünftig nicht mehr so holprig ist.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Gut.
Elena Schüßler-Roggenhofer: effizienter läuft. Aber war auch lustig, Stille, muss ich sagen.
Markus Vüllers: Ja, Stille muss man aushalten, ne?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hm, hab ich nicht ausgehalten. Ich hab so erwartet, du jetzt was sagst, dann muss ich gleich reingerätschen. Aber normalerweise gebe ich dir da komplett recht, wenn ich Trainings gebe und Fragen stelle. Ich warte einfach. Irgendwann ist es irgendjemanden so unangenehm, dass da schon was kommt. Aber schlimm ist das mit wirklich sehr boardkagen Gruppen. Puh, finde ich auch anstrengend.
Markus Vüllers: Hahaha.
Markus Vüllers: Jaja, dann wird die Stille dann doch sehr lang.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja.
Markus Vüllers: Ja, worüber haben wir denn beim letzten Mal siniert und gesprochen?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Wir haben über unsere Analogie, Wissen ist ein Produkt gesprochen.
Markus Vüllers: Ja, und wir haben darüber gesprochen, dass nicht immer nur ein haptisches Produkt ein Produkt ist. Und ich finde schon, dass unsere letzte Folge doch sehr, sehr viel Tiefkrank hatte. Und die hat bei mir also tatsächlich auch im Nachgang immer mal wieder so ein paar Gedankengänge hervorgebracht, dass man dieses Thema noch viel intensiver auch in den Betrieben beleuchten sollte.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: ist schön. Meinst du das reicht jetzt so als Vorgeplänkel?
Markus Vüllers: Ja, wir sollten jetzt in Media Space gehen. Genau.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, für alle, zuhören und unsere Vorabdiskussion nicht mitbekommen haben, Markus meinte, wir sollten nicht in Medias res starten, sondern irgendwie ein bisschen was vorher noch erzählen und nicht gleich mit dem Thema reingehen. Also haben wir uns überlegt, ja, wie können wir das verknüpfen? Wissen und Produkt, wir könnten drüber sprechen. Was für ein Produkt haben wir als letztes gekauft? Ja, haben wir jetzt nicht drüber gesprochen.
Markus Vüllers: Ja,
Markus Vüllers: Und ich hätte so gerne erzählt, dass ich mir einen Chemie-Baukasten gekauft habe, den ich jetzt für Schulungen nutze. Aber das wird dann jetzt mein Geheimnis bleiben.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Kann sich ja mal jeder fragen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: jetzt hast du es ja erzählt.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, definitiv. Das hast du jetzt niemandem gesagt. Ja, nee, lass uns doch vielleicht mal nochmal ein bisschen Revue passieren lassen, weil wir wollen ja heute drauf aufsetzen. Das klang komisch, naja. Auf unserem Thema Wissen ist ein Produkt. Wir wollten nochmal drüber sprechen, ja, das Tagesgeschäft, wenn das jetzt dann immer dazwischenkommt, was hat es damit auf Sicht? Aber ich hab ne
Markus Vüllers: Ja.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Provokante Frage für dich, Markus. Und an alle, Markus kennt die nicht. Ist jetzt wieder unvorbereitet. Ja, ich stelle sie. Ja, wieder, ja, das passiert ja häufiger, dass ich dich einfach so eine Frage, die wir nicht abgesprochen haben.
Markus Vüllers: Oster.
Markus Vüllers: Danke für das Wieder!
Markus Vüllers: Ich hätte das jetzt so interpretiert, dass ich nie vorbereitet bin.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Nein, ich frag doch immer einfach Sachen, die ich dir vorher nicht sage. Deswegen wieder. Das ging an mich. So, ich stelle dir jetzt aber wieder eine Frage, die unvorbereitet für dich ist. Ist Wissen vielleicht sogar das einzige Produkt, das jedes Unternehmen unabhängig vom Branche immer produziert?
Markus Vüllers: Und dann...
Markus Vüllers: eine gute Frage. Ich würde die spontan mit Ja beantworten.
Elena Schüßler-Roggenhofer: würde ich auch können darüber diskutieren. Aber ich...
Markus Vüllers: Ja, also es ist auf jeden Fall ein Produkt, was immer produziert wird. Auch in der Stille, wenn nicht gesprochen wird. Auch wenn ich im Büro sitze und über irgendetwas nachdenke, irgendwelche Prozesse bearbeite. Ich lerne immer irgendetwas. Ich baue Wissen auf. Und
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: Ich sammle Erfahrung. Da kann ich nicht abschalten. Das geht ja nicht.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Nee, wahrscheinlich nicht.
Elena Schüßler-Roggenhofer: was aber ja sagen würde, dass unsere Analogie gut funktioniert. Wissen ist ein Produkt.
Markus Vüllers: Ja, ich halte die auch nach wie vor für sehr gut. Das ist genau das Gleiche. Es gibt ja diesen Spruch, ich weiß gar nicht von wem der ist. Man kann nicht nicht kommunizieren. Und ich glaube, da kannst du auch eine Analogie bauen. Man kann nicht nicht Wissen aufbauen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja.
Markus Vüllers: Man bringt nur anschließend die PS vielleicht nicht auf die Straße und setzt das zielorientiert ein, das Wissen. Aber im Prinzip ist es schon so, dass das eigentlich immer irgendwie am Start ist.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh. So, jetzt starten wir mal. Und für alle, die die letzte Folge nicht gehört haben, ist jetzt noch der Punkt gekommen, sich die anzuhören, weil wir brauchen das ein bisschen als die Wissensgrundlage, als die Informationsgrundlage für euch, worüber wir gesprochen haben. Denn wir wollen jetzt noch mal drauf schauen, wir hatten schon mehrfach, also wir haben dieses Jahr schon in einer Bullshit-Folge nochmal drüber gesprochen, wir haben auch letztes Jahr schon drüber gesprochen, dass wenn es das Thema Wissenstransfer, ich sag mal, strukturierten Wissenstransfer, etwas spezifischer geht, ganz oft der Satz kommt, dafür haben wir keine Zeit, das Tagesgeschäft geht vor. Und da wollen wir jetzt nochmal ein bisschen genauer reingehen und einfach mal gucken, ist es ein echtes Problem oder ist es eigentlich nur eine Ausrede? weil ich würde sagen, das Tagesgeschäft ist nicht das Problem, denn das Tagesgeschäft ist der Produktionsprozess für Wissen. Dabei entsteht ja das Wissen. Das heißt, klar, haben wir immer wieder den Satz für Dokumentation oder Wissenstransfer, lassen wir es vielleicht offener bei Wissenstransfer.
Markus Vüllers: Hm.
Markus Vüllers: Hm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: und nicht nur Dokumentation, wir wollen auch ein bisschen das Zwischenmenschliche, Verbale etc. mit reindenken. Also für Wissenstransfer haben wir gerade keine Zeit, wir sind im Tagesgeschäft. Wenn ihr euch jetzt mal vorstellt, dass ein Produktionsleiter von einem materiellen Gut, von einem haptischen Produkt sagt, für Qualitätsprüfung haben wir gerade keine Zeit, wir produzieren ja.
Markus Vüllers: Hm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Da wird doch jeder einfach nur den Kopf schütteln, oder?
Markus Vüllers: Ja, das ist absolut so. Das sind aber auch genau die Zusammenhänge, die würde nie jemand sagen, weil das ist so ein Thema, was dann aus Routine immer gemacht wird. Und jetzt kommt noch ein Thema dazu, was ich für ganz verrückt halte. Es werden auch aus Routine ganz viele Dinge gemacht, die sich nie wieder jemand anguckt und die auch nie eine positive Auswirkung in der Zukunft haben. Das macht man aus irgendwelchen Dokumentationsgründen. Damit meine ich explizit nicht die Qualitätsprüfung. Das ist alles gut und alles wichtig. Aber es werden teilweise Dinge im Tagesgeschäft gemacht, in Routinen, die man durchaus hinterfragen sollte, weil die brauchen Zeit und die vermeiden oder verhindern Effizienz. Ich denke, es ist immer so die Fragestellung, was ist denn eigentlich das Tagesgeschäft? Das ist ja auch immer aus der Wahrnehmung jedes Einzelnen etwas ganz anderes. Ein Lackierer, ein Beschichter, ein Handlackierer hat ein anderes Tagesgeschäft als der Innendienst, die Auftragsannahme oder der Einkauf oder vielleicht der Vertrieb der Geschäftsführer oder der Produktionsleiter. Ich denke, die wesentliche Botschaft, und so erlebe ich das in den Unternehmen, das Thema Wissenstransfer mit all seinen Facetten, was ist Wissen, warum ist Wissen wichtig und wie kann ich das Wissen dokumentieren, das ist noch so unbekannt und so wenig auf der Tagesordnung, dass es überhaupt nicht in den Zusammenhang gebracht wird mit dem Tagesgeschäft.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, und dadurch wird es halt immer als Zusatzaufgabe gesehen und nicht als etwas, was ja selbstverständlich mitlaufen sollte. Und das ist ja einfach der ganz, große Denkfehler. Haben wir auch schon drüber gesprochen, aber Wissenstransfer wird vom richtigen, in Anführungsstrichen, Arbeiten getrennt. Und das ist ja schon eigentlich
Markus Vüllers: Genau.
Markus Vüllers: Genau.
Markus Vüllers: Hm. Ja.
Elena Schüßler-Roggenhofer: totaler Quatsch, weil in Wahrheit entsteht ja das Wissen genau im Tagesgeschäft, nämlich beim Lösen eines Problems, bei einer Kundenreclamation, bei irgendwelchen Fehlersuchen, bei Innovationsprozessen, beim Improvisieren. Also da passiert ja Wissensaufbau. Und wenn man das nicht nutzt, was ja Quatsch ist, das nutzt ja jeder. Ist ja eigentlich selbstverständlich. würde man den Produktionsoutput verlieren. Das ist ja Quatsch.
Markus Vüllers: Das ist Quatsch und weil du eben das Thema Qualität angesprochen hast, das ist auch genau der Punkt, beim Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems immer am Anfang das große Problem macht. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als diese ganzen ISO-Zertifizierungen, als dieses Thema erstmalig hochpoppte, dass man über ISO 9000 gesprochen hat. Dann kam irgendwann ISO 14000, dann gab es die integrierten Management-Systeme. Und was war das eigentliche Problem? Das eigentliche Problem war, dass man
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Markus Vüllers: das nicht als Bestandteil des Tagesgeschäftes hatte. Das heißt, man muss erst einmal über den großen Berg drüber, alles aufzubereiten, was man in der Vergangenheit nicht dokumentiert und nicht gemacht hat. Und wenn man es dann in seiner DNA integriert hat und im Tagesgeschäft mit integriert und lebt, dann ist der Aufwand, das am Leben zu halten und kontinuierlich zu betreiben, relativ gering.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: Und das ist beim Wissensmanagement und beim Wissenstransfer aus meiner Sicht genau das gleiche Problem. Ich sitze erst mal vor diesem riesengroßen Berg an Dingen, die ich aufbereiten und sortieren muss. Das, was wir auch immer wieder gesagt haben, wir müssen es erst mal erfassen. Dann müssen wir es in relevantes Wissen und nicht relevantes Wissen aufteilen. Dann müssen wir anfangen zu dokumentieren. Und das sind alles so diese Dinge, die brauchen zu Beginn etwas mehr Zeit. als dann anschließend dauerhaft im Tagesgeschäft, also wirklich in dem Betrieb. Und damit ist das Thema, es muss erst einmal über diese Hürde gehoben werden. Und dann muss es zur Selbstverständlichkeit werden. Und ich bin komplett dabei, das muss Bestandteil des Tagesgeschäfte sein, weil zum Tagesgeschäft gehört auch Fluktuation, zum Tagesgeschäft gehört auch irgendwann, dass jemand
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: wissen das nach vielen, vielen Jahren das Unternehmen verlässt. Und dann muss man dieses Thema so aufbereitet haben, dass das Wissen dokumentiert ist. Aber die erste Hürde, das ist die tatsächliche Hürde. Und das ist die einzige Hürde, wo ich sage, okay, das braucht zu Beginn etwas mehr Zeit, als hinterher, wenn es so der Dauerläufer ist, wenn es in die Routine integriert ist.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, und ich frage mich gerade, müssten wir nicht noch einen Schritt vorher anfangen? Ist nicht die eigentlich erste Hürde das Problem, dass Wissen nicht als Wert definiert ist?
Markus Vüllers: Ja, ganz klar ja.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Und dann, ja, gehe ich genau mit. Also wenn es dann keine klaren Prozesse oder Miniprozesse gibt, wie das in den Alltag integriert wird, wenn keine Zeit für Reflektion eingeplant ist, wenn die Führung das nicht priorisiert und so weiter, dann, klar, dann haben wir das Problem, dass es nicht mitläuft und deswegen am Ende so viel Arbeit erfordert. Dafür müssen aber ja eigentlich alle Menschen in Organisationen erst mal verstehen, dass Wissen auch einen Wert hat. Und dann muss vor allen Dingen aber auch die Geschäftsführung oder auch generell die Führungskräfte das auch honorieren und genauso mitdenken, dass ja Wissen auch schon der Wert ist.
Markus Vüllers: ist ein ganz wichtiges Thema, was du ansprichst. Auch mit Sicherheit ein Thema, was nach einer separaten Folge schreit. Es hängt tatsächlich kein Preisschild dran. Weder an der Erfassung des Wissens, aber auch nicht an dem Wert des Wissens, was sich im Kopf eines einzelnen Menschen befindet. ja, Erfahrung wird honoriert, wenn ich dann irgendwann mal meinen Job wechsle. Manchmal.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Nee.
Markus Vüllers: auch nicht immer. Zum Wissen gehört ja auch die handwerkliche Fähigkeit, also die Erfahrung Dinge zu machen. Also das Geschick ein Bauteil mit einer Pistole zu lackieren ist ja nun auch schon mal handwerkliches Geschick. So und das ist ja auch Wissen, was ich da aufgebaut habe. Und wenn ich das dann kann und praktizieren kann, ja dann habe ich als Facharbeiter einen gewissen Wert.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: den ich dann als Entlohnung, als Gehalt beziehen kann. Aber die Aufwände, die ich betreiben muss, dieses Wissen im Unternehmen sichtbar und dokumentiert zu halten, ist der einzige Preis, man dann sieht.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das stimmt. Und das muss ja auch, wenn wir jetzt das nur zeitlich betrachten, gar kein großes Invest sein. Also wenn wir sagen, wir nutzen jeden Tag ein Prozent unserer Arbeitszeit bewusst für Wissenssicherung. Und wir machen das, indem wir uns am Ende des Tages zum Beispiel fragen, was lief heute anders als geplant? Welche Entscheidung sollte ich dokumentieren? Oder was würde ich beim nächsten Mal anders machen? Einfach nur als potenzielle Fragen. Kann man ja vielleicht sogar noch weiter runterbrechen. Dann habe ich, wenn ich acht Stunden am Tag arbeite, einen West von 4,8 Minuten, also ich sage fünf Minuten, kurz darüber nachzudenken und oder es noch gleich mit zu dokumentieren oder weiterzugeben. Das sind fünf Minuten am Tag.
Markus Vüllers: Ja.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das wären dann in der Woche 25 Minuten. Pi mal Daumen. Es reicht vielleicht sogar, ich würde sagen, im ersten Schritt, wenn wir uns am Ende unserer Arbeitswoche mal diese 1 % nehmen. Also einfach mal 5 Minuten am Ende der Woche nehmen, genau das zu machen, reinzukommen. Und da stelle ich mir ja schon die Frage, was sind denn dann 5 Minuten? Wie oft...
Markus Vüllers: Ja.
Elena Schüßler-Roggenhofer: nutze ich fünf Minuten einfach auch für irgendwelche anderen Dinge.
Markus Vüllers: Genau. gebe noch ein Beispiel. Wenn ich in den Betrieben bin, beklage ich ganz oft, dass die Kommunikation zwischen den Schichten schichtübergreifend relativ schlecht funktioniert. Und ich empfehle eigentlich immer eine tägliche Produktionsbesprechung, klar geregelt maximal zehn Minuten, aber einmal im Zusammenkommen der wichtigen Leute und dann tatsächlich dokumentieren, ob Also ich empfehle das immer mit einem Post-it, damit das möglichst einfach dann auch praktiziert werden kann. Und dann habe ich eine Dokumentation, habe eine Wissensaustauschplattform und kann dann von den Post-its der Woche ein Foto machen und habe es dann sogar noch dokumentiert. Und heute kann das eine KI einlesen und ich habe es dann anschließend auch noch in einer sauberen Tabelle. Das erschlägt mehrere Defizite mit einem Schritt. Die Leute sprechen miteinander, die dokumentieren das. die dokumentieren Wissen, die bauen gemeinsames Wissen auf, wenn dann über irgendwelche Qualitätsprobleme gesprochen wird. Und dann spricht nicht A mit B, sondern dann sind C, D und E auch mit dabei und kriegen die Informationen dann halt auch mit. Und durch so eine Routine, die dann wirklich täglich stattfindet, kannst du diese Wochenbesprechungen in irgendwelchen Besprechungsräumen abschaffen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Markus Vüllers: Du schaffst die bilateralen Gespräche im Vorbeilaufen ab. So nach dem Motto, hör mal Fritz, da hinten die Pumpe, die macht Geräusche, kannst du die mal austauschen. Und so hast du dann aber erfasst, am heutigen Tag hat die Pumpe Geräusche gemacht. Und wenn ich dann irgendwann mal über eine vorbeugende Wartung diskutiere, dann habe ich auch da an der Stelle schon einen Prozess implementiert, der sich dann positiv auszahlt.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Markus Vüllers: Genau so, denke ich, muss man dieses Thema wissen, auch managen im Tagesgeschäft, in den Unternehmen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das ist ja einfach eine Wissenstransfer-Methode. Und du sagst jetzt, wir brauchen zehn Minuten. Ich glaube, das, was am meisten Aufwand am Anfang ist, ist, die Leute zu befähigen, auch wirklich genau das so zu machen. Und manchmal reichen dann vielleicht wirklich sogar schon fünf Minuten Übergabe. Es muss halt einmal klar sein, wie läuft hier jetzt dieser Prozess ab? Und was sind die wichtigen Faktoren, die wir weitergeben?
Markus Vüllers: Genau. Genau.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Und wenn wir da bisschen sensibilisiert sind, können wir ja sehr schnell auch einfach Informationen weitergeben, auf denen dann andere wieder aufbauen können, zum Beispiel ja bei einem Schichtwechsel. Und das ist nichts, was jetzt großartig irgendwie hinderlich wäre. Ganz im Gegenteil, das macht ja, dass dann Prozesse effizienter laufen und dass Vorbeugungen wegen Qualitätsissues irgendwie Maßnahmen getroffen werden können und so weiter. Das heißt, das Bereich hat meine Wertschöpfungskette.
Markus Vüllers: Ja, absolut.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Aber ey, da muss ein Umdenken stattfinden.
Markus Vüllers: Ja, das ist so. Und wenn ich dann tatsächlich mir anschaue, in wenigen Betrieben so etwas gelebt wird, wie häufig dann die gleichen Ausreden, wie wir sie hören, die wir dann im Budget-Bingo diskutieren, dann auch tatsächlich kommen, da haben wir keine Zeit für. Und ich sage denen dann die Investition. Die Investition ist ein Städtisch für 35 Euro, weil ganz bewusst das Thema im Stehen diskutieren und nicht erst in irgendeinem Besprechungsraum laufen. Dann klare Uhrzeit.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: Mit einer klaren Regel, in den zehn Minuten sind die Handys aus und da telefoniert nicht noch jeder mit irgendwas anderem durch die Gegend. So, dann konzentriert man sich darauf. Die Post-its werden geschrieben. Da steht ein Datum drauf, da steht ein Verantwortlicher drauf, da steht das Thema drauf und das wird dokumentiert. Und dann wird noch ein Whiteboard und ein Flipchart in diese Ecke gestellt und dann bleibt das da auch stehen. Und was ich dann ein paar Mal schon wirklich erlebt habe, weil ich habe solche Prozesse schon mehrfach dann auch erfolgreich umgesetzt in den Betrieben, in denen ich auch gearbeitet habe, ist ja keine Erfindung der heutigen Zeit. Das haben wir schon vor zehn Jahren so gemacht, solche Geschichten. Dann hängen die da. Alle anderen, die sonst diese Informationen gar nicht mitkriegen, bleiben dann da stehen. Dann kommt die Spätschicht halt ein paar Minuten eher. Und dann stehen die Leute da vor und gucken sich an, was haben die heute morgen besprochen?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mh.
Markus Vüllers: Und dann hast du einen Informationsaustausch, die Leute sprechen darüber. Und wenn das Thema dann wirklich etabliert ist in der Routine, dann ist das mit Geld nicht zu bezahlen. Und das ist gelebter Wissenstransfer. Und damit sind diese ganzen Ausreden, wir haben da keine Zeit für. Und das passt gerade nicht ins Tagesgeschäft. Nee, das muss genauso integriert werden.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ich finde auch, deine Mitarbeitenden, deine du Geschäftsführung keine Zeit haben, sich auszutauschen, dann machst du einen Fehler als Geschäftsführung und nicht dein Unternehmen und deine Mitarbeitenden.
Markus Vüllers: und alles was es ist.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, krass. genau, mit so einer kleinen Methode. Markus hat erst gesagt, 10 Minuten Zeit invest. Ich hab sogar gesagt, wir können das auf 5 unterbrechen. Das ist 1 % meiner Arbeitszeit. Das muss drin sein.
Markus Vüllers: Ja, das ist absolut so. deswegen, dieses Thema Tagesgeschäft, ist ja auch häufig dann wirklich diese Schutzbehauptung. Wir haben das ja auch oft schon diskutiert. Deswegen titulieren wir das immer als Bullshit-Phrase. Und das sind diese Schutzbehauptungen, werden dann so aus Reflex werden, die dann einfach mal so in den Raum gestellt. Und wenn man dann ein bisschen tiefer darüber diskutiert, natürlich hat jeder die Zeit. So heißt aber auch im Klartext, natürlich setzt das eine gewisse Disziplin voraus. Also das sind so Dinge, wo ich dann auch immer sage, auch in einem Produktionsprozess, da gehört dann eine Pünktlichkeit dazu. Wenn ich das morgens acht mache, dann haben auch alle acht da zu stehen. Da kann gerne jeder seinen Kaffee mit reinbringen und da kann auch gerne mal über irgendwelche Fußballergebnisse vom Wochenende kurz gesprochen werden, in Montags. Aber dann wird das stringent durchgeführt.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: Und wenn ich nichts mehr zu sagen habe, dann gehe ich auseinander. Dann ist die Veranstaltung nach drei Minuten vorbei. Aber sie findet jeden Tag statt. Und die Entscheidung, wir haben heute nichts, die findet in der Runde statt. So, das muss ein Prozess sein, der wirklich in Fleisch und Blut übergeht und gelebt wird. Und genau mit dem Stellenwert gehört das Thema Wissenstransfer damit.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ende.
Markus Vüllers: Ja, und wir haben wieder ein Thema, also wir werden mal über das Preisschild von Wissen. Das ist mit Sicherheit auch mal eine spannende Diskussion. Da werden wir mit Sicherheit nochmal drüber sprechen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Gut, damit müssen, glaube ich, wir jetzt alle noch mal drüber nachdenken. Verabschieden wir uns für diese Woche und sagen, abonniert die Glocke.
Markus Vüllers: Vielen
Markus Vüllers: Ja und wir hören uns nächste Woche in alter und neuer frische wieder. dahin, ciao ciao.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Bis dann, ciao ciao!
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