Wissen teilen? - Ich bin doch nicht doof!
Shownotes
Das Wissensnavi für Lackierbetriebe
Der Podcast zum Thema Wissenstransfer und Wissensmanagement für industrielle Lackier- und Beschichtungsbetriebe.
Am Beispiel der Lackierbranche diskutieren Elena Schüßler-Roggenhofer und Markus Vüllers über das Wissen in den Unternehmen, welches bewahrt werden muss, auch wenn die Wissensträger das Unternehmen verlassen.
Elena, als Expertin für Wissenstransfer und Wissensmanagement und Markus, als Experte für Prozessoptimierung im Bereich industrieller Oberflächentechnik nehmen Euch mit auf die Reise durch die Welt des Wissens.
Anhand praktischer Beispiele werden typische Situationen in Lackier- und Beschichtungsbetrieben beleuchtet und Lösungswege für ein systematisches Wissensmanagement aufgezeigt.
Bringt Euch aktiv mit in die inhaltliche Gestaltung des Podcast ein, indem Ihr uns Eure Fragen und Themenvorschläge schickt.
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Schüßler-Roggenhofer Wissenstransfer
Elena Schüßler-Roggenhofer
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Elena Schüßler-Roggenhofer: Hallo Markus! Na, was hast du so erlebt die Woche?
Markus Vüllers: Hallo Elena.
Markus Vüllers: Haha. Viel, wobei es ist ja Sommerloch. Wir haben ja jetzt bald die Woche, wo alle in den Ferien sind. Ist das jetzt schon? Nein, Bayern und Baden-Württemberg noch nicht.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ist jetzt schon. Ich glaube es. dann nächste Woche.
Markus Vüllers: Übernächste Woche. Wir haben tatsächlich irgendwie Anfang Anfang August. Ich hatte mal nachgeschaut. Ja, ich glaube.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Bist du sicher? Ich dachte, ich hätte das im Radio gehört, dass es jetzt schon wäre. Na ja, du, können das gerade googeln.
Markus Vüllers: Jaja, kann man googeln. ich meine, ich hatte mir so eine... Ich habe ja auch immer so eine Liste, damit man weiß, wann Kunden vielleicht weg sind. ja, ist halt logischerweise Sommerloch, alles ein bisschen ruhiger. Aber die beiden Bundesländer sind meines Wissens immer sehr, spät.
Elena Schüßler-Roggenhofer: 3. August dann.
Markus Vüllers: 3. August, also das übernächste Wochenende. Ja guck!
Elena Schüßler-Roggenhofer: Übernächste Woche? Ja, hast du vollkommen recht. Was hab ich denn da gehört? Das hab ich, ich hab das schon so abgespeichert, dass sie jetzt schon alle Ferien haben, das war ganz klar in meinem Kopf jetzt. Aber von jetzt an hab ich auch nur die Hälfte gehört. Na dann.
Markus Vüllers: Ne, also die Südspitze des Landes noch nicht.
Markus Vüllers: Ja, was war denn so deine Wissensperle der letzten Woche?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Meine Wissensperle der letzten Woche. Ich habe einen Vortrag gehalten zum Thema Wissenstransfer und hatte eine relativ große Gruppe dahinter, das war Live Online. da habe ich oder ich stelle immer dann am Anfang die Frage, was bedeutet Wissenstransfer für dich? Und habe dann so eine Umfrage gemacht, sodass man quasi einen Freitagsfeld hatte und dann ergibt sich so eine Wortwolke. und da waren zwei Dinge, die wirklich sehr prominent in der Mitte waren, sprich, also Funktionalität dahinter ist, je größer in der Mitte dieses Wort erscheint, desto mehr Leute haben genau das Wort geschrieben. auf Platz Nummer eins war Kommunikation und Platz Nummer zwei, weil ich fand, das war doch ein bisschen kleiner nochmal, war das Thema Wertschätzung und das fand ich ganz schön. Weil das ja sonst immer was ist, was erstmal gar nicht so mitbedacht ist, sondern eher so dieser unternehmerische Fokus mit im Auge ist, weil das natürlich den meisten Erfolg dann fürs Unternehmen bringt. Also dass man da guckt, man spart Zeit und Geld und das schafft mehr Effizienz. Und ne, da war wirklich nicht Effizienz, sondern Wertschätzung mit an erster, zweiter Stelle. Und das hat mich beeindruckt, weil da, finde ich, merkt man jetzt, ich halte diesen Vortrag auch regelmäßig, also in jedem Semester einmal. Das hat sich geändert über die letzten Jahre, würde ich sagen. Ich werde das jetzt mal beobachten, ob das ein Trend ist, ob immer mehr Menschen auch Wertschätzung damit verbinden oder ob das jetzt so eine Ausnahmekohorte war. Und fand es aber generell ganz spannend.
Markus Vüllers: Hm?
Markus Vüllers: Variiert das denn? Ich meine, du hältst ja häufig Vorträge. Variiert das stark die Wörter oder das Wort, was am stärksten genannt wird?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Nee, Kommunikation fand ich war jetzt auch das erste Mal so prominent mit dabei. Eigentlich ist der Standard Wissen sichern oder Wissen teilen. Also das ist eigentlich das, was so prominent in der Mitte dann ist. Und dann gibt es halt ganz viel, meistens wird auch genannt On- und Offboarding oder nur Onboarding. Das sind halt die Sachen, die man so damit verknüpft. Ja, aber spannend auf jeden Fall.
Markus Vüllers: Ja cool.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Und bei dir so?
Markus Vüllers: Ja, ein Thema, ich habe überlegt, was ich jetzt hier in dieser Podcast-Folge nehme. Und ich nehme mal so ein Thema, was für mich sehr deutlich geworden ist. Also so unterschwellig habe ich das eigentlich immer schon, ich habe mir zumindest eingebildet, dass ich das wusste oder weiß. Aber jetzt habe ich es nochmal wirklich hauptnah und live und in Farbe erlebt, dass Unwissenheit in vielen Bereichen, wo Wissen eigentlich vorherrschen sollte.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: Unwissenheit und eklatante Unwissenheit vorherrscht. Also der Zusammenhang war, dass es eine größere Besprechung gegeben hat mit verschiedensten Institutionen, die die Grundlagen industrieller Lackiertechnik kennen müssen. Ich drücke das ganz bewusst so explizit und scharf aus.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: Ich war in dieser Besprechung erschrocken, wie wenig Wissen tatsächlich dort ist. Und wie wenig eigenständige Einsicht Einzug hält, wenn man merkt, dass man etwas nicht wusste. Das heißt also, was für mich die, ich weiß keine, man das als Perle bezeichnen kann, ist auch wieder so eine Negativperle, die die Erkenntnis für mich ist. Wir haben ja mal, ich weiß gar nicht, was ich weiß. Das ist ja so ein Spruch, den wir häufiger mal diskutieren. Oder was du dann auch sagst, was ist denn so die Frage zum Einstich? Weißt du eigentlich, was du alles weißt? Und wenn die Leute das dann so einschätzen, dass sie der Meinung sind, sie wüssten viel oder alles und dann aber in der Realität wirklich eklatante Lücken da sind, die für die Bearbeitung eines solchen Themas wirklich katastrophale Folgen haben können, hat mich das
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Markus Vüllers: Echt geschockt.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, können wir jetzt irgendwie noch einen Dreh dahin kriegen? Wie können wir das mit Wissenstransfer verbessern?
Markus Vüllers: Ja, das Positive an der ganzen Geschichte ist tatsächlich, dass ich dann bestätigt aus diesem Thema rausgefahren bin, nicht nachzulassen, das auch wirklich zu artikulieren, Wissen in die Branche reinzubringen, Schulungen, Trainings, Workshops, auch einfache LinkedIn-Posts, in denen halt auch Wissen und Informationen vermittelt werden. Da darf man nicht nachlassen. Man darf sich nicht darauf verlassen, ach, das brauch ich denen nicht erzählen, das wissen die schon alles.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Markus Vüllers: sondern wirklich auch proaktiv immer mal wieder solche Themen anzusprechen. Und das passt natürlich zum Wissenstransfer wie die Voros aufs Auge. Das ist ja genau unser Thema, was wir immer diskutieren.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Total. ich finde, da spielt jetzt auch so ein bisschen noch mit rein, dass es immer gut auch vorher in der Planung ist. Also wenn ich jetzt mal überlege, man plant so einen Termin, sich zu überlegen, was wissen die Leute denn schon? Also was kann ich da voraussetzen oder wo müssen wir überhaupt einsetzen? Eigentlich im klassischen didaktischen Bereich wäre das halt eine Zielgruppenanalyse. die man natürlich auch im ganz Kleinen schon denken kann, ohne jetzt ein irgendwie geartetes Training oder Ähnliches dahinter zu packen. Aber es macht schon Sinn, sich damit auseinanderzusetzen, was weiß mein Gegenüber, was hier ist und wie schaffen wir es, eine gemeinsame Basis zu schaffen von dem, wovon wir dann alle irgendwie dann weiterarbeiten können.
Markus Vüllers: Ja, absolut richtig. Ich bin wirklich nachdenklich rausgefahren aus der Veranstaltung, weil ich mit einer ganz anderen Erwartungshaltung reingegangen bin. Ich bilde mir tatsächlich ein, dass ich einen realistischen Blick auf die Branche und die handelnden Akteure habe, weil ich viel mit Menschen zusammenkommen und zu tun habe. Aber das hat mich doch tatsächlich überrascht und hat mir gezeigt, dass man gewisse Dinge nicht als selbstverständlich...
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: Voraussetzen sollen, sondern wirklich analysieren und hinterfragen muss, bevor man in solche Besprechungen geht.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, cool.
Markus Vüllers: Passt ja vielleicht auch ganz gut zu unserem heutigen Thema.
Elena Schüßler-Roggenhofer: irgendwie schon, leider.
Markus Vüllers: Leider, ja. Ich erzähle mal eine Geschichte, auch aus dem dem wahren Leben. Ist jetzt schon ein paar Wochen her. Ich war in einem Kundenprojekt und habe mir Prozesse angeschaut, habe mir Abläufe angeschaut. Die Leute waren sehr offen. Total cooles Team, was da in der Anlage arbeitete, machen einen ordentlichen Job. Natürlich findet man, wenn man als Externer reinkommt, immer Ansatzpunkte, wo es besser werden kann. Das ist ja letztendlich auch der Job.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Macht mal!
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: Und dann hat mich aber am zweiten Tag eine Aussage doch ziemlich geschockt. Irgendwie kam mir dann so oft das Thema Wissenstransfer. Das Unternehmen ist auch in so einer Situation, in den nächsten zwei Jahren ein Generationenwechsel ansteht, dass also im Prinzip dann jemand in Rente geht oder mehrere Personen in Rente gehen, die schon viele, viele, viele Jahre in dem Unternehmen arbeiten. Also der Klassiker, den wir häufig diskutieren. Und dann sagt tatsächlich Einer dieser Personen, der jetzt noch ein paar Jahre länger zu arbeiten hat, also so im Bereich 5, 6, 7 Jahre, sagt dann, nee, nee, ich will ja bis zur Rente kommen. Warum soll ich denn mein Wissen teilen? Ich bin doch nicht doof. Weil wenn ich jetzt mein Wissen teile, dann weiß ich ja gar nicht mehr, ob ich noch gesichert bis zur Rente komme.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: Und das war Realität. Und das hat mich dann schon so ein bisschen erschrocken. Weil das ist ja so ein bisschen unser Thomas Mayer, den wir mal definiert haben als Persona. Und das ist natürlich eine Begründung, die man ja vielleicht auch so ein bisschen nachvollziehen kann, wenn man jetzt sich nur die Person anschaut. Und...
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja.
Markus Vüllers: Was für mich wirklich erschreckend war, dass das dann wirklich genauso und auch in der Schärfe artikuliert wurde.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Und hast du dann eine Rückfrage gestellt oder wie bist du dann mit der Situation umgegangen?
Markus Vüllers: Ja, ja klar. Ich war erstmal ein bisschen konsterniert. Hab dann so bisschen überlegt, Mensch, wie gehe ich jetzt dann mit der nächsten Frage rein? Und wir hatten jetzt über die zwei Tage schon ein ganz gutes Verhältnis, sodass ich dann auch sagen konnte, ja, meinst das denn wirklich so? Und du bist doch hier gesichert in deiner Position und ihr seid als Unternehmen jetzt ja nicht unbedingt akut gefährdet, dass da irgendwo Turbulenzen entstehen. Also die haben wirklich eine Marktnische und eine Marktposition, die safe ist. Also da würde ich jetzt mal nicht erwarten, dass da jetzt aufgrund von irgendwelchen wirtschaftlichen Krisen das ganze Thema kritisch zu betrachten ist. Und dann habe ich die Diskussion gesucht und dann kam schon so ein bisschen aus den Sätzen heraus ein Thema Wissen ist Macht über die ganzen Jahre.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: Es wurde dann auch in den Schilderungen deutlich. Ich habe dann gefragt, ja, aber du musst doch auch mal an die Zukunft des Unternehmens denken und auch, wie es denn danach weitergeht. Das war jetzt keiner, der gesagt hat, das ist mir alles egal. Ganz im Gegenteil. Sondern er würde dann auch zu einem gewissen Zeitpunkt sehr wohl bereit sein, sein Wissen zu teilen. Also wenn er am rettenden Ufer angekommen ist, dann teilt er natürlich sein Wissen. Aber nicht hier und jetzt.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, und ich finde also das, ich finde jetzt die Aussage per se nicht toll, aber ich finde die ist nicht so kritisch wie das, dahinter steckt, weil das, was dahinter steckt, ist das, was der Mitarbeiter in dem Fall nämlich fühlt, scheinbar. Und das seit Jahrzehnten offensichtlich und das hat sich wahrscheinlich aufgebauscht, dass wenn er nicht alles alleine macht und die Kontrolle über sein Tun und sein Wissen behält, dass er ersetzbar ist und
Markus Vüllers: Hm?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Warum hat er jetzt diese Gedanken? Ja, wahrscheinlich weil ihm das so gespiegelt wird. Oder wenn es ihm nicht gespiegelt wird, wird es aber auch nicht aufgelöst. Also scheinbar weiß vielleicht auch die Führung oder die Kollegin und so weiter, wissen gar nicht, was in dem Kopf der Person überhaupt vorgeht. Da gibt es jetzt glaube ich so bisschen die zwei Seiten. Das eine ist, wir sagen ja, ich glaube wir haben es ja auch schon mal gesagt, meine Omi meinte immer nur, sprechenden Menschen kann man helfen. Ich nenne ihn jetzt auch einfach Thomas. Genau, dieser Thomas Mensch, der könnte das natürlich artikulieren. Da weiß sich jetzt aber die Katze den Schwanz, weil der weiß das ja vielleicht jetzt gar nicht. Also der wusste das ja gar nicht, bis du diese Frage gestellt hast, dass er überhaupt genau so denkt. Also vielleicht war das ja gar keine bewusste Entscheidung, sondern sie wurde erst bewusst mit dem Aussprechen oder mit dieser Situation, die ihr da in diesem Meeting hattet. Und jetzt hat man ja auch seitens des Unternehmens und aller beteiligten Personen, die mit dieser Person zusammenarbeiten, die Möglichkeit, genau diese Gedanken aufzulösen und ihm die Angst zu nehmen, nicht sicher zu sein und ihm die Wertschätzung entgegenzubringen, dass das ein ganz
Markus Vüllers: Hm?
Elena Schüßler-Roggenhofer: weiterer Bestandteil ist, der jetzt dann dazukommen kann. Aber es kann natürlich auch sein, dass mit dem Tun und Handeln, was jetzt dann folgen wird, genau darauf eingezahlt wird, dass diese Denkweise bestehen bleibt. Und ich glaube, da müssen beide Parteien
Markus Vüllers: Hm?
Elena Schüßler-Roggenhofer: Beide Parteien im Sinne von die eine Person Thomas-Person und das Unternehmen als mit mehreren Personen drin eine Person können jetzt mal versuchen miteinander daran zu arbeiten.
Markus Vüllers: Also ich bin tatsächlich gespannt, wie dieses Kapitel weitergeht. Also ich bin ja dann immer, wenn ich dann so eine technologische Betrachtung mache, dann bleiben natürlich die zwischenmenschlichen Themen gar nicht aus. Das Thema Wissenstransfer habe ich natürlich auch immer mit im Portfolio und diskutiere das in den Unternehmen auch. Und für mich ist dann immer so die erste Diskussion, ja, wie gehe ich mit dem Beratungsbericht Wie platziere ich ein solches Thema im Beratungsbericht? Weder nicht Gefahr zu laufen, das Vertrauen der Mitarbeitenden zu verlieren. Auf der anderen Seite ist es natürlich schon so, dass wenn ich als externe Beratung reingeholt werde, dann möchte der Unternehmer natürlich ein umfassendes Bild haben, an welchen Stellen drückt der Schuh. Und hier hatten wir jetzt tatsächlich die aus meiner Sicht sehr positive Konstellation. Und ich glaube auch, dass sich das Thema auf Dauer positiv auflösen wird. Ich habe die
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hm.
Markus Vüllers: Geschäftsführung, aber auch die Führungskräfte nicht so kennengelernt, dass die jetzt genau diese Kultur im Unternehmen pflegen, dass da jemand Angst haben muss. Wir haben ja auch schon mal über psychologische Sicherheit hier im Podcast gesprochen. Und ich glaube eher, dass es ein mangelndes Kommunikationsthema ist, also genau das, was du angesprochen hast und was sich sehr einfach und schnell auflösen lässt.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: Dadurch, dass man dieses Thema einmal zum Thema macht und drüber spricht. Und das habe ich dann in dem in dem Bericht dann auch genauso verfasst. Das Feedback auch im Abschlussgespräch war so Ja, das ist ein wichtiges Thema und ein Thema, was dieses Unternehmen auch für sich aufnehmen möchte, sein Wissen zu dokumentieren. ist für uns auch ein Kandidat, irgendwann mal in Sachen Wissenslandkarte fürs Unternehmen mal
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.
Markus Vüllers: auftauchen wird. Und ich glaube, dass sich das in dem Falle positiv verändern wird. Hat mir aber gezeigt, wie oft das tatsächlich auch überraschend in den Köpfen genau diese Abwehrhaltung gibt. Also diese Bedenken, gerade wenn dann im Umfeld draußen dann gesehen wird, hier ist Kurzarbeit, hier wird Personal abgebaut, dass diese Ängste zunehmen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.
Markus Vüllers: Und es wird immer wichtiger, dass die Unternehmen dieses Thema psychologische Sicherheit auch wirklich artikulieren und darüber sprechen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, total. Und ich glaube auch, es ist sinnvoll, das zum Thema zu machen. Und gleichzeitig muss auch der Rahmen geschaffen werden, dass halt eine Wissensteilungskultur überhaupt erst entstehen kann. Weil wenn ich dafür auch gar nicht die Zeit oder die Ressourcen bekomme, dann ist es natürlich auch noch mal schwieriger, wenn das alles so en passant passieren soll und alles irgendwie unstrukturiert ist. glaube ich, dass es dann noch schwieriger ist, da reinzugehen, als wenn man dann irgendwann den Punkt als Unternehmen setzt, strukturierenden Rahmen zu geben und zu sagen, wir machen jetzt Wissen teilen als Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Und das gehört damit dazu. Und dafür haben wir die erforderlichen Zeitressourcen und auch weitere Ressourcen, die dafür benötigt sind. Ich finde auch, das kam mir gerade noch so in den Kopf, weil ich da schon auch unterschiedliche Erfahrung gemacht habe mit genau dieser Denkweise, teile mein Wissen nicht. Das ist jetzt, weil du angesprochen hattest, der geht jetzt auch so in sieben, acht Jahren dann in Rente. Das ist gar kein Thema, was auf Menschen, die kurz vor der Rente stehen, beschränkt ist. Das geht wirklich durch alle Altersstufen hinweg, gibt es halt auch einfach die Individuen, die genau in dieser Haltung sind und das auch dann so leben. Und da ist es, ich, schon sehr wichtig zu gucken, warum ist das so und wie kann man das im besten Fall aufbrechen und zwar für alle Seiten. das bringt ja auch, das hatten wir in der Folge zur psychologischen Sicherheit auch schon mal besprochen und auch, glaube ich, als wir über Kommunikation gesprochen haben, es ist ja eine totale Last, wenn ich immer das Gefühl habe, ich bin hier der Dreh- und Angelpunkt. Das mag gut gehen, aber das geht halt nicht mehr gut, wenn ich mal spontan ausfalle, weil ich mir meinen Bein gebrochen habe beim Wandern oder ähnliches. Und dann auch immer diese innere Last eigentlicher mitzutragen, aber ich bin verantwortlich, muss das machen, ich muss jetzt eigentlich arbeiten, das macht ja ganz viel mit einem. Ich glaube, wenn man da einen gesunden Umgang mit dem Thema Wissen teilen hat, dann wird ein bisschen von dieser Last weggenommen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das heißt ja nicht, dass man dann nicht trotzdem gewillt ist zu arbeiten oder gerne Dinge dann regeln möchte und das jetzt total doof ist, dass ich krank bin und nicht arbeiten kann. Aber es gibt halt eine Struktur und es gibt Prozesse, die mir das dann einfach erleichtern, auch mal nicht da zu sein.
Markus Vüllers: Ja, 100-prozentig. Also da stimme ich dir komplett zu. Und dieses Thema der Unabkömmlichkeit oder der vermeintlichen Unabkömmlichkeit, das ist so meine Erfahrung über die letzten Jahre und Jahrzehnte. Wenn ich mir das mal überlege, das sind ja so Situationen, die gab es vor 40 Jahren in den Betrieben auch schon. Und das ist kein Thema, was langläufig immer mal wieder so als Generationen-Ding erzählt wird. Das hat mit den Generationen überhaupt nichts zu tun.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Mh-mh.
Markus Vüllers: Und das ist mir in diesem Fall jetzt auch deutlich geworden. Ich habe ganz bewusster auch jetzt nicht über Boomer oder Generation Y oder so gesprochen. Das hat da gar nichts verloren. Das ist ein Thema, was die Unternehmenskultur betrifft. Das ist ein sehr individuelles Thema, was der Mensch, der betroffene Mensch für sich selber fühlt und interpretiert. Und Interpretation ist ja immer dann das Einzige, was passieren kann, wenn man nicht miteinander spricht.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.
Markus Vüllers: wenn keine Kommunikation stattfindet. Und das ist genau das, was du gesagt hast. Kommunikation ist der Schlüssel für das Schaffen von einer Unternehmenskultur, in der psychologische Sicherheit einfach vorherrscht. Und dann ist das eigentlich ein Thema, wo wir dann mit unserem Podcast unseren Beitrag zu leisten können und was wir nicht oft genug wiederholen können, dass man über solche Themen sprechen muss.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Das ist jetzt unser Fazit und das, was wir den Unternehmen mitgeben können, wie sie im Alltag darauf achten können.
Markus Vüllers: Genau solche Fragen einfach mal stellen. Ich könnte es mir jetzt einfach machen und sagen, holt externe Leute rein, die einfach eine andere Sicht haben. Das ist natürlich ein Thema. Ganz klar. Aber das kann man auch intern machen, indem man tatsächlich mal unabhängig davon, dass man sich über die letzte Reklamation oder über irgendwelche zu lackierenden Bauteile unterhält, mal Themen diskutiert, die die Zusammenarbeit betreffen oder auch die Emotionen und die Gefühlswelt. Also weg von der Sachebene hin mal zu der zwischenmenschlichen und kommunikativen Ebene. Und wenn man solche Themen dann auch mal anspricht, auch vielleicht mal unangenehme Fragen stellt, dann kommen solche Sachen auf die Tagesordnung.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Top! Und damit bleibt uns nichts anderes mehr zu sagen. mehr coole Tipps abonniert die Glocke. Beim nächsten Mal sprechen wir wieder ein bisschen tiefer über das Thema Wissenstransfer.
Markus Vüllers: Genau.
Markus Vüllers: Nächstes Mal haben wir Deep Dive zu unserer letzten Folge. Wir haben gar nicht darüber gesprochen, was wir beim letzten Mal gemacht haben.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Können wir ganz schnell noch machen.
Markus Vüllers: Ja, dann wissen wir nämlich auch, wo wir beim nächsten Mal drüber sprechen.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Wunderbar. Letzte Folge haben wir darüber gesprochen, dass wir in den letzten nunmehr 82 Folgen primär darauf eingegangen sind, dass Wissenstransfer innerhalb von Organisationen stattfindet und haben uns gar nicht so viel damit beschäftigt, dass natürlich auch Wissenstransfer mit extern ein wichtiger Bestandteil vom Thema Wissenstransfer ist. Und da sind wir so bisschen oberflächlich schon mal reingegangen und haben geguckt, ja, was sind denn so Fälle, wo sowas relevant wäre. Und jetzt bei der nächsten Folge werden wir da ein bisschen tiefer reingehen, mal mit einem konkreten Beispiel. Und was sonst noch so kommt, werdet ihr in dieser Folge erfahren.
Markus Vüllers: So machen wir das. Bis nächste Woche. Ciao, ciao.
Elena Schüßler-Roggenhofer: Bis dann, ciao ciao!
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