Wissenstransfer: Die Schatzkarte für Lackierbetriebe

Shownotes

Das Wissensnavi für Lackierbetriebe

Der Podcast zum Thema Wissenstransfer und Wissensmanagement für industrielle Lackier- und Beschichtungsbetriebe.

Am Beispiel der Lackierbranche diskutieren Elena Schüßler-Roggenhofer und Markus Vüllers über das Wissen in den Unternehmen, welches bewahrt werden muss, auch wenn die Wissensträger das Unternehmen verlassen.

Elena, als Expertin für Wissenstransfer und Wissensmanagement und Markus, als Experte für Prozessoptimierung im Bereich industrieller Oberflächentechnik nehmen Euch mit auf die Reise durch die Welt des Wissens.

Anhand praktischer Beispiele werden typische Situationen in Lackier- und Beschichtungsbetrieben beleuchtet und Lösungswege für ein systematisches Wissensmanagement aufgezeigt.

Bringt Euch aktiv mit in die inhaltliche Gestaltung des Podcast ein, indem Ihr uns Eure Fragen und Themenvorschläge schickt.

Und nicht vergessen: Abonnieren, Glocke aktivieren, Liken und Teilen…


Schüßler-Roggenhofer Wissenstransfer

Elena Schüßler-Roggenhofer

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Markus Vüllers: Hallo, Elena.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hallo Markus!

Markus Vüllers: Ich bin gerade tatsächlich noch am gucken, dass wir nicht Livestream, weil ich ja jetzt meine LinkedIn Lives aus Riverside streame und. Ja, ja, und das ist aber jetzt relativ einfach zu erkennen, weil der Button, wo Aufnahme steht, da steht dann im Falle des Livestreams jetzt live streamen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Das wäre wirklich nett. Ja? Mhm.

Markus Vüllers: Und das steht hier heute definitiv nicht. Also.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Gut, das ist schön. Ich freue mich darüber sehr.

Markus Vüllers: Ja, dann sind wir wieder am Start.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Wir sind am Start, ja, lass uns eine schnelle Wissensperle machen und dann reinsteigen in die Fragen, die letzten sechs, die noch übrig geblieben sind. Das ist auch schon kurz das Recap zu letzter Woche. Wir haben uns mit vier Fragen beschäftigt, die Markus mir gestellt hat. Und zwar, wie soll ich das denn jetzt zusammenfassen? Ging es darum, das Thema Wissenstransfer in der Lackier- und Beschichtungsindustrie nochmal

Markus Vüllers: Genau, 6 von 10.

Elena Schüßler-Roggenhofer: zu beleuchten und zwar immer unter unterschiedlichsten Gesichtspunkten und warum das jetzt relevant genau für diese Branche ist.

Markus Vüllers: Das war kein Quiz im herrschgümmlichen Sinne. Und die Fragen bauen auch nicht aufeinander auf. Und es war schon zu erwarten. Wir haben vier von zehn geschafft und machen die letzten sechs jetzt heute in der Folge.

Elena Schüßler-Roggenhofer: So machen wir das.

Markus Vüllers: Möchtest du mit der Wissensperle beginnen?

Markus Vüllers: Dann, das haben wir jetzt ja nicht gesehen. Das ist ja im Podcast immer ganz schön, wenn dann wilde Zeichensprache kommt, dann ist das ja, wenn man keinen Videopodcast macht, super.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, super, warte, ich erkläre kurz, was ich gemacht habe. Ich schüttelte vehement den Kopf und zeigte das Millennial-Telefonhörer-Zeichen, denn wir haben noch ein Festnetztelefon und die wenigen Personen, die diese Nummer haben, sind die Omas, die noch existieren, unter anderem meine Oma. Und wie ich gerade im Flur hörte, rief meine Oma an und es sagte dann immer Anruf von Oma. Anruf von Oma. Ja, ich dachte schon, dass so was passieren könnte, weswegen ich das Teil vom Festnetzelefon schon geholt hatte und ausgestellt habe, damit das nicht klingeln kann. Ja, aber jetzt kann ich auch anfangen mit meiner Wissensperle, denn jetzt ist ja das Ding durch. Schön. Wir lassen hoffentlich die Stille einfach drin, das ist nämlich lustig. Alle denken so, hey, warum sagt sie nichts?

Markus Vüllers: Ja los, dann fang an!

Markus Vüllers: Ich schneide nichts aus.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Meine Wissensperle ist, ich hab die Tage mit einer lieben Freundin zu Mittag gegessen und irgendwie ist es unser Ding geworden, dass wir einfach gar keinen oberflächlichen Talk führen, sondern immer gleich in Medias res Deep Talk reingehen und ich mag das sehr. Es ist oft dann schnell sehr philosophisch und ich muss auch viel nachdenken, aber ich muss sagen, ich liebe, dass mein Hirn dann so arbeiten muss. Und das war ganz toll. jetzt die Brücke zu schlagen zum Wissenstransfer. Ich denke, dass Reflektion auch ein ganz großer Bestandteil von Wissenstransfer ist. Und wenn man sich selber reflektieren kann und aber auch Situationen oder andere reflektieren kann, heißt es ja, dass man sich auch in die Perspektive von anderen reinsetzen kann und das ist eine der essentiellen Dinge, die beim Wissenstransfer wichtig sind, aber ganz oft außer Acht gelassen werden.

Markus Vüllers: Das war sehr philosophisch. Cool.

Elena Schüßler-Roggenhofer: So, kommen wir zu deiner Wissensbeharrung.

Markus Vüllers: Ja, ich habe meine Wissensperle tatsächlich gerade spontan geändert. Aufgrund des Impulses, das du über Festnetztelefonie gesprochen hast, fiel mir eine Wissensperle ein, die nichts mit KI zu tun hat, die aber sehr wohl etwas mit den Boomer zu tun hat. Nämlich die Tatsache, dass ich

Elena Schüßler-Roggenhofer: Schön!

Markus Vüllers: in der letzten Woche ungefähr dreimal. Das ist also angefangen mit irgendeiner Werbeanzeige, die ich bei, ich weiß es nicht, Facebook oder Instagram gesehen habe. Und wenn man dann ja draufklickt, weil einem das Thema interessiert, weil das irgendwie einen triggert, da kriegt man es ja permanent angezeigt. So, und die Wissensperle ist, es gibt tatsächlich jetzt für Smartphones

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm. Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: einen Hörer zu kaufen mit diesem Spiralkabel, was man an dem USB-C-Port anschließen kann, sodass man wieder genauso telefonieren kann wie früher, mit einem Hörer aus Shellac, aus Backelite. Shellac ist falsch, aus Backelite, also aus diesem Kunststoff, den es dann früher gab, in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Elena Schüßler-Roggenhofer: dann macht das Zeichen auch wieder Sinn.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: waren das ja immer nur schwarze Hörer und dann gab es die ja in bunten Farben und das sind tatsächlich diese alten Farben, die es früher so gab. Das war so ein Resedergrün oder so ein komisches Gelb, Orange und Beige und die kann man sich jetzt wieder kaufen. Kosten 39 Euro.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: cool.

Elena Schüßler-Roggenhofer: wo wir wieder beim Thema wären. Alles kommt wieder. Und trotzdem gibt's mir auch so ein Gefühl von Streben nach Dingen, die vermeintlich gut waren, weil wir einfach gerade in wirklich schwierigen, turbulenten und auch sehr negativ geprägten Zeiten sind. Und dann sind wir wieder beim Biedermeier und na ja. Hi, Wimsy! Ja, ist alles ein bisschen wunderlich hier. So.

Markus Vüllers: Alles kommt wieder und

Markus Vüllers: Bye Wimsy!

Markus Vüllers: Ja und bevor wir mit Frage Nummer 5 weitermachen, teasern wir an, dass es sich heute auf jeden Fall lohnt bis zum Ende dran zu bleiben. Und zwar lohnt sich das für alle Dauer-Abonnenten und Abonnentinnen, die unseren Podcast regelmäßig hören. Wir haben eine Überraschung und einen Aufruf am Ende des Podcasts.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Wir machen das wie die großen Influencer.

Markus Vüllers: das lassen wir jetzt einfach mal so stehen. Ich gehe jetzt zur Frage 5.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ich bin schon ganz gespannt.

Markus Vüllers: Es handelt sich die Wissenslandkarte als navigierbare Schatzkarte. Die Frage, wir nutzen bei unserer Arbeit die Wissenslandkarte mit ihren sieben Kategorien. Warum eignet sich gerade diese Struktur, unsichtbares Erfahrungswissen aus den Köpfen der Wissensgeber herauszuholen?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Klar.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Weil es sehr breit alles abdeckt, was ich für die Stelle, die ich gerade innehabe, so weiß. Weil wir gehen über arbeitsorganisatorische Themen wie Prozesse, also die Aufgaben, man macht, über Regeltermine, in welchen Softwares arbeite ich, bis zu Historienwissen. Also was ist in den letzten Jahren und da vielleicht immer auch der Fokus darauf. Oftmals haben wir es mit langjährigen Wissen tragenden zu tun, die dann in Rente gehen. Das heißt, die haben ein sehr langes Historienwissen auch dahinter. Aber auch so Aspekte wie Führungswissen, wenn es eine Führungskraft ist oder aber auch wie werdig geführt, zum Beispiel wieder zu unternehmenskulturellen Aspekten zu kommen. Wie arbeiten wir denn eigentlich hier zusammen? Was herrscht hier für eine Kultur? Und natürlich auch das Fachwissen, Projektwissen und Netzwerkwissen. Ich glaube, jetzt habe ich alle sieben auch einmal aufgezählt. Das heißt, mit all diesen Kategorien können wir sehr, sehr breit die Wissensaspekte aufdecken, dann im nächsten Schritt in eine Vertiefung zu gehen. Was davon ist dann auch wirklich transferrelevant? Das heißt, es kurz zu fassen. Die sieben Wissenskategorien eignen sich perfekt dafür, erstmal in der Breite alles zu sammeln, was potentiell relevant ist und dann kann es weitergehen.

Markus Vüllers: Ich möchte noch eine Erfahrung von mir ergänzen. Ich habe das ja dann in den letzten Jahren einige Male erlebt. Was mich immer begeistert hat bei diesen Methoden-Baukasten, weil meine Grunderwartungshaltung war erst eine andere. Ich habe immer gedacht, man geht so Kategorie für Kategorie durch und hangelt sich dann durch diese Kategorien. Die Tatsache, dass das ja nicht so ist, sondern man einfach so erzählt wie

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: ist der Tagesablauf, wie sieht eine Woche aus, wie sieht hat das Berufsleben ausgesehen und man eigentlich diese ganzen Kategorien dann sehr variabel bedient, macht das ganze Thema unheimlich lebhaft und ergiebe ich in so einem Tagesworkshop.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, ich finde, es passt jetzt auch ganz schön. Du hattest ja vorhin von der Analogie zur Schatzkarte gesprochen. Es ist ja dann auch einfach ein Netz. Man kann auch immer Aspekte so betrachten, dass sie noch untereinander zum zur Vernetzung führen und so weiter. Also mehrere Wege könnten zum Schatz führen, zum Beispiel. Und ja, somit ist das Gesamtkonstrukt, würde ich auf jeden Fall sagen, eine Schatzkarte.

Markus Vüllers: Frage Nummer 6 Du ja auch schon in Produktionsunternehmen gearbeitet und weißt, dass das in verschiedenen Schichten gearbeitet wird. Meistens früh spät, aber oftmals auch früh spät Nachtschicht. Und die Frage, obwohl alle Schichten dieselben Vorgaben vorliegen haben, unterscheiden sich die Bearbeitungszeiten, die Workflows, die Verbräuche von Materialien, die Kennzahlen. Wie hilft Wissenstransfer dabei?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Markus Vüllers: Schichtrivalitäten aufzulösen und einheitliche Standards zu etablieren.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Wenn ich jetzt gemein wäre, könnte ich sagen, ja Wissenstransfer ist ja dann die Lösung dafür. Weil sobald der Austausch ja gut funktioniert und alle nach denselben Standards arbeiteten, weil es diese Standards gibt, aber weil natürlich auch der Kontakt, die Kommunikation untereinander so ist, dass letztlich alle nach diesen Standards arbeiten können, dann gäbe es das Problem ja nicht. Wenn jetzt aber eine Frühschicht andere Unterlagen nutzt und sich irgendwie eigene Zettelchen geschrieben hat, wie man was macht als die Spätschicht und die Nachtschicht, die macht dann noch was ganz anderes. die 5-Minuten-Übergabegespräche oder es sind ja meistens sogar ein paar mehr Minuten, aber die Übergabezeit wird einfach dafür genutzt, über andere Themen zu sprechen als das, was de facto auch vorgefallen ist. und sich ein bisschen drüber zu unterhalten, wie denn auch die Sachen so gelaufen sind, dann ist es relativ selbsterklärend, dass man unterschiedliche Standards hat, denn man hat unterschiedliche Menschen. Wenn die nicht denselben Wissensstand haben, können die nicht dasselbe leisten. Und natürlich kommt dann auch noch die Erfahrung dazu. Das heißt, je erfahrener, desto routinierter natürlich und desto einfacher auch abrufbar. Aber da hinzukommen, braucht es dann im besten Fall einfach eine gute Grundlage. Und das kann unterschiedlich zur Natur sein in Form von Dokumentationen, Videodokumentationen, in Form von Schulungen, Form von strukturierten Übergabegesprächen, in Form von Checklisten und so weiter.

Markus Vüllers: Ich denke auch, dass Wissenstransfer die Grundlage bilden kann. Ich glaube schon, dass es nicht vermessen ist, das zu sagen, dass es schon ein sehr wertvolles Werkzeug auch für solche Themen sein kann. Diese Problematik, also mich hat es das ganze Berufsleben begleitet, der Kampf zwischen den Schichten, dass da nie einheitliche Themen dabei waren.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Markus Vüllers: Jetzt kommen wir zur Chemie, Spezialwissen, Tetration.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmmmm

Markus Vüllers: In der naschämischen Vorbehandlung entscheiden oft Messungen wie die Titration über die spätere Haftfestigkeit des Lackes. Warum führen fehlende Anleitungen bei solchen Nischenaufgaben schnell zu teuren Reklamationen?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, also ich glaube, da kann man jetzt ja jedes Fachbeispiel nehmen, was es so geben kann und die Antwort wird sicherlich ähnlich sein wie die Antwort, ich gerade auch schon gegeben habe. Wenn es da keinen Wissenstransfer gibt oder keinen Austausch und somit Dinge einfach nicht richtig oder gut gemacht werden, dann kommt es in jedem Fall ja immer zu Problemen. die hinterher dann wieder aufgearbeitet werden müssen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Möchtest du dazu noch mehr hören, weil irgendwie ist es auch ein bisschen selbsterklärend.

Markus Vüllers: Das ist also eine Frage, wo man nicht sehr viel weiter in die Tiefe einsteigen muss. Das schon so eine Geschichte. Das macht eigentlich deutlich das Problem, was ich in den Betrieben immer wieder sehe, dass über die gesamte Prozesskette, die in so einem Lackierbetrieb abgebildet wird, die Probleme oder die Fehler, die am Ende entstehen, häufig an den Stellen ganz weit vorne im Prozess verursacht werden.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mmh.

Markus Vüllers: Deswegen muss man eigentlich so eine Dokumentation wirklich über die gesamte Prozesskette konsequent und eindeutig machen. sich dann nur so ein Thema wie die naschemische Vorbehandlung rauszupicken, ist eindeutig zu kurz gesprungen. Gilt für jeden einzelnen Prozessschritt das Thema.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm.

Markus Vüllers: Ja und dann habe ich eine recht gute. Ich glaube die Frage Nummer 8 ist relativ cool. Wenn der Lack abplatzt und irgendwelche Krater entstehen, beginnt in vielen Betrieben immer sofort die Suche nach dem oder der Schuldigen. Warum ist eine positive Fehlerkultur die Grundvoraussetzung dafür, dass Wissen überhaupt geteilt wird?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Das ist spannend. Dazu vielleicht für den Hintergrund. Ich habe ein Seminar besucht, da ging es positive Psychologie. Und ich finde, das passt da jetzt ganz gut rein, weil auch hier natürlich der Faktor psychologische Sicherheit wieder sehr groß ist. Wenn ich weiß, dass wenn ich einen Fehler mache und der noch so klein ist, es gibt ja einfach Fehler, die haben keine Auswirkungen auf Unternehmen jetzt großartig ist. Das ist dann halt ärgerlich, kann man dann wieder wegmachen und dann ist auch okay. Wenn der Umgang damit aber der ist gleich mit dem Finger auf mich zu zeigen, haha du, du hast den Fehler gemacht, im schlechtesten Fall noch zur Führungskraft zu gehen und zu sagen, ja aber Elena, die ist schuld, die hat das gemacht, dann werde ich vermutlich schon nie mehr zugeben, wenn ich denn einen Fehler gemacht habe. Und dann kommen wir in so ganz toxische, zwischenmenschliche Beziehungsmuster rein. Weil wenn ich das schon nicht mehr zugeben kann, dann wird da ja auch groß rumgerätselt, ja, wer war das denn jetzt? Und letztlich ist es dann immer auf der persönlichen Ebene. Das heißt, wir schaffen eine Kultur, die eigentlich immer negativer wird. Wenn wir es aber schaffen, dass Fehler einfach Fehler sind und uns gar nicht dafür der Kopf abgerissen wird. Und das ist natürlich nicht tolles, aber man mit dem Mindset dran geht, ich lerne aus diesem Fehler und beim nächsten Mal läuft es anders. Und das auch nicht nur gesagt, sondern auch so gelebt wird und es nicht dann heißt, Elena hat aber den Fehler gemacht, sondern es ist ein Fehler passiert. Und das ist die Situation, die ist ungebunden an eine Person. Das ist jetzt doof. Aber wir tragen das als Team. Das ist jetzt einfach passiert. Dann werde ich vermutlich auch einfach meine Fehler zugeben können und daran arbeiten können, gute Kommunikationsbasis zu haben. Und das ist auch, glaube ich, die Grundlage von allem. Weil je sicherer ich mich fühle,

Elena Schüßler-Roggenhofer: desto besser werde ich kommunizieren können, desto besser werde ich mein Wissen teilen können, aber auch Wissen natürlich empfangen können von anderen, das Aufnehmen. Und dadurch entsteht automatisch ein positiveres Umfeld und kein negatives.

Markus Vüllers: Ja, dir muss nichts hinzuzufügen. hast das schon sehr eloquent zusammengefasst. Und als du das so erzählt hast, habe ich mir die Frage gestellt, verdammt nochmal, warum ist das denn nicht an der Tagesordnung in allen Unternehmen? Das klingt doch so einfach und logisch.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Danke.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hmm. Ja, stimmt. Und trotzdem, wir sind alle Menschen. es ist einfach wahrscheinlich auch ein menschliches Ding, den einfachen Weg zu gehen. Und der einfache Weg ist dann vermutlich, den Schuldigen oder die Schuldige als Person zu sehen. Weil dann habe ich es ganz klar weggeschoben von mir. Und dann ist es halt keine Situation. Das ist immer ein bisschen abstrakter. Und ich glaube, es fällt den Menschen einfach leichter, dann da auch den Menschen in den Vordergrund zu stellen, auch wenn es negativ ist. Das ist super schade. Ich denke aber, das wäre schön, wenn wir das lernen könnten. Und man kann das ja auch lernen, also so ist ja nicht. Aber es vielleicht nicht so das inherenteste Verhalten, was wir an den Tag legen.

Markus Vüllers: Ich in letzten Woche einen Teil von einer Schulung übernommen. Das war noch ein Foliensatz, der war schon bisschen in die Jahre gekommen. Ich habe früher mal ganz gerne Kalendersprüche damit eingebaut. Da ging es unter anderem das Thema, dass es immer noch schicker und angenehmer ist, übereinander zu reden als miteinander zu reden.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mh.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, und ich würde sagen, das passt immer noch.

Markus Vüllers: Das passt leider Gottes immer noch. Frage Nummer 9.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja.

Markus Vüllers: Da sind wir bei unseren beiden Personas. Wir hatten ja Thomas und Fritz mal kreiert. Und die Frage ist, wenn die Person Fritz Müller ihr Wissen gerne teilt und die Person Thomas Mayer nach dem Motto Wissen des Macht arbeitet und das Wissen nicht gerne teilt.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Mhm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Hm?

Markus Vüllers: Wie motiviert man solche Personen ihr Erfahrungswissen preiszugeben?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Wahrscheinlich ist ein guter Weg auch einfach zu starten, damit sie selber feststellen, dass das gar nicht so schlimm ist und dass das ja auch ganz viel mit einem selber macht, wenn man sieht so, boah, das weiß ich alles. Das heißt, in erster Linie würde ich als unabhängige Person, die von außen kommt, einfach versuchen, mit der Person zu starten. Dann habe ich nicht das Problem, dass ich da auf Konflikte stoße. Ich habe zwischenmenschliche Themen einfach ausgeschlossen. Wenn jemand externes mit dabei ist, bringt das eine gewisse Neutralität mit rein. Und bisher haben wir beide zumindest ja auch immer die Erfahrung gemacht, ab dem Moment, wo die Leute dann dabei sind und sehen, was dabei rauskommt, dass das dann sowieso ja auch positiv wird. Wir hatten jetzt noch nie jemanden, der so sehr dagegen war. Das ist natürlich auch unser Glück. Aber wir hatten ja schon Menschen, einfach gar nicht wussten, was auf sie zukommt, sich da nichts drunter vorstellen konnten und dementsprechend natürlich auch so ein bisschen Vorbehalte einfach hatten. Ja, kann das jetzt dann überhaupt gut werden? Gar nicht vor dem Hintergrund, das jetzt nicht aktiv teilen zu wollen oder so. Das heißt, mein erster Rat wäre einfach starten.

Markus Vüllers: Hm.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Was ich auch aus der Folge mit Sandra gelernt habe, ist ja natürlich frühzeitig mit den Betroffenen, das ist komisch, das klingt nicht richtig, mit den Wissensgebenden, die ihr Wissen nicht so teilen wollen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: ins Gespräch zu kommen. Und das vielleicht von Seiten der Führungsebene. Das heißt, dass die Leute sich gesehen fühlen. Weil was ist das, was der Mensch eigentlich immer möchte? Der möchte sich gesehen fühlen. Und wenn dann einfach auch Themen angesprochen werden, da Wertschätzung entgegengebracht werden wird und es nicht auf den letzten Drücker aller Du gehst jetzt morgen in Rente und Bitte mach jetzt noch etwas, sondern dass man auch da im Vorfeld anfängt. Ich möchte nicht sagen, dass man strategisch oder taktisch dann freundlich ist mit der Person. Das sollte bitte schon aus einem selber dann auch rauskommen. Aber dass das Thema Wissen und der Wissen Schatz auch wirklich als ein Schatz betrachtet wird.

Markus Vüllers: Hm?

Markus Vüllers: Ich bin mir jetzt gerade nicht so ganz sicher, ob die ganze Thematik reibungslos aufzeichnet. Da scheint irgendwo etwas zu hängen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Also ich höre alles, sehe alles auf normal.

Markus Vüllers: mal so eine leichte Denkpause.

Markus Vüllers: Ich mache weiter mit Frage 10.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Die letzte Frage.

Markus Vüllers: Viele Unternehmen hoffen, dadurch dass sie eine neue Software kaufen oder irgendein KI-Tool zur Wissenssicherung, dass damit alle Probleme und Herausforderungen gelöst sind. Warum betonen wir immer wieder, dass Wissenstransfer zu 80 % aus Kultur und Mensch besteht und Technologie nur unterstützen soll?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Warum betonen wir das immer? Weil so ist. Weil die Menschen natürlich mitgenommen werden sollten. wir kennen das wahrscheinlich ja alle, es schon mal ein neues Tool eingeführt worden. Und dann hat man das Tool, das Tool zu haben. Aber letztlich die Leute, die dann damit aktiv arbeiten, die sind gar nicht mit an Bord geholt worden, zu gucken, was ist denn...

Markus Vüllers: Ja.

Elena Schüßler-Roggenhofer: die Punkte, die dadurch verbessert werden sollen, wie funktioniert das Ganze? Dann gab es halt irgendwie eine 0815, 30 Minuten Schulung und so und jetzt mach mal. Und so bringt das meistens ja auch bei jedem anderen Tool nichts, weil die Menschen einfach gar nicht abgeholt sind und es eher in so eine Richtung geht, ach noch ein Tool, jetzt habe ich da schon gar keine Lust mehr, mich miteinander zu setzen. Und genauso wäre es ja auch mit einem Tool für Wissenstransfer. Das ist sicherlich ein Aspekt. Und der zweite ist, wir wollen das ja auch bewusst auf eine sehr wertschätzende Art und Weise machen. Und da ist klar, dass sich einfach Zeit für den Wissenstransfer genommen wird, und zwar zwischen Mensch und Mensch. Und ein Tool kann unterstützen dabei. Das ist wunderbar. Aber es transportiert keine Wertschätzung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich dann einfach vor den Chatbots setze und da fröhlich reinticke, was ich alles weiß, hätte ich keine Lust drauf. Und das ist, denke ich, unser größter Ansatz, die Wertschätzung damit zu transportieren.

Markus Vüllers: Ich denke jetzt auch noch mal im Sinne der Thematik Renteneintritt, wenn das also wirklich das eines der wesentlichen Triggerthemen ist für strukturierten Wissenstransfer, dann gibt es halt eben viele der Boomer, die sich mit dem Thema einfach nicht mit einer KI unterhalten wollen. Die brauchen halt den Menschen, der dann halt die Hemmschwelle dann doch etwas überbrückt.

Markus Vüllers: Gut, das waren die 10 Fragen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Dann? Ja, super, das war irgendwie jetzt auch viel, ne? Und jetzt ist die Folge schon so lang und wir haben noch einen Aufruf.

Markus Vüllers: Machen wir den Aufruf ganz kurz, weil den werden wir die nächsten Folgen ja immer wiederholen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Ja, dann mal los!

Markus Vüllers: Machst du oder mach ich?

Elena Schüßler-Roggenhofer: Nee, du machst.

Markus Vüllers: Ich mache. Okay. Ja, wir haben überlegt, wir steuern ja mit großen Schritten auf die Folge 100 zu. Und das ist dann wieder so ein Meilenstein, wo wir uns überlegt haben, uns dann immer mal wieder auch mit neuen Themen auseinanderzusetzen. Und unser Appell heute ist, wir suchen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Kreise unserer Abonnierenden, Bock haben. mal eine Folge mit uns gemeinsam aufzuzeichnen. völlig stressfrei, unvorbereitet diskutieren wir über Wissenstransfer. Diskutieren wir darüber, was Sie im Podcast bisher so gehört haben, wie Sie das im Tagesgeschäft erleben. Und wir würden uns freuen, den einen oder anderen Gast und die eine oder andere Gästin bei uns im Podcast begrüßen zu können aus unserer Abonnieren den Schaf.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Juhu, das wird richtig gut! Ich freue mich schon sehr, wenn wir die unterschiedlichsten Perspektiven haben werden.

Markus Vüllers: Ja, meldet euch, schreibt uns eine Mail, schreibt uns einen Kommentar, ruft uns an, wie auch immer. Und wenn einer Bock hat und spontan sagt, ich hätte da mal Lust drauf, dann hat er jetzt die Chance, einer der ersten zu sein, die dann dieses neue Format mitfüllen.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Wichtig, wir haben eine Limitierung dabei. Die Person sollte nicht aus dem Lackierbranche beratenden Umfeld kommen und auch nicht Wissenstransferberatung machen.

Markus Vüllers: Ja, das ist nochmal eine ganz wichtige Ergänzung.

Elena Schüßler-Roggenhofer: Genau, bis dahin bleibt uns auch nichts anderes zu sagen als abonniert die Glocke und wir hören uns nächste Woche neue Fragen, aber diesmal habe ich welche vorbereitet.

Markus Vüllers: Bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao!

Elena Schüßler-Roggenhofer: Bis dann, ciao ciao!

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