Jeder sieht Wissen anders

Shownotes

Das Wissensnavi für Lackierbetriebe

Der Podcast zum Thema Wissenstransfer und Wissensmanagement für industrielle Lackier- und Beschichtungsbetriebe.

Am Beispiel der Lackierbranche diskutieren Elena Schüßler-Roggenhofer und Markus Vüllers über das Wissen in den Unternehmen, welches bewahrt werden muss, auch wenn die Wissensträger das Unternehmen verlassen.

Elena, als Expertin für Wissenstransfer und Wissensmanagement und Markus, als Experte für Prozessoptimierung im Bereich industrieller Oberflächentechnik nehmen Euch mit auf die Reise durch die Welt des Wissens.

Anhand praktischer Beispiele werden typische Situationen in Lackier- und Beschichtungsbetrieben beleuchtet und Lösungswege für ein systematisches Wissensmanagement aufgezeigt.

Bringt Euch aktiv mit in die inhaltliche Gestaltung des Podcast ein, indem Ihr uns Eure Fragen und Themenvorschläge schickt.

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Schüßler-Roggenhofer Wissenstransfer

Elena Schüßler-Roggenhofer

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Elena Schüßler-Roggenhofer: Hallo Markus!

Markus Vüllers: Hallo Elena!

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, wir haben letzte Woche ganz viel über Renteneintritt mal wieder gesprochen, das ist auch was ganz Neues. Diesmal aber mit ein bisschen anderem Aspekt, nämlich den Frust, den du auch aus dem Bekanntenkreis heraus gespürt hast, für gerade die Menschen, nicht für, sondern von den Menschen, die 40 bis 45 Jahre im Berufsleben waren und jetzt in Rente gehen und einfach nur noch froh sind weg zu sein.

Markus Vüllers: Ja.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Und da haben wir ein bisschen drüber gesprochen. Das ist schade.

Markus Vüllers: Ja, eine Frustfolge. Obwohl das Thema Wimsy, was am Anfang da war, ja nichts mit Frust zu tun hatte. Das war ja so das positive Signal. Versuchen wir heute mal wieder eine Sonnenscheinfolge.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, eine Sonnenscheinfolge, vor allen Dingen auch ein ganz neuer Input, den wir haben. Aber vorher gibt es eine Wissensperle.

Markus Vüllers: Ja.

Markus Vüllers: Ja, soll ich anfangen? Meine Wissensperle ist das Slopometer.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, bitte.

Elena Schüßler-Roggenhofer: der KI-Slop.

Markus Vüllers: Genau. Und das Slopometer ist eine Chrome Erweiterung, die man kostenfrei installieren kann. Und die zeigt einem dann tatsächlich bei den LinkedIn Beiträgen an, zu wie viel Prozent das KI-Slop ist oder ob das ein Mensch geschrieben hat.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ist es diese Slop-Funktion auf LinkedIn, die man da integrieren kann? Nee, das ist was anderes. Da kannst du unten Slop melden,

Markus Vüllers: Nee, nee, das ist was anderes. Genau, also bei LinkedIn ist ja, also der LinkedIn-Algorithmus, ich hab mich da ja jetzt ziemlich darauf vorbereitet, weil ich ja ein Webinar gemacht habe zu demer LinkedIn-Nutzung. Und dann hab ich mich natürlich auch so bisschen mit Zahlen und Funktionalitäten auseinandergesetzt. Und dieser Button, den man nutzen kann, oder diese drei Punkte, die man nutzen kann, seinen persönlichen Feed zu optimieren, dass man nicht so viel Werbung angezeigt bekommt, die man nicht, die einen nicht interessiert.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm...

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: Da gibt es jetzt einen Knopf, man sagen kann, vermutlich KI-Slop, also KI generiert, und kann das entsprechend melden, weil LinkedIn mit Nachdruck daran ist, diesen KI-Blödsinn, der nur irgendwelche Retortenbeiträge angeht, von der Plattform zu verbannen. Und dann haben sich natürlich ein paar ganz fiffige Programmierer dann hingesetzt und haben gedacht, Mensch, wir machen da mal so ein Tool.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: Und dieses Tool hat, ich habe das gehört in einem Podcast von Britta Behrens. Und Britta Behrens ist ja so eine der, ja der großen LinkedIn Influencerinnen, die also wirklich als Expertin da auf der Plattform unterwegs ist und sich da sehr gut auskennt. Und die brachte das in diesem Podcast. Und ich habe das natürlich sofort ausprobiert. Und habe das jetzt als

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: als Chrome Erweiterung mitlaufen und sehe jetzt also wirklich, wenn ich durch meinen Feed scrolle, sehe ich jetzt hoppla, was ist Ki-Slop und was nicht. Also was dann da mit irgendeinem Algorithmus erweitert wird. Was ich natürlich feststelle, dass man da mittlerweile ja auch selber ziemlich sensibel ist und das meistens eigentlich schon selbst erkennt.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mh!

Elena Schüßler-Roggenhofer: Wow!

Markus Vüllers: und kriegt das im Prinzip dadurch bestätigt. Und wenn das dann tief rot ist und das zu 95 Prozent KI-Slop ist, dann ist das tatsächlich ein Artikel, den man nie lesen würde. Und ist ein nettes Spielzeug, nette Spielerei, war für mich die Wissensbärle der Woche das Slopometer.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Okay.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Lopometer. spannend. Ich habe auch eine Wissensperle. Ich musste ein bisschen überlegen, weil ich ja selber gesagt habe, positive Dinge wollen wir nutzen für die Wissensperlen. Manchmal ist es schwieriger als andere Male. Und ich habe darüber nachgedacht, wie wäre es, wenn ich einen Gedanken darüber verliere, was Wissenstransfer und Malen

Markus Vüllers: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: miteinander zu tun haben, weil wir haben es ja letzte Woche schon gedroppt. Ich habe ja zu unserem 5000 Download Jubiläum ein kleines Bild gemalt, relativ klein würde ich schon sagen. Und da habe ich mich so dem Kreativfluss hingeben lassen. Das war sehr spannend im Entstehungsprozess, weil ich was ganz anderes vor Augen hatte, als es dann letztendlich rausgekommen ist.

Markus Vüllers: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Und da dachte ich, das ist witzig, weil das ist ähnlich, wie für viele Wissensgebende wahrscheinlich die Wissenslandkarte ist. Die haben, nachdem wir ein Briefing gemacht haben, sicherlich irgendwie ein eigenes Bild vor Augen. Und am Ende wird das wahrscheinlich ganz anders sein als das, was sie sich im Vorfeld ausgemalt haben, wie dieser Prozess abläuft. wie auch die Wissenslandkarte dann am Ende aussieht, was daraus dann resultiert und so weiter. Und da dachte ich sehr an meinen Mahlprozess, weil das war ungefähr genauso. hab mich hingesetzt und ich hatte eine ganz konkrete Vorstellung, wie das jetzt dann am Ende aussehen sollte. Und dann hab ich angefangen und ja, dann ist eins zum anderen gekommen und dann sah es schon anders aus. Und dann war ich kurz im Stress und dachte, das wird Müll. Und dann habe ich aber das Konzept umgeschmissen und mich irgendwie eher so von meiner Intuition leiten lassen. Und am Ende für die Stunde Zeit investiert, die ich gemacht habe, mit sehr viel Föhn, damit die Acrylfarbe irgendwie noch trocken wird und ich mit mehreren Schichten arbeiten kann, ist es dann passabel geworden. Und ich habe mich sehr gefreut, ob dieses Prozess ist. Also letztlich war das auch irgendwie so ein Business Transfer Prozess, nur eigentlich mehr ein Kreativprozess.

Markus Vüllers: Finde ich spannend. Also die Brücke finde ich total gut. Und ich stimme dir komplett zu, dass die Vorstellung, wie so eine Wissenslandkarte aussieht, nach dem Briefing meistens anders ist als das, was man tatsächlich hinter in den Händen hält oder als Mindmap angezeigt bekommt. Und das passt ja auch ganz gut zu dem Thema, was wir heute haben.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Schon? Ja, stimmt, da gab's nämlich auch ein vorgefertigtes Template und das ist dann anders geworden.

Markus Vüllers: Hm?

Markus Vüllers: Mhm.

Markus Vüllers: Ja, und vor allen Dingen auch die Story, die dann immer mal wieder auftauchte. Das ist ja tatsächlich wir erzählen noch nicht was es konkret geht, aber es ist schon so, dass Leute, unseren Podcast hören und auch intensiv gehört haben, dann doch teilweise nicht so die Vorstellung haben, was passiert denn da so im Wissenstransfer? Und wie geht das denn dann so vonstatten? Wenn dann ein moderiertes Interview stattfindet und so eine Wissenslandkarte entstehen soll. Und weil die nicht genau wissen, was denn da genauso passiert und auch nicht wissen, wie sie denn in ihrem Unternehmen da gerade so stehen und was andere da im Unternehmen darüber denken, macht das ja Sinn, irgendwie den Zustand im Unternehmen zu erfassen. So, darüber haben wir gesprochen und dann hast du gesagt, ich hab da was.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Das ist korrekt. Soll ich sagen, was ich hatte? Ich hatte den Knowledge Quick Scan. Das ist eine Methodik, die ich mitgenommen hatte aus der Weiterbildung, die ich selber besucht habe zur Wissensmanagerin von der IHK zu Köln in Kooperation mit der Universität zu Köln.

Markus Vüllers: Ja los!

Markus Vüllers: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Und dies ist eine gute Empfehlung für alle, die so einen Rundumschlag im Bereich Wissensmanagement bekommen wollen. Super gute Weiterbildung kann ich Wermstons empfehlen. Und der Knowledge Quick Scan war ein Bestandteil an Methodik, wie man Wissensstände erfassen kann. Es gibt auch noch größere Themen, wie zum Beispiel eine Wissensbilanz, das ist noch deutlich elaborierter als der Knowledge Quick Scan. Ich finde aber, einen ersten Aufschlag im Unternehmen, sich auch dem Thema Wissen, was sind die Prozesse dahinter, wie gehen wir hier eigentlich mit Wissen was ist die Kultur dahinter, überhaupt mal sich zu beschäftigen, ist das so niedrigschwellig, dass man das immer gut machen kann. Und es ist auch noch nicht so zeitintensiv wie zum Beispiel eine Wissensbilanz. Wir können irgendwann mal eine Folge zur Wissensbilanz machen, würde heute aber komplett ausarten. Also lassen wir das kurz so stehen. Es kann ja auch jeder gerne googeln, wer sich vorab schon da interessiert. Genau. Und ich hab dir dann den Knowledge Quickscan geschickt mit den vorgefertigten Kategorien, die es beinhaltet und mit den Fragen, die auch schon da vorformuliert waren.

Markus Vüllers: Hm?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Und dann hast du gesagt, das ist eine gute Basis, lass uns das aber ein bisschen anpassen auf die Lackier- und Beschichtungsindustrie.

Markus Vüllers: Ja und das haben wir dann getan. Dann haben wir gesagt, jetzt stecken unsere Köppe mal zusammen. Wie kriegen wir das ganze Thema für einen typischen Lackier- und Beschichtungsbetrieb so adaptiert, dass er dort mit der Beantwortung der Fragen eine Standortbestimmung erhält, was in seinem Unternehmen da ist? Und wie schaffen wir es ihm dann auch so bisschen Klarheit zu versorgen?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Markus Vüllers: zu besorgen. Wir haben dann gesagt, wir nehmen im Prinzip die sieben Wissenskategorien der Wissenslandkarte, kategorisieren diese Statements, dann da in dem Quickscan stehen, eigentlich in diese sieben Kategorien und machen dann eine Bewertungskala. Das war so, wie es dann in der ursprünglichen Variante auch war, dass man eigentlich zu jedem Statement einfach nur sagen muss, das trifft voll zu. Dafür gibt es dann einen Punkt oder das trifft überhaupt nicht zu. Dafür gibt es fünf Punkte.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: Und dann gibt es halt die zwei, die drei und die vier Punkte dazwischen. Drei ist dann immer so der neutrale Bereich, wenn man da nichts zu sagen kann oder nichts zu sagen will. Und so kriegt man halt eine eine Kategorisierung bezogen auf fachliche Themen, auf methodische Themen, wie sie halt in so einem Lackier- und Beschichtungsbetrieb da sind. Das ist dann schon ein bisschen konkreter gefasst. Da geht es dann, was ich im Bereich Methoden wissen, geht es dann das Anlegen von Stammdaten für einen Lackierauftrag, technische Datenblätter für das Anmischen eines Zweikomponentenlackes und wirklich lackierspezifische Themen. Das Thema haben wir dann in der Form überarbeitet, jetzt auch schon einige Male in der Praxis angewandt und haben festgestellt, dass man damit eine sehr gute Grundlage bekommt, zu einer Entscheidung zu kommen, was ist denn der erste wichtige Schritt, wenn wir jetzt in unserem Betrieb Wissenstransfer einführen wollen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ich finde es auch nach wie vor total schön, weil das matcht jetzt ja ganz stark deine normale Vorgehensweise, auch wenn du nicht primär dann das Thema Wissenstransfer beleuchtest, sondern Prozessoptimierung. Denn da machst du ja auch eine Standortanalyse oder einen Ist-Status, den du erfasst, zu identifizieren, was sind hier die Pain Points, wo müssen wir als erstes drauf schauen. kann man ja auch, also wenn man das jetzt in die Praxis mal so bisschen weitergeben möchte, mit einer Priorisierung arbeiten oder mit so einer Ampelmethodik, das was auf rot steht, das sollte wirklich ganz dringend gemacht werden, das was grün ist, das ist in Ordnung, das kann so weiterlaufen und bei gelb, da gibt es vielleicht Aspekte, die man sich nochmal anschauen könnte und ich finde das jetzt charmant, weil du nimmst ja das Thema Wissenstransfer immer jetzt auch mit und jetzt ist es auch von der Arbeitsweise bei dir. geht es jetzt ja genau auch wieder in diese Richtung. Man macht diese Ist-Analyse, daraus resultiert etwas. Man leitet dann weitere Wege ein, also geht es in eine Richtung. Braucht es hier Workshops, brauchen wir Austauschformate? Ist es der Painpoint? Wir haben hier lauter Renteneintritte. Das Wissen bleibt nicht in der Organisation. Ergo, wir brauchen hier Expert-Debriefing. Und dann kann man natürlich auch gleichzeitig mit überlegen, was ist denn der Soll-Zustand? Wie sollte sowas denn dann aussehen? da dann zu schauen, was ist die Diskrepanz und wie kommen wir dahin.

Markus Vüllers: Ja. Und wenn ich jetzt mal so bisschen aus meinen Erfahrungen berichten darf. Wir haben ja hier im Podcast auch immer ganz viel oder ganz häufig darüber gesprochen, wie eine Vorgehensweise im Wissenstransfer sinnvollerweise aussieht, dass da zwischen den Menschen gearbeitet wird, ob man nicht einfach irgendein KI oder irgendein Dokument zuschickt, was dann anonym ausgefüllt wird. Und das ist so eine der

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Markus Vüllers: der ganz wichtigen Erkenntnisse, die ich gewonnen habe, auch das Ausfüllen, das Erarbeiten dieses Knowledge Quickscans. Das dauert pro Person irgendwas die 30 bis 40 Minuten. Das macht durchaus Sinn, das in Präsenz moderiert zu machen, weil ein einzelner Quickscan von einer einzelnen Person in einem Unternehmen nicht so aussagekräftig ist wie vier, fünf, sechs oder zehn verschiedene. Dass man also wirklich von der Geschäftsleitung über Führungskräfte im Unternehmen, aber auch Mitarbeitende, die irgendwo im Betrieb unterwegs sind, aus dem Produktionsumfeld, aus dem Arbeitsvorbereitungsumfeld, aus dem kaufmännischen Umfeld, also wirklich unterschiedliche Sichtweisen für das Unternehmen erfasst. Und das bringt dann eigentlich immer die neutralste und umfassendste Basis.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Markus Vüllers: die nächsten Schritte. Und wenn man dann die Fragen, die dann teilweise auch unterschiedlich verstanden werden können, die Fragen sind sehr einfach, wenn man das dann über einen Tag begleitet hat und mitbekommen hat, wie die Leute antworten, dann kann man eine sehr, sehr fundierte Empfehlung geben, was dieses Unternehmen konkret als nächstes tun soll. Und das finde ich, finde ich wirklich einen riesen Mehrwert.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, und da...

Elena Schüßler-Roggenhofer: Was ich da natürlich toll finde, ist gerade auch bei einem speziellen Fall, dass einfach die Vertrauensbasis da war, dass innerhalb der Organisation und mit den Beteiligtenpersonen dann auch alles geteilt werden konnte und das hier nicht anonymisiert wurde. Das ist natürlich etwas, was im Vorfeld geklärt werden sollte. Ist das eine Ist-Analyse, die anonym durchgeführt werden soll? Was sicherlich auch Vorteile haben kann, weil vielleicht bei manchen dann es doch ein bisschen näher an der Realität ist, an dem Ist-Zustand auch wirklich und nicht einem Wunschzustand, weil ich mich dann frei fühle, anonym zu antworten und nicht irgendwie dem Druck unterlegen bin, ach meine Führungskraft sitzt jetzt hier auch noch neben mir und die Geschäftsführung, die macht jetzt auch noch mit. ja, ich finde, das spricht immer total für das Unternehmen, wenn es genauso laufen kann. Gleichzeitig finde ich es aber auch gut, die Möglichkeit zu geben, dass man das anonymisiert macht, denn dann kann man natürlich noch mehr Stimmen auch gut einfangen. Man kann jetzt nicht mit einem kleinen mittelständischen Unternehmen von 150 Leuten mit allen gleichzeitig moderiert Knowledge-Quickscan durchgehen in einem Tagesworkshop. Das ist ja viel zu groß.

Markus Vüllers: Hm? Hm?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Das heißt, man nimmt sich Einzelindividuen aus den einzelnen hierarchischen Stufen, aus den unterschiedlichen Abteilungen, sodass man ja schon einen ganz guten Einblick bekommt. Letztlich ist es aber ja doch eine individuelle Geschichte. Das heißt, wenn man das wirklich anonymisiert macht und ganzheitlich denkt, geht es ja da auch den Schritt noch weiter zu sagen, das macht die Gesamtorganisation, gerade bei klein- mittelständischen Unternehmen ist es ja gut möglich, dass wirklich jede Person

Markus Vüllers: Hm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: das auch für sich ausfüllt und man dann einen sehr ehrlichen Einblick in den Umgang mit Wissen bekommt.

Markus Vüllers: Ja, was ich spannend finde, also es ist genauso, wie du sagst, wenn man das dann nicht anonymisiert macht, dann muss das natürlich auch für alle gelten. Das heißt, das gilt dann auch für den Mitarbeitenden, der in der Runde sitzt. Der sieht dann auch, was der Geschäftsführer oder sein Chef ausgefüllt hat. Und gleiches Recht für alle. Und dann sieht man halt eben auch die Vielfalt der Kreuze, die gemacht werden. Und ich finde das immer recht spannend mal zu beobachten.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh. Ja.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Genau.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Markus Vüllers: wie unterschiedlich die Sicht auf ein und dasselbe Thema ist. Und das ist ja wirklich so eine Geschichte, das bringt ja einen unheimlichen Mehrwert, wie dann sowohl das Individuum, was so einen Test ausfüllt, seine Messlatte anlegt. Es sind einige, die nie irgendwie sagen, das trifft voll zu. Sie versuchen sich immer irgendwie so im Mittelfeld zu bewegen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Markus Vüllers: Aber dann gibt es natürlich auch die Charaktere, die dann immer so im Bereich der Einzelnen und der Fünfen landen, die also wirklich schwarz-weiß antworten. Und alleine, wenn das anschließend dann schwarz auf weiß vorliegt, bringt das eine unheimliche gute Grundlage für weitergehende Diskussionen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Total, ich finde auch sehr spannend, weil das neben den ganzen Themen, was ich ja vorhin auch schon meinte, dass es der ist-Zustand und wie könnte der soll-Zustand aussehen, hat man natürlich auch da den Vergleich und kann genauso die Diskrepanzen unter die Lupe nehmen, wo die Individuen ganz unterschiedlich geantwortet haben, sich dann zu fragen, woran liegt das? Also warum sagt der eine Mitarbeiter hier jetzt? Da stimme ich voll zu, während die andere Mitarbeiterin aus einem anderen Bereich, vielleicht auch aus einer anderen hierarchischen Ebene, sagt, da stimme ich aber gar nicht zu. Das heißt, dass man da guckt, wie kommt man da wieder zusammen? Also es bietet dann so viele Anknüpfungspunkte, zu gucken, wie können wir besser mit dem Wissen umgehen, ganzheitlicher mit dem Wissen umgehen? Warum ist es an manchen Stellen vielleicht schon besser als an anderen? Woran liegt das? Ja, ich finde es auch einfach ein super interessantes Tool.

Markus Vüllers: Ich bringe mal ein Beispiel, das für die Zuhörer vielleicht noch bisschen konkreter zu machen. Das ist immer das Thema, was mich so am meisten beeindruckt. Es gibt dann so eine Frage oder so zwei, drei Fragen, da geht es die Brisanz des gesamten Themas. Und dann kommt eine Frage, die lautet dann, wenn ein oder zwei Wissensträger in eurem Unternehmen morgen am Tag für einen Zeitraum X ausfallen, hat das direkten Einfluss auf das Qualitätsergebnis eurer Prozesse. Und wenn man dann sieht, eine Kategorie der Leute aus ein und demselben Unternehmen sagt, trifft voll zu und es gibt dann die anderen, die sagen, nee, ist überhaupt kein Problem, trifft bei uns nicht zu.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: dann zeigt das eigentlich, dass man mit der Notwendigkeit, sich mit Wissenstransfer auseinanderzusetzen, voll ins Schwarze getroffen hat.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm. Ja.

Markus Vüllers: Also ich finde das Thema hochgradig interessant und finde das wichtig, das wirklich mal auch hier im Podcast vorzustellen. Und wenn der ein oder andere Interesse hat, da mal tiefer einzusteigen, kann uns jederzeit kontaktieren, kann uns fragen und wir machen diese Quickscans natürlich dann für jeden, der das auch gerne haben möchte.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Auf jeden Fall, gehört ja zum Standardrepertoire.

Markus Vüllers: Schöner.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja und damit ihr nicht weitere tolle Methoden, die wir so anwenden, verpasst abonniert doch gern die Glocke. Nächste Woche gibt's wieder was Neues.

Markus Vüllers: Genau und hört euch alte Podcast Folgen an, genau wie war es in der letzten der Appell. Wir sind noch im September. Wir wollen im September die Challenge platzieren, dass unsere Community ganz viele unserer Podcasts hört, die sie noch nicht gehört haben. Vielleicht klappt das ja.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Immer noch der Appell, das ist wohl so.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, so ist das. Bis nächste Woche. Ciao, ciao.

Markus Vüllers: Bis nächste Woche. Ciao, ciao!

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